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Fussball

Sieben Insel-Exporte made in Germany

Von Fabian Swidrak
Deutsche Talente sind in der Premier League gefragt
© Getty

Samed Yesil

Geburtsdatum: 25.05.1994 (18)

Geburtsort: Düsseldorf

Aktueller Verein: FC Liverpool

Vertrag bis: 30.06.2016

Letzter Verein: Bayer 04 Leverkusen

Position: Zentraler Sturm

Den FC Liverpool plagen große Personalsorgen. Mit Luis Suarez steht derzeit nur ein gelernter Mittelstürmer zur Verfügung. Ein Deutscher hingegen könnte von der Situation profitieren.

Samed Yesil wechselte vor der Saison von Bayer Leverkusen an die Anfield Road. 1,3 Millionen Euro soll er den Engländern wert gewesen sein. Eine stolze Summe für einen Jugendspieler, der erst rund zehn Minuten in der Bundesliga auf dem Platz stand.

Aber warum ließ Leverkusen Yesil überhaupt ziehen? 19 Tore erzielte Yesil in 23 Spielen für die A-Jugend. 20 Mal schlug er in 21 Begegnungen für die U-17-Nationalmannschaft zu, wurde Vize-Weltmeister und Dritter bei der Europameisterschaft. Bei der EM war er der zweitbeste Torschütze aller Teams.

"Es war der Wunsch des Spielers, diese Chance zu ergreifen. Dem wollten wir nicht entgegenstehen", verteidigte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser den Transfer.

In Leverkusen hatte Yesil ohnehin einen schweren Stand. Im Bundesliga-Kader ohne Chance sich zu beweisen, war Yesil nicht einmal in der U 23 von Trainer Ralf Minge unumstrittener Stammspieler. Von fünf Partien der neuen Regionalliga-Saison stand er nur einmal über 90 Minuten auf dem Platz.

Samed Yesil im Porträt: Keine Awards, kein Stammplatz - aber viel Talent!

Ohne Perspektive in Leverkusen war ein Wechsel die logische Konsequenz. Eingefädelt hatte den Transfer Berater Reza Fazeli, der auch schon Mesut Özil bei Real und Nuri Sahin bei Liverpool unterbrachte. Sahin, mit dem sich Yesil gut versteht, ist von den Qualitäten des Stürmers überzeugt: "Samed weiß, wo das Tor ist", erklärte er dem "FC Liverpool Magazin". "Er kann das Tor riechen und das ist Qualität, die man nicht lernen kann."

Stephen Sama

Geburtsdatum: 05.03.1993 (19)

Geburtsort: Bamenda (Kamerun)

Aktueller Verein: FC Liverpool

Vertrag bis: 30.06.2014

Letzter Verein: Borussia Dortmund (U 17)

Position: Innenverteidigung

"Meine Art Fußball zu spielen passt gut nach England. Ich will einen Gegner dominieren und ihn nicht zur Entfaltung kommen lassen", sagte Stephen Sama bei seinem Wechsel von Dortmund nach Liverpool. 16 Jahre war der Innenverteidiger damals jung.

Zweieinhalb Jahre sind vergangen. Inzwischen ist Sama Stammspieler in der Reservemannschaft der Reds. Die Engländer schätzen vor allem seine Führungsqualitäten, die Torhüter fürchten sich vor seinem extrem harten Schuss.

Bisheriges Highlight seiner Karriere: Die Nordamerika-Tour mit der ersten Mannschaft in der Vorbereitung auf die laufende Saison. Dabei feierte er auch sein Debüt im Team der Profis. Gegen den FC Toronto spielte er die erste Halbzeit an der Seite von Jamie Carragher in der Innenverteidigung. Auch bei Einsätzen gegen den AS Rom und die Tottenham Hotspur wusste er zu überzeugen.

Dabei würde Sama immer noch für den BVB spielen, hätte es sein damaliger Klub gewollt. Bereits im März 2009 wurde der Berater des Deutsch-Kameruners vorstellig, um über einen neuen Vertrag zu sprechen. Damals gab es noch keinen Kontakt nach England. Doch als Anfang Juli kein Angebot des Ruhrpott-Klubs vorlag, nutzte der FC Liverpool die Gunst der Stunde.

Wirklich friedlich trennten sich die Wege von Sama und dem BVB nicht. Laut Sama soll BVB-Jugendleiter Peter Wazinski ihn nach Bekanntwerden des Kontaktes zu Liverpool unter Druck gesetzt und versucht haben, ihn gegen seinen Berater auszuspielen. Nach dem Wechsel sagte Wazinski, Samas Abgang sei sportlich kein Verlust für Borussia Dortmund.

Sama hat seinen Weggang aus Deutschland nicht bereut. Vor allem im Hinblick auf seine Einsatzchancen im Profikader: "Dortmund hat eine starke und vor allem sehr junge Innenverteidigung."

Auch in Liverpool ist die Konkurrenz groß. Bis zu seinem Vertragsende im Juni 2014 hat er aber noch Zeit, sich einen Platz im Team zu erkämpfen. Eine feste Trikotnummer (45) in der Premier-League-Mannschaft hat er schon.

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