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Fussball

Andrij Jarmolenko berichtet von Gespräch mit Anatolij Tymoschtschuk: "Verpiss dich"

Von SPOX

Andrij Jarmolenko (32) hat von einem Telefonat mit Anatolij Tymoschtschuk (43) berichtet, in dem sich die ehemaligen ukrainischen Nationalmannschaftskollegen gegenseitig beleidigten. Tymoschtschuk behielt trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine seinen Posten als Co-Trainer des russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg und äußerte sich nicht zum Konflikt.

"Ich schrieb ihm: 'Wie schläfst du nachts?', sagte Jarmolenko, der aktuell bei West Ham United unter Vertrag steht, in einem Interview mit dem russischen Blogger Jewgeni Sawin. "Er antwortete: 'Nicht so gut wie du.'" Daraufhin habe Tymoschtschuk Jarmolenko angerufen. "Ich sagte ihm, dass er ein Vorbild für mich war aber jetzt für mich nicht mehr existiere. Er sagte daraufhin: 'Verpiss dich'. Ich antwortete das Gleiche zurück und das war's."

Tymoschtschuk sei für Jarmolenko "immer ein Vorbild in Sachen Professionalität" gewesen: "Ich habe versucht, wie er zu sein. Aber mit dem Beginn der russischen Invasion der Ukraine drückte er in keiner Weise seine Position aus, unterstützte die Ukraine nicht. Das überraschte mich."

Der ukrainische Fußballverband hatte dem Rekordnationalspieler Tymoschtschuk bereits im März alle Ehrungen und Trainerlizenzen entzogen. "Zu der Zeit, während ein anderer Ex-Klub des Ukrainers, der FC Bayern München, Erklärungen veröffentlicht und Aktionen zur Unterstützung der Ukraine durchführt, schweigt er und arbeitet weiter für den Klub des Aggressors", teilte die Ethikkommission des Verbands damals mit. Tymoschtschuk spielte von 2009 bis 2012 für den FC Bayern München. Seit seinem Karriereende 2017 arbeitet er als Co-Trainer von Zenit St. Petersburg.

"Ich glaube, er hat Angst. Er weiß nicht, was ihm passieren kann, wenn er etwas sagt. Er hat eine Frau, Kinder, sie sind alle in Russland. Ich kann die Situation verstehen, aber Sie haben Freunde in der Ukraine, deren Angehörige im Sterben liegen", erklärte Jarmolenko. "Er könnte seine Familie mitnehmen und überall auf der Welt leben. Ich denke, er hat genug Geld verdient, um überall auf der Welt zu leben. Ich kann nicht verstehen, wie er damit leben soll."

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