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Fussball

Arsenal-Shootingstar Smith Rowe: Glücklos in Leipzig, Hang zum Fast Food, Durchbruch mit Özils Nummer

Emile Smith Rowe begeistert derzeit die Arsenal-Fans.

Gerade einmal auf 26 Einsatzminuten brachte es Emile Smith Rowe in der Saison 2018/2019 auf seiner Leihstation bei RB Leipzig. Dennoch versuchten ihn die Roten Bullen zu halten - vergeblich. Gut zwei Jahre später ist der 21-jährige Offensivspieler eines der großen Versprechen im englischen Fußball, Topscorer beim FC Arsenal - und nun auch Nationalspieler.

"Wir haben schon hinterlegt, dass wir an einer weiteren Leihe interessiert sind", sagte der damalige Leipziger Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick der Bild im Mai 2019. Es ging um Emile Smith Rowe, den damals 18 Jahre alten Leihspieler vom FC Arsenal, der damals erst eine Minute für die Sachsen gespielt hatte.

Bis zum Ende der halbjährigen Leihe kamen für den offensiven Mittelfeldspieler lediglich 25 weitere Minuten hinzu - was jedoch in erster Linie keine sportlichen Gründe hatte. War Smith Rowe in der Vorrunde 18/19 mit Leistenproblemen nahezu vollständig ausgefallen, plagte ihn diese Blessur auch in Leipzig weiterhin. Bis zum einminütigen Einsatz gegen Wolfsburg dauerte es bis Mitte April, auch danach blieb er nicht beschwerdefrei.

Doch dass RB sich den Youngster im Winter für eine Leihgebühr von immerhin einer Million Euro sicherte und trotz enttäuschendem Halbjahr weiter an einer Zusammenarbeit interessiert war - im Idealfall sogar mit Kaufoption - hatte seine Gründe. Denn wie gut er tatsächlich ist, zeigte der Engländer vor allem in den letzten Monaten. Als Belohnung für die guten Leistungen bei Arsenal wurde Smith Rowe nun zum ersten Mal für die Three Lions nominiert.

Seit seinem neunten Lebensjahr durchlief Smith Rowe sämtliche Jugendmannschaften der Gunners, zuvor hatte er ohne Erfolg auch ein Probetraining beim blauen Nachbarn vom FC Chelsea absolviert. "Ich war klein, sehr dünn und wurde immer weggeschubst. Ich war nicht ins Spiel involviert und habe den Ball nicht oft genug berührt", sagte er bei ESPN über die Gründe für das Scheitern.

War Smith Rowe, der in der Offensive variabel einsetzbar ist, schon seit jeher ein begnadeter Fußballer, gab es andere Bereiche, die ihn sowohl in ganz jungen Jahren wie auch vor dem endgültigen Durchbruch bei Arsenal hemmten, nachdem er aus Leipzig zurückgekehrt war.

Smith Rowe: Zu viel Schokolade und Fast-Food-Liebe

Die schnelle Entscheidung pro Smith Rowe bei den Verantwortlichen war wohl auch der Tatsache geschuldet, dass mit Platz fünf in der Liga die Qualifikation für die Champions League verpasst wurde und somit Millioneneinnahmen ausblieben. Mit reichlich Spielzeit bei den Profis wurde es jedoch vorerst trotzdem nichts.

Neben drei Spielen in der Europa League und zwei in der Premier League arbeitete sich der Londoner über eine Leihe nach Huddersfield in der Championship zurück in Form. Zunächst fiel er nämlich erneut monatelang aus. Rückblickend sieht Smith Rowe hierfür auch in seinem Verhalten abseits des Platzes einen Ansatzpunkt.

