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Fussball

CONCACAF-League-Einsatz mit 60: Altersrekord für Surinams Vize Brunswijk

SID

Surinams Vize-Staatspräsident Ronnie Brunswijk hat durch einen CONCACAF-League-Einsatz mit 60 Jahren einen Altersrekord aufgestellt.

Die Autokraten Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko inszenieren sich gerne als Eishockey-Cracks. Surinams schillernder Vize-Staatspräsident Ronnie Brunswijk hingegen ist ein Fußball-Narr - und hat mit 60 Jahren einen Rekord in seinem Lieblingssport aufgestellt.

Durch einen Einsatz für Inter Moengotapoe im Achtelfinale der CONCACAF-League - in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik das Gegenstück zur Europa League - avancierte Brunswijk mit 60 Jahren und 198 Tagen zum ältesten Spieler in einem internationalen Vereins-Wettbewerb. Bei der 0:6-Hinspielpleite gegen CD Olimpia (Honduras) gönnte Inters Besitzer sich einen 54-minütigen Gastauftritt zusammen mit Filius Damian und übernahm gleich die Kapitänsbinde.

Doch der bizarre Auftritt könnte für Brunswijk ein Nachspiel haben. Am Mittwoch teilte die CONCACAF mit, eine Untersuchung gegen den Politiker eingeleitet zu haben. In den Sozialen Netzwerken war ein Video aufgetaucht, in dem Brunswijk nach dem Abpfiff Geld an die Spieler von Gegner Olimpia verteilen soll.

Video: Brunswijk verteilt nach Spielende Geld in der Kabine

Als Anführer gefällt sich Brunswijk gut. Lange vor dem Bau von Inters Ronnie-Brunswijk-Stadion war der Geschäftsmann einst Chef der Leibgarde von Surinams Putsch-Präsident Desi Bouterse, stellte sich jedoch im Bürgerkrieg an der Spitze einer Guerilla-Einheit gegen Bouterses Militärdiktatur und übernahm nach Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse in der größten Oppositionspartei schnell den Vorsitz.

In dieser Rolle verhalf Brunswijk nach den Wahlen 2010 wendehalsig zunächst seinem früheren Erzfeind Bouterse zurück ins Präsidentenpalais. Vor Jahresfrist allerdings paktierte der Ex-Offizier mit Bouterse-Gegner und Wahlsieger Chandrikapersad Santokhi, stieg zum Parlamentspräsidenten und später zum zweiten Mann im Staat hinter Santokhi auf.

Außer als Präsidenten-Macher fiel Brunswijk als Fußballer auch wieder als Pistolero auf: Nach der Bedrohung eines Gegenspielers mit einem Revolver sperrte der Nationalverband den Hitzkopf 2005 für fünf Jahre - und hob die Strafe später "aus Mangel an Beweisen" wieder auf.

Für andere Verbrechen soll Brunswijk büßen. In Abwesenheit wurde Brunswijk wegen Drogenhandels 1999 in den Niederlanden zu acht Jahren und ein Jahr später in Frankreich sogar zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Deshalb wird Brunswijk seinen Altersrekord keinesfalls im Rückspiel ausbauen: Im Ausland droht die Festnahme durch Interpol.

 

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