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Fussball

Real Madrid - Toni Kroos im Interview: "Zidane sagte mir, dass das Beste noch kommt"

Von Mario Cortegana
Toni Kroos mit seinem ehemaligen Coach Zinedine Zidane

Kylian Mbappe, Eduardo Camavinga, die Toni Kroos Academy und ein besonderer Rat von Zinedine Zidane: Toni Kroos spricht Klartext. Der 31-Jährige gilt als Fußballer, der über den Tellerrand hinausschaut. So äußert er sich nicht nur im wöchentlichen Podcast "Einfach mal Luppen" mit seinem Bruder Felix auch zu allerlei Themen, die nicht den Sport betreffen. Kroos verfolgt vielfältige Projekte und hat vor einiger Zeit die Toni Kroos Academy ins Leben gerufen.

Im exklusiven Interview mit SPOX und Goal, das vor Real Madrids 1:2 in der Champions League gegen Sheriff Tiraspol geführt wurde, spricht der Weltmeister von 2014 daher über weit mehr als über sein Leben bei Real Madrid, sondern erklärt auch, was es mit der Academy, die es als App auf Spanisch, Englisch und Deutsch gibt, auf sich hat.

Außerdem äußert sich Kroos dazu, wieso er nicht Trainer werden will und verrät, welche Mitspieler bei Real Madrid außer ihm Fußballschuhe noch selbst putzen.

Herr Kroos, hat sich Ihr Trainer Carlo Ancelotti im Vergleich zu seiner ersten Amtszeit bei Real Madrid eigentlich groß verändert?

Toni Kroos: Ich hatte 2014 ein sehr gutes Verhältnis zu Carlo. Da ich bislang seit seiner Rückkehr noch nicht viele Spiele absolvieren konnte und nicht viele Gespräche geführt habe, kann ich das nicht genau beurteilen. Es gibt aber Unterschiede und ich kann bereits jetzt sagen, dass unser Verhältnis immer noch sehr gut ist.

Er hat Sie also damals nicht angerufen, als er zu Bayern ging?

Kroos: Nein, er wusste, dass ich in Madrid sehr glücklich bin. Und vielleicht wusste ich, dass wir uns eines Tages hier wiedersehen würden. (lacht)

Es wird in Madrid viel über Neuzugang Eduardo Camavinga gesprochen.

Kroos: Bislang hat er sich sehr gut geschlagen. Wegen meiner Verletzung (Kroos litt an einer Schambeinentzündung, die Red.) habe ich seine Fähigkeiten noch nicht so häufig im Training erlebt. Aber das, was wir bislang in den Spielen gesehen haben, ist sehr gut.

Im Mittelfeld ist auch Federico Valverde ein großes Thema. Stört Sie die Vorstellung eines Generationswechsels - weg vom Trio Casemiro-Kroos-Modric?

Kroos: Nein, das ist in Ordnung. Wir müssen nicht darüber reden, was wir im Laufe unserer Karrieren und auch in der letzten Saison gezeigt haben. Es gibt aber Unterschiede zwischen uns: Casemiro ist 29, Luka ist 36 und ich bin 31. Wir sind nach wie vor in der Lage, auf hohem Niveau zu spielen. Als ich 29 war und unter Zinedine Zidane zum dritten Mal die Champions League gewonnen hatte, sagte er zu mir, dass das Beste noch kommt. Und dass er seine beste Zeit als Spieler ab 30 oder 31 hatte. Ich denke, dass ich mit 31 immer noch sehr gut Fußball spielen kann.

Toni Kroos Akademie: "Ich bekam über 1000 Videos"

Haben Sie seit seinem Abschied mit Zidane gesprochen?

Kroos: Nein. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch, als er ging. Wir teilen dieselben Ansichten. Wie ich ihn kenne, wollte er etwas abschalten. Er nutzt die Zeit mit seiner Familie. Eines Tages werden wir sich wieder Kontakt haben, denn wir hatten schon immer ein gutes Verhältnis.

Es gibt viele Spekulationen um einen Wechsel von Kylian Mbappe. Erwarten Sie seine Verpflichtung?

Kroos: Im Sommer habe ich gesagt, dass ich gerne einen Spieler wie ihn hätte. Gleichzeitig haben wir auch ohne ihn eine gute Mannschaft. Mal sehen, was in der Zukunft passiert. Für mich ist es schwierig, das einzuschätzen, weil ich nicht derjenige bin, der darüber entscheidet. Wir wissen, dass Real ihn verpflichten wollte, es aber letztlich nicht geklappt hat. Meine Meinung für die Zukunft hat sich aber nicht geändert: Die besten Spieler müssen bei Real spielen und er ist sicherlich einer von ihnen.

Sie selbst konnten zuletzt wegen einer Verletzung nicht spielen. Stattdessen haben sie ihr neues Projekt - die Toni-Kroos-Akademie - vorangetrieben. Sie entstand aus der #ToniKroosChallenge, die Sie während der Pandemie auf den Weg gebracht haben. Richtig?

Kroos: Genau, die Idee kam während der Pandemie. Die Kinder konnten nirgendwo zum Fußball gehen. Also habe ich nach einer Alternative gesucht. Ich wollte ihnen ein wenig Freude bereiten. Da sie viele Stunden zu Hause verbringen und in den sozialen Netzwerken sehr aktiv sind, habe ich Online-Übungen vorgeschlagen. Ich bekam über 1000 Videos, das war unglaublich. Es bildete die Grundlage für das Projekt. Dann habe ich überlegt, was ich noch tun könnte. Durch die Veröffentlichung der App auf Englisch, Spanisch und Deutsch haben wir die ganze Welt erreicht. Ich wollte den Kindern etwas Professionelles beibringen, das in Spielen tatsächlich hilfreich sein könnte. Ich glaube wirklich, dass man ein besserer Spieler wird, wenn man die Übungen richtig macht und gut trainiert.

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