Cookie-Einstellungen
Fussball

Englischer Trainer-Kandidat Redknapp verhört

SID

London - Harry Redknapp ist im Zusammenhang mit Korruptions- und Betrugsermittlungen im englischen Fußball verhört worden.

Der Teammanager des Premier-League-Clubs FC Portsmouth, der als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des englischen Nationaltrainers gilt, wurde mit vier anderen Männern von der Polizei stundenlang vernommen. Zeitgleich durchsuchten Fahnder zwölf Adressen. In der Nacht wurden Redknapp, Portsmouth-Geschäftsführer Peter Storrie und der frühere Vereinsbesitzer Milan Mandaric, dem heute der Zweitligist Leicester City gehört, wieder auf freien Fuß gesetzt.

"Wir haben der Polizei bei den Ermittlungen geholfen. Ich bin nicht direkt involviert, es geht um andere Leute", sagte Redknapp nach seiner Freilassung. Der FC Portsmouth unterstützte in einer Stellungnahme Trainer und Geschäftsführer. "Sie arbeiten vollkommen mit der Polizei zusammen", sagte ein Sprecher.

Verdacht auf Schmiergeldzahlungen bei Spielertransfers

Bei der Untersuchung ginge es um einen Vorgang von 2003. Die Polizei gab keine Stellungnahme ab. Hintergrund der Ermittlungen ist der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen bei Spielertransfers.

Redknapp gilt als die beste "englische Lösung" für die Nachfolge des in der Vorwoche fristlos entlassenen Nationalcoaches Steve McClaren, der nach dem blamablen EM-Aus der Three Lions seinen Hut nehmen musste. "Du müsstest fast ein Verräter sein, um den Job abzulehnen", signalisierte Redknapp zuletzt sein Interesse. Für den Posten sind unter anderem auch Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der frühere Startrainer des FC Chelsea, Jose Mourinho, im Gespräch.

Charlton-Profi auch verhört 

Verhört wurden zudem Mittelfeldakteur Andy Faye vom Zweitligisten Charlton Athletic und der Agent Willie McKay. Der Transfer des Senegalesen Faye von Portsmouth zu Newcastle United war einer von 17 Fällen, den der frühere Londoner Polizeichef Lord Stevens im Juni in einer halboffiziellen Untersuchung zum Thema Schmiergeldzahlungen im Fußball als problematisch bezeichnet hatte.

Die jüngsten Verhaftungen sind Teil von schon länger laufenden Ermittlungen. Im Juli durchsuchte die Polizei die Geschäftsräume von Newcastle United sowie des FC Portsmouth und der Glasgow Rangers. Im Mai und September waren bereits zwei Personen verhaftet worden.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung