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Fussball

Blackburn Rovers lehnten Zinedine Zidane wegen Tim Sherwood ab

Von Markus Bosch
Zinedine Zidane

Die Blackburn Rovers haben sich 1995 den jungen Zinedine Zidane entgehen lassen, weil der Besitzer lieber an Bewährtem festhielt.

Es war wohl eine der größten Überraschungen im englischen Fußball, als die Blackburn Rovers 1995 die Meisterschaft in der Premier League holten.

Trainer-Legende Kenny Dalglish, Besitzer Jack Walker, der durch Geschäfte mit Stahl zu seinem Geld gekommen war, und Mittelfeld-Star Tim Sherwood waren dabei drei entscheidende Faktoren, die den Erfolg der Rovers möglich machten.

In der anschließenden Sommerpause besuchten zwei Talente von Girondins Bordeaux das Trainingsgelände der Rovers. Ihre Namen: Christophe Dugarry und Zinedine Zidane.

Kenny Dalglish mit Bordeaux über Zidane-Wechsel einig

Der damalige Scout, Dereck Fazackerley, hatte das Duo kontaktiert und von einem Besuch in England überzeugt. "Man schaute sich Zidane an und dachte, was das doch für ein außergewöhnlich guter Spieler ist", erinnerte sich Fazackerley bei The Versed zurück.

Auch Coach Dalglish war überzeugt vom Potenzial des Duos und war sich bereits mit Bordeaux grundsätzlich über einen Wechsel von Dugarry und Zidane einig. Doch Dalglish hatte die Rechnung ohne die Klub-Führung und Besitzer Walker gemacht.

"Warum sollten wir Zidane wollen, wenn wir Tim Sherwood haben?", polterte Walker die heute noch berühmten Worte in Blackburn in Richtung seines Trainers. Der Transfer kam nicht zustande.

Sherwood war damals Kapitän in Blackburn und absoluter Publikumsliebling im Ewood Park und Walker wollte ihn nicht durch ein junges französisches Talent ersetzen. Eine Entscheidung, die sich schon nach einer Saison als kolossale Fehleinschätzung erwies.

Blackburn stürzt ab - Zidanes Stern geht auf

Während Blackburn sang- und klanglos aus der Champions League flog und in der Liga nur auf Rang sieben kam, gewann Zidane in der Ligue 1 den Award für den besten Spieler der Saison. Als die Rovers 1999 den Gang in Liga zwei antreten mussten, war Zidane bereits zweimaliger Meister in der Serie A und Sieger beim Ballon d'Or. Er war zwischenzeitlich zu Juventus Turin gewechselt und prägte anschließend bei Real Madrid eine der erfolgreichsten Epochen als Spieler im Team der "Galaktischen" mit David Beckham, Luis Figo, Ronaldo und Co.

Später als Trainer konnte er an die Erfolge anknüpfen und gewann mit den Königlichen gleich drei Mal in Folge die Champions League, das hatte zuvor noch kein anderes Team geschafft.

Und die Blackburn Rovers? Das Team konnte nie wieder an den Erfolg aus dem Jahr 1995 anknüpfen, pendelte immer zwischen Premier League und Championship und ist längst nicht mehr Bestandteil der englischen Topklubs. Pikant: 2009 ließ man sich mit Robert Lewandowski den nächsten späteren Weltklasse-Spieler durch die Lappen gehen.

Ob Zidane und Lewandowski auch bei den Rovers zur Weltklasse gereift wären, kann nicht bewiesen werden, aber mutmaßlich wären die vergangenen 27 Jahre des Klubs doch etwas anders verlaufen.

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