Cookie-Einstellungen
Fussball

Timo Werners paradoxe Karriere: Tore oder Sympathien - niemals beides!

In 76 Pflichtspielen für den FC Chelsea schoss Timo Werner 19 Tore.

Timo Werners schwache Torausbeute bei Chelsea

Sportlich gesehen verliefen Werners bisher 20 Monaten bei Chelsea enttäuschend. Trainer Thomas Tuchel fand genauso wenig wie sein Vorgänger Frank Lampard eine Idealposition für ihn. In unterschiedlichsten taktischen Formationen spielte Werner mal als Mittelstürmer, mal links und mal rechts. In 76 Pflichtspielen gelangen ihm nur 19 Treffer, zwischenzeitlich blieb er wochenlang ganz ohne Torerfolg.

"Vor seiner Ankunft hatte ich den Eindruck, dass er sehr schnell ist, clevere Läufe macht und einen großartigen Abschluss hat", sagt Faulks. "Traurigerweise hat er aber gezeigt, dass sein Abschluss nicht wirklich großartig ist, dass seine Läufe schlecht abgestimmt sind, weshalb er oft im Abseits steht, und dass er bei den Grundlagen wie Passen und Flanken noch schlechter ist, als wir es befürchtet hatten."

Timo Werner bei Chelsea: Vergebene Torchancen und VAR-Pech

In seiner ersten Premier-League-Saison vergab Werner 18 Großchancen, womit er nur knapp hinter "Spitzenreiter" Patrick Bamford von Leeds United rangierte (21). Selbstverständlich gibt es bei YouTube Zusammenschnitte, in denen all seine teils kläglich vergebenen Torchancen fein säuberlich aneinandergereiht sind.

Zum vermeintlichen Unvermögen kam dann Pech dazu, da wäre ja noch die Sache mit dem VAR. Keinem Spieler werden so viele Tore nachträglich aberkannt wie Werner. Im vergangenen Herbst rechnete irgendjemand keck aus, dass ihm bis zu diesem Zeitpunkt mehr Tore zurückgenommen wurden (16) als tatsächlich gezählt hatten (14). Mal stand er knapp im Abseits, mal war er mit der Hand am Ball. "Wir haben das Gefühl, dass jedes Mal, wenn er ein Tor schießt, eine VAR-Entscheidung ansteht, die ihm das Tor wieder wegnimmt", klagte Tuchel damals.

Werner war im Sommer 2020 als künftiger Stammstürmer gekommen, doch schon nach einem Jahr holte Chelsea mit Romelu Lukaku für 113 Millionen Euro einen neuen (für den es sportlich übrigens ähnlich schlecht läuft). Im Rückblick auf sein erstes Jahr in London sprach Werner von der "vielleicht unglücklichsten Saison, die ich je hatte und je haben werde. Denn schlimmer kann es nicht sein". Und das, obwohl er in fast jedem Spiel zumindest per Einwechslung zum Einsatz gekommen war, mit Chelsea die Champions League gewonnen und im Finale sogar in der Startelf gestanden hatte.

Timo Werner ist beim BVB im Gespräch

Tatsächlich läuft es für Werner in der aktuellen Saison aber sogar noch schlechter. Bedingt auch durch Verletzungsprobleme und eine Corona-Infektion schrumpften seine Einsatzzeiten und auch seine ohnehin schon spärliche Torausbeute. Zeigen durfte sich Werner immerhin am Mittwoch beim FA-Cup-Achtelfinale gegen den Zweitligisten Luton Town. Beim 3:2-Sieg war er mit einem Tor und zwei Assists der spielentscheidende Mann.

Trotz dieses kleinen Lichtblicks und trotz eines Vertrages bis 2025 könnte Werner Chelsea im Sommer verlassen, als möglicher Interessent gilt Borussia Dortmund. "Die meisten Fans haben die Hoffnung aufgegeben, dass er hier jemals einschlagen wird", sagt Faulks - aber dann fällt ihm doch noch eine positive Sache zum Fußballer Werner ein: "Sein größter Beitrag für die Mannschaft sind all die Elfmeter, die er rausgeholt hat."

Acht Stück waren es wettbewerbsübergreifend seit seinem Wechsel zu Chelsea. Mehr erarbeitete sich in diesem Zeitraum kein anderer Premier-League-Spieler, in den Schwalben-Verdacht geriet Werner übrigens dennoch nicht. Diese Statistik passt jedenfalls wunderbar zu Werners paradoxen Karriere: War es doch einst ein herausgeholter Elfmeter, der die Abneigung gegenüber seiner Person in Deutschland auslöste.

Timo Werner: Seine bisherigen Karrierestationen

ZeitraumKlubPflichtspieleToreAssists
2013 bis 2016VfB Stuttgart1031411
2016 bis 2020RB Leipzig1599540
seit 2020FC Chelsea761919
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung