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Fussball

Deutsche Torhüter zu zaghaft für England?

Von Ruben Zimmermann
Gerhard Tremmel ist bei Swansea eine zuverlässige Nummer Zwei und kam über 25 Spiele
© getty

Gerhard Tremmel kritisiert die Verhältnisse im deutschen Profifußball. Den Spielern würde das Leben aktuell zu leicht gemacht, weshalb nur wenige im Ausland bestehen könnten.

Torhüter Gerhard Tremmel ist der Meinung, dass die Mehrheit der deutschen Torhüter zu zaghaft für die englische Premier League wäre. Der 34-Jährige glaubt, dass den meisten seiner Kollegen das körperbetonte Spiel zum Verhängnis werden würde. Auch er selbst musste sich an die Verhältnisse in der englischen Liga anpassen, als er 2011 zu Swansea City wechselte.

"Ich glaube, dass in der Premier League nicht viele Torhüter aus Deutschland bestehen können. Wir haben sehr gute Torhüter in Deutschland, talentierte wie erfahrene. Aber in England ist es mehr Männersport", erklärt Tremmel in einem Interview mir der "Bild" und fügt hinzu: "In Deutschland wird doch alles abgepfiffen, da darfst du den Torwart im Fünfmeterraum nicht mal anschauen. In England musst du bei jeder Ecke mit allem, was du hast, kämpfen."

Außerdem kritisiert der gebürtige Münchener, dass vielen talentierten Fußballern das Leben heutzutage zu leicht gemacht würde. Der deutsche Profi-Fußball werde aktuell "auf Rosen gebettet", kaum ein Spieler würde wirklich einmal schwere Zeiten erleben. "Vor Spielern, die auch mal ein Comeback hinlegen mussten, wie zum Beispiel René Adler, habe ich viel mehr Respekt als vor den Hochgejubelten, denen alles sehr einfach gemacht worden ist", so Tremmel.

"In England gilt: Je teurer, desto besser"

Er selbst habe sich nach seinem Wechsel auf die Insel beispielsweise zunächst einmal bei den Fans beweisen müssen. "Die Engländer sind es gewohnt, dass ein Spieler Geld kostet, wenn er kommt. Je mehr er kostet, desto besser ist der Spieler. Ich bin für lau gekommen. Da ist es auch völlig egal, dass du über 100 Bundesligaspiele hast", so Tremmel. Rückblickend habe ihm dieser schwerere Weg allerdings "unheimlich viel gebracht".

Vor seinem Wechsel in die Premier League absolvierte der mittlerweile 34-Jährige für Hannover 96, Hertha BSC, Energie Cottbus und die SpVgg Unterhaching insgesamt 125 Bundesligapartien. Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er in der abgelaufenen Spielzeit, als er mit Swansea den englischen Ligapokal gewann und sich damit für die kommende Europa-League-Spielzeit qualifizierte.

Gerhard Tremmel im Steckbrief

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