Jürgen Klopp über das Ende der Siegesserie des FC Liverpool: "Jetzt können wir wieder frei Fußball spielen"

SID
Die Siegesserie des FC Liverpool ist gerissen.
© getty

Der FC Liverpool verliert in Watford völlig überraschend erstmals in dieser Saison ein Ligaspiel. Jürgen Klopp versucht, die Pleite zu einer "Befreiung" umzudeuten.

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Jürgen Klopp verbarg seine Emotionen hinter der tief ins Gesicht gezogenen schwarzen Basecap und einem roten Klubschal. Doch die Körpersprache des auf der Trainerbank in sich zusammengesunkenen Teammanagers des FC Liverpool verriet seine Gefühle über das völlig überraschende Ende der historischen Siegesserie.

"Die Niederlage geht uns sehr nahe", sagte Klopp nach dem sensationellen 0:3 (0:0) seiner Reds bei Abstiegskandidat FC Watford: "Das ist das Gegenteil von dem, was wir wollten, aber wir müssen es ertragen."

Genau wie den Spott etwa von RB Leipzig, das Liverpools Ergebnis-Tweet zu einem kleinen Seitenhieb nutzte: Das im Kommentar gepostete Mini-Video ("GIF") zeigt den von Klopp umgarnten Stürmer Timo Werner im Bullen-Trikot, wie er völlig ungläubig auf sein Handy blickt.

Erste Pleite nach 44 Ligaspielen

Und es ist ja auch nicht zu fassen! Nach 18 (!) Siegen hintereinander und saisonübergreifend 44 Ligaspielen ohne Niederlage unterliegt der designierte englische Meister dem seit sechs Partien sieglosen Tabellen-Vorletzten!

Gary Neville, Klublegende von Liverpools Erzrivale Manchester United, entkorkte bei Twitter hämisch grinsend eine Champagnerflasche. Und auch beim FC Arsenal wurde gejubelt: Die "Invincibles" der Gunners bleiben die einzige Mannschaft seit Gründung der Premier League 1992, die eine komplette Saison ungeschlagen überstand (2003/04).

Ismaila Sarr (54. und 60.) und Troy Deeney (72.) trafen für den krassen Außenseiter, Klopp klagte: "Wir waren nicht gut genug. Du brichst Rekorde nicht, weil du es möchtest, sondern weil du auf jeden Schritt zu 100 Prozent fokussiert bist. In 500 Jahren wird keiner zurückblicken und sagen: Liverpool hat es 'fast' geschafft."

Hatte er es nach zuletzt dürftigen Leistungen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atletico Madrid (0:1) und gegen West Ham United (3:2) kommen sehen? "Nein", sagte der 52-Jährige, "aber es war immer klar, dass wir irgendwann verlieren würden. Jetzt ist es halt passiert."

Van Dijk: "Das ist inakzeptabel"

Abwehrboss Virgil van Dijk schimpfte: "Dass wir hier 0:3 verlieren, ist inakzeptabel." Klopp war dagegen tunlichst bemüht, der Pleite ihre Wucht zu nehmen.

"Wir glauben nicht, dass das die größte Katastrophe der Fußball-Geschichte ist", sagte er, "ich sehe es eher positiv: Jetzt können wir wieder frei Fußball spielen und müssen nicht mehr einem Rekord hinterherjagen."

Seine Mannschaft werde die Chance bekommen, "eine Reaktion zu zeigen - und das werden wir tun", ergänzte Klopp. Schon am Dienstag geht es beim FC Chelsea im Achtelfinale des FA Cup weiter, vier Tage später kommt in der Liga der AFC Bournemouth nach Liverpool.

Vier Siege brauchen die Reds noch aus den zehn verbliebenen Spielen, um den ersten Meistertitel seit 1990 klarzumachen. Wenn es soweit ist, dürfte Watford vergessen sein.

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