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Fussball

Xabi Alonso vor Wechsel zu Borussia Mönchengladbach: Trainer ist er schon immer

Xabi Alonso trainiert seit 2019 die Reservemannschaft von Real Sociedad San Sebastian.

Xabi Alonso (39) könnte im kommenden Sommer das Traineramt bei Borussia Mönchengladbach übernehmen. Dass der ehemalige Mittelfeldspieler irgendwann Trainer werden würde, ist eigentlich seit jeher klar. Seine ersten Stationen machen Hoffnung auf eine große zweite Karriere.

Den offiziellen Statistikbögen zufolge ist Xabi Alonso erst seit knapp drei Jahren Trainer, aber das stimmt so natürlich nicht: Tatsächlich ist er das nebenberuflich bereits seit seinem Premierenauftritt im Profifußball 2000. Der Irrtum liegt jedoch nahe, stand er zunächst nämlich nicht untätig hinter der Seitenlinie herum, sondern spielte gleichzeitig auch noch unverschämt gut selbst.

"Er handelt auf dem Feld schon genauso wie ein Trainer", sagte Jose Mourinho einst über Mittelfeldspieler Alonso, der sich seine Klubs - so scheint es zumindest - immer auch ein bisschen aufgrund des zur jeweiligen Zeit amtierenden Trainers aussuchte. Beim FC Liverpool arbeitete er mit Rafael Benitez zusammen, bei Real mit eben jenem Mourinho und außerdem mit Carlo Ancelotti und beim FC Bayern schließlich mit Pep Guardiola.

Die renommiertesten Trainer der Welt zogen Alonso förmlich an, oder war es doch umgekehrt? Fest steht, dass sie ihn alle zu ihrem verlängerten Arm auf dem Platz machten. Wobei, besser: verlängerten Kopf.

"Ich habe immer die Verantwortung übernommen, die Idee des Trainers der Mannschaft zu übermitteln", sagte Alonso 2017 dem Wall Street Journal. Das war kurz vor dem Ende seiner aktiven Karriere, die ihm alle wichtigen Titel eingebracht hatte. Mit der spanischen Nationalmannschaft wurde er Welt- und Europameister, mit Liverpool und Real holte er die Champions League und außerdem noch zahlreiche nationale Meistertitel und Pokale.

Xabi Alonsos erste Trainerstation bei Real Madrids U14

35 Jahre war Alonso zum Zeitpunkt seines Karriereendes alt und danach machte er als Erstes: Pause. Einen einjährigen Sommerurlaub, wie er später erzählte. Viel Zeit verbrachte er dabei mit seinen drei Kindern, ehe er sich bereit dazu fühlte, sich um einen ganzen Kinder-Kader zu kümmern. Im Sommer 2018 übernahm Alonso das Traineramt bei Reals U14 und, nun ja: Es hätte schlechter laufen können. Am Ende einer ungeschlagenen Saison standen der Meistertitel und ein Torverhältnis von 157:13.

Nebenher absolvierte Alonso alle erforderlichen Trainerkurse, gemeinsam übrigens mit seinen ehemaligen Kollegen aus der spanischen Nationalmannschaft Raul, Xavi, Victor Valdes und Joan Capdevila. Nach dem Erwerb der UEFA-Pro-Lizenz und dem U14-Titel wollte ihn Real angeblich zum U19-Trainer machen, doch stattdessen kehrte er zurück zu seinem Heimatklub Real Sociedad San Sebastian.

Xabi Alonsos San Sebastian B ist aktuell Tabellenführer

Alonso wurde Trainer der drittklassigen Reservemannschaft, die er auf dem Weg zu seiner Weltkarriere rund 20 Jahre früher selbst passiert hatte. Damals als Spieler war er schon ein bisschen Trainer und heute als Trainer ist er immer noch ein bisschen Spieler. "Er hat sein Talent nicht verloren und macht gerne bei den Übungen mit", erzählt Roberto Lopez. "Er bringt uns das Spiel so bei, als würde er noch selbst spielen."

In Alonsos erster Saison bei Real Sociedad B spielte Lopez (20) in einem auf Ballbesitz orientierten 4-2-3-1-System meist als Zehner vor dem Sechser Martin Zubimendi (22). Mit ihrer Mannschaft verpassten die beiden den Aufstieg in die Zweitklassigkeit zwar knapp, wurden stattdessen aber immerhin zu den hauseigenen Profis befördert. Zubimendi ist dort mittlerweile Stammspieler und auch Lopez kam bereits zu einigen Einsätzen.

Ihre Nachfolger in Alonsos aktueller Mannschaft um den angeblich hochgradig talentierten spanischen U19-Nationalspieler Robert Navarro (18) eilen unterdessen von Sieg zu Sieg. Aktuell führt Real Sociedad B die mehrgleisige dritte Liga an. Ein Aufstieg wäre eine ziemlich beachtliche Leistung, befindet sich doch aktuell keine einzige Reservemannschaft eines Primera-Division-Klubs in der zweiten Liga.

Karl-Heinz Rummenigge hält viel von Xabi Alonso

Mit einem Zweitliga-Aufstieg begann einst übrigens auch die Trainerkarriere von Barcelonas Ikone und Alonsos spirituellem Spielmacher-Vorgänger in der spanischen Nationalmannschaft Pep Guardiola, unter dem er beim FC Bayern seine zwei letzten Jahre als Aktiver verbrachte. Nach München gewechselt war Alonso nach eigener Auskunft auch deshalb, weil er "Guardiolas Geheimnisse" herausfinden wollte. Bereits damals wusste Alonso, dass er irgendwann hauptberuflich Trainer werden würde - und Guardiola wusste es auch: "Auf jeden Fall."

Während seiner nun fast drei Jahre mit den Talenten von Real und San Sebastian hatte Alonso schon einige verheißungsvolle Posten in Aussicht: Guardiola wollte ihn als Co-Trainer zu Manchester City holen, Julian Nagelsmann zu RB Leipzig und bei Real Madrid und dem FC Bayern war er sogar als Cheftrainer im Gespräch. Die Frage nach einem Engagement im Profibereich lautete nie: ob? Sondern stets: wann?

"Meiner Meinung nach müssen wir uns bemühen, dass er irgendwann nach München zurückkehrt", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge 2019 und adelte Alonso als "klügsten und besten Strategen", den es in seinem Klub je gegeben habe. Mit seinem angeblich im Sommer bevorstehenden Wechsel zu Borussia Mönchengladbach würde Alonso immerhin schon mal nach Deutschland zurückkehren.

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