"Nicht so gut gegessen" und "nicht so viel getrunken" habe er lange Zeit, wie er jüngst dem Guardian berichtete, zu oft habe er sich der Schokolade und dem Fast-Food-Restaurant Nando's hingegeben und sei "zu faul" gewesen. Die Schuld dafür wolle er jedoch keinesfalls dem Verein geben, der "sehr streng" in dieser Hinsicht sei. "Aber ich habe nicht wirklich darauf gehört, um ehrlich zu sein." Mittlerweile hat ihn der Klub längst mit einem persönlichen Koch ausgestattet, der ihn täglich in den heimischen vier Wänden versorgt.

Und möglicherweise hat ihm auch der Umstand geholfen, dass es sich bei seinem Startelfdebüt unter Manager Mikel Arteta am Boxing Day 2020 gegen Chelsea (3:1, eine Vorlage) um ein Geisterspiel handelte. "Das war definitiv ein Vorteil für mich. Ich bin vor Spielen immer sehr nervös. Und nicht den Druck zu haben, dass alle reinrufen, hat mir viel geholfen."

Nach guten Leistungen in der Vorsaison (20 Ligaspiele, zwei Tore, vier Assists) war Smith Rowe bereits in aller Munde, rund 35 Millionen Euro soll West Ham United laut The Athletic im Sommer geboten haben. Doch seine Zukunft liegt bei den Gunners, die das Eigengewächs im Juli mit einem neuen Vertrag (Laufzeit unbekannt) ausstatteten. In diesem Zuge erhielt er zudem die Rückennummer 10, die zuvor Mesut Özil getragen hatte.

Arsenal-Schlüsselspieler Smith Rowe: Neuer Vertrag und Nummer 10

Bei der Vertragsverlängerung bezeichnete Arteta seinen Schützling bereits als "Schlüsselspieler" mit hoher Spielintelligenz und großer Lernbereitschaft, spätestens in den zurückliegenden Monaten stellte er dies endgültig unter Beweis. In jedem Premier-League-Spiel stand er auf dem Platz, mit einer Ausnahme immer in der Startelf.

Dabei pendelt er zwischen der Position im zentralen offensiven Mittelfeld und der auf der linken Außenbahn. Zuletzt agierte er dort dreimal in Folge und kann seiner Rolle im 4-4-2 nur Positives abgewinnen. "Ich habe das Gefühl, dass es für mich immer gut ist, auf der linken Seite zu spielen, weil ich dort die halbe Drehung machen und nach vorne dribbeln kann", sagte er bei Sky und sprach generell von einem "Vergnügen" überhaupt spielen zu dürfen.

Bis auf Platz fünf in der Liga hat sich Arsenal nach schwachem Start vorgekämpft - auch dank Smith Rowe, der beim Sieg gegen Aufsteiger Watford am vergangenen Wochenende den goldenen Treffer beisteuerte. Mit bereits 893 Minuten in der bisherigen Spielzeit zählt Smith Rowe vereinsübergreifend zu den absoluten Vielspielern auf der Insel - und nun kommt sogar noch eine zusätzliche Belastung auf ihn zu: Erstmals wurde er von Nationaltrainer Gareth Southgate für die anstehenden Länderspiele gegen Albanien und San Marino nominiert, nachdem er bisher einzig für die Nachwuchsmannschaften aufgelaufen war.

Das Lob von allen Seiten ist riesig, nach einem 3:0 im Oktober gegen Aston Villla, bei dem Smith Rowe ein Tor und eine Vorlage beisteuerte, bezeichnete ihn TV-Experte Jamie Carragher gar als "besten Spieler der Premier League im Dribbling mit dem Ball" und meinte weiter: "Manchmal tauchen Spieler einfach auf und man kann nicht anders, als sie zu mögen - ich mag diesen Jungen sehr."

Einige Aufs und Abs durfte Smith Rowe in seiner noch jungen Karriere bereits erleben, die Zeichen stehen derzeit eindeutig in die richtige Richtung - und auch seiner Leihe zu RB Leipzig kann er mittlerweile etwas abgewinnen. "Es war hart, aber es hat mir definitiv dabei geholfen, ein Mann zu werden."

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