Fussball

Nach Rassismus in EM-Quali: FIFA-Präsident Infantino für weltweites Stadionverbot

SID
Szenen, die nachdenklich stimmen: Bulgarische Zuschauer zeigen während des EM-Quali-Spiels gegen England den Hitlergruß.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich nach dem Rassismus-Eklat beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England (0:6) für ein weltweites Stadionverbot für die Täter ausgesprochen.

"Wir dürfen rassistische Menschen nicht gewinnen lassen, der Fußball muss weitergehen und wir müssen diese Menschen bestrafen", sagte Infantino in Dhaka/Bangladesch.

Die Täter müssten festgenommen, aus den Stadien vertrieben und nicht mehr zurückkehren dürfen, sagte der 49-Jährige und forderte: "Es müssen Gerichtsverfahren gegen sie eingeleitet werden." Wenn Zuschauer ein Stadionverbot erhielten, werde die Sanktion von der FIFA "auf die ganze Welt ausgedehnt", versicherte Infantino. Zudem sprach er sich dafür aus, das Spiel "zu beenden, wenn sich rassistische Akte gegen Fußballer richten."

Rassismus-Skandal in Bulgarien: Neun Verdächtige identifiziert

Durch Bilder von Überwachungskameras im Stadion von Sofia hat die Polizei bislang neun Verdächtige identifiziert, sechs von ihnen waren am Mittwoch festgenommen worden. Ein 18-jähriger Bulgare wurde wegen "schweren Hooliganismus" angeklagt. Wie die Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die örtliche Staatsanwaltschaft berichtet, wurden vier weitere Personen mit Geldstrafen und Stadionverboten belegt.

Die Begegnung stand wegen der Vorfälle mehrmals vor dem Abbruch. Englands Stars mussten Affenlaute, höhnische Gesänge und sogar den Hitlergruß erdulden. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ein Disziplinarverfahren gegen die Bulgaren eröffnet. Verbandspräsident Boris Michailow war im Zuge des Skandals zurückgetreten.

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