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Fussball

Als Mendy und Kante 2013 in Frankreichs 3. Liga aufeinandertrafen - und beide auf der Bank saßen

Von Nizaar Kinsella
Edouard Kante (l.) und N'Golo Kante (r.) kennen sich schon seit Jahren

N'Golo Kante und Edouard Mendy sind aus der Startformation von Chelsea nicht wegzudenken. Die beiden kennen sich bereits seit den Karriereanfängen.

N'Golo Kantes märchenhafter Aufstieg aus den unteren Ligen Frankreichs zum Weltmeister und mittlerweile auch Champions-League-Sieger wurde in den letzten Jahren medial ausgeschlachtet und dürfte den meisten Fußballfans bekannt sein.

Und auch die Geschichte von Kantes Chelsea-Mitspieler Edouard Mendy, der es innerhalb weniger Jahre vom arbeitslosen Torhüter zum Triumphator in der Champions League und beim Afrika-Cup schaffte, dominierte einige Zeit die Schlagzeilen.

Was nur wenige wissen: Die beiden Leistungsträger der Blues trafen zu Beginn ihrer Karriere, als keiner der beiden nur ansatzweise von den späteren Erfolgen träumen durfte, in einem direkten Duell aufeinander. Zumindest theoretisch, denn beide musste an besagtem Tag nämlich auf der Bank Platz nehmen und nur Kante kam im Laufe der Partie auf ein paar Einsatzminuten.

Wir schreiben den 8. Januar 2013, in der dritten französischen Liga trafen AS Cherbourg und US Boulogne aufeinander. "Es war ein Spiel unter der Woche", erinnerte sich Kantes damaliger Trainer Georges Tournay, der die richtige Position für den heute 30-jährigen Franzosen Kante noch finden musste, bei GOAL und SPOX zurück. "Ich habe ihn etwas offensiver eingewechselt, davon war er sehr überrascht."

Laut Tournay hatte Kante aber in der Folge gleich zweimal die Chance auf ein Tor, scheiterte jedoch. Am ungefährdeten 3:0-Sieg änderte das wenig. Der Trainer merkte allerdings nach und nach, welches Potenzial im kleinen Mann mit malischen Wurzeln stecken würde.

Ex-Trainer: Kante "stellte nie Forderungen"

"Er konnte nicht nur schnell rennen, er hatte auch eine unglaubliche Ausdauer", so Tournay weiter. "Außerdem war er technisch stark genug für ein gepflegtes Kurzpassspiel." Schüchtern - wofür er heute übrigens noch von den Fans gefeiert wird - war er schon damals in übertriebenem Ausmaß.

"Er spielte mit einem kleinen Amateurvertrag. Er stellte nie Forderungen. Gefühlt wussten wir nichtmal, wie seine Stimme klingt", erzählte Tournay. "Eines Tages rief ich ihn in mein Büro und sagte: 'Ich kenne deinen aktuellen Vertrag, wir werden darüber mit dem Präsidenten sprechen.'"

Kante entwickelte sich im Laufe der Saison zum unumstrittenen Stammspieler, an Mendys Reservistenrolle änderte sich bis zum nächsten Aufeinandertreffen beider Klubs nichts. Tatsächlich sollten sich beide Karrieren zunächst in gegensätzliche Richtungen entwickeln.

Kante wurde von France Football am Saisonende zum besten Spieler der 3. Liga gewählt, machte mit seinem Wechsel nach Caen den nächsten Schritt und war spätestens nach der Meisterschaft mit Leicester City im Jahr 2016 in aller Munde.

Mendy hingegen stieg mit Cherbourg ab, brach sich in der Vorbereitung auf die Saison 2013/14 einen Finger, wurde daraufhin nicht mehr gebraucht und war letztlich ein Jahr vereinslos. Erst mit seinem Wechsel nach Reims 2016 begann seine Erfolgsgeschichte, die ihn über Stade Rennes 2020 zu Chelsea brachte. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

"Wir reden heute noch oft darüber", verriet Mendy angesprochen auf seine ersten Aufeinandertreffen mit Kante. "Es ist einfach toll, dass wir uns hier wieder begegnen und nun gemeinsam Titel gewinnen."

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