Fussball

Zlatan Ibrahimovics unklare Zukunft: Es bleiben wohl drei Optionen

Von Philipp Schmidt
Seit März 2018 läuft Zlatan Ibrahimovic für Los Angeles Galaxy auf.

Am Mittwoch hat Zlatan Ibrahimovic mit einem Post in den sozialen Medien für Aufregung gesorgt. Demnach stehe eine Rückkehr nach Spanien unmittelbar bevor. Doch was steckt wirklich hinter der mysteriösen Nachricht und wo könnte die Zukunft der schwedischen Legende liegen?

Lediglich sieben Worte in Spanisch und Englisch hat Ibrahimovic, (Noch-)Stürmer von Los Angeles Galaxy, benötigt, um auf der anderen Seite des Atlantiks für Aufruhr zu sorgen: "Hallo Spanien. Wisst Ihr was? Ich komme zurück", sagte der 38-Jährige in einem Video in seiner Instagram-Story, während er vor einer schwarzen Leinwand stand.

Aufgrund dessen gingen viele davon aus, dass Spanien die nächste Destination von Zlatan sei, wo er bereits von 2009 bis 2010 für den FC Barcelona gespielt hat, aber unter Trainer Pep Guardiola nie glücklich wurde. Spekulationen schossen schlagartig aus dem Boden, wie es bei Schlagzeilen zu Ibrahimovic eben so ist. Dies ging sogar so weit, dass im spanischen Wikipedia-Artikel von Zlatan zu lesen war, er sei bereits ein Spieler von Real Saragossa.

Zieht es den Schweden also wirklich zum zweiten Mal auf die iberische Halbinsel? Wohl eher nicht. Wie spanischen Medien berichten, stecke der schwedische Sportwetten-Anbieter Bethard hinter dem Video. Bethard wolle demnach den ausländischen Markt erschließen und sein Engagement nach Spanien ausdehnen. Ein besseres Gesicht als Ibrahimovic, der seit über einem Jahr mit dem Anbieter zusammenarbeitet, kann man sich schließlich kaum vorstellen.

Da die Ankündigung mit einem möglichen Wechsel in LaLiga wohl nichts zu tun hat, stellt sich also weiterhin die Frage: Welche Optionen bleiben für die Tormaschine?

Ibrahimovic: Option 1 - Zlatan bleibt bei L.A. Galaxy in der MLS

Tore per Karatekick oder aus dem Stand, provokante Äußerungen gegenüber der Presse - wie bei seinen vorherigen Stationen sorgt(e) Zlatan auch in den USA auf und neben dem Platz für Spektakel und Aufsehen.

Während die individuellen Statistiken wie so oft in seiner Karriere stimmen - nach 22 Toren in seiner Debütsaison traf Ibrahimovic in der gerade beendeten Spielzeit sogar 31 Mal - ließen Mannschaftserfolge mit Galaxy bisher auf sich warten. In der Saison 2018 verpassten die Kalifornier die Playoffs, ein Jahr später war im Viertelfinale gegen den Stadtrivalen Los Angeles FC nach einem turbulenten 3:5 Schluss.

"Der fünfte Schiedsrichter ist dafür da, das Spiel zu kontrollieren. Aber wenn er Kaffee mit Magic Johnson trinkt, ist es schwierig, das Spiel zu spielen", sagte Ibrahimovic und bezog sich auf eine strittige Abseitsentscheidung.

Während das Ausscheiden jedoch recht schnell wieder in Vergessenheit geriet, war dies mit Ibrahimovics Bemerkungen zur Major League Soccer anders: "Ich will nicht respektlos sein, aber das hier ist wie Training für mich." Trainiert er trotz auslaufenden Vertrages im Dezember weiter in der MLS? "Wenn ich bleibe, ist es gut für die MLS, weil dann die ganze Welt zuschaut. Wenn ich nicht bleibe, wird sich niemand daran erinnern, was die MLS überhaupt ist."

Tendenz: Ein Wechsel innerhalb der MLS scheint ausgeschlossen, auch ein Verbleib in Los Angeles dürfte unwahrscheinlich sein.

Ibrahimovic: Option 2 - Zlatan wechselt in die Serie A

Deutlich handfester als der Werbegag bezüglich eines Spanien-Wechsels sind da schon die Gerüchte um eine Rückkehr nach Italien, wo Ibrahimovic bereits für drei Vereine spielte. Mit Juve, Inter und dem AC Milan holte er den Scudetto, ehe er seine fußballerische Reise im Jahr 2011 bei Paris Saint-Germain fortsetzte.

"Italien ist meine zweite Heimat und ich kann mir gut vorstellen, in die Serie A zurückzukommen. Aber nur, wenn sich das Projekt lohnt. Ich bin kein Tier, das man im Zoo besucht. Ich kann immer noch den Unterschied ausmachen und um den Scudetto kämpfen", zeigte sich der Angreifer einem Wechsel nach Italien gegenüber zuletzt nicht abgeneigt.

Neapels Präsident Aurelio de Laurentiis hat sich in die Pole Position gebracht, was eine mögliche Verpflichtung angeht. "Er ist ein Freund. Ein mögliches Engagement ist mehr als ein Vorschlag. Es hängt an ihm", sagte er der Gazzetta dello Sport. Und Ibrahimovic? Auch er hat nur Lob für Neapel übrig: "Ich habe gerade die Dokumentation über Maradona gesehen. Die Liebe, die dir Neapel gibt, ist etwas, das mich zu diesem Verein ziehen würde."

Als weiterer Interessent aus der Serie A wird der FC Bologna gehandelt, der in Person von Sinisa Mihajlovic einen Trainer hat, der bereits von 2006 bis 2008 mit dem Schweden bei Inter zusammenarbeitete. Am Telefon soll er seinem ehemaligen Schützling bereits vorgeschlagen haben: "Warum kommst du nicht und spielst für mich? Die anderen würden für dich laufen und du sollst einfach nur den Ball ins Tor schießen."

Auch wenn die Beziehung zwischen Ibrahimovic und Mihajlovic eng ist, verfügt Bologna anders als Napoli nicht über das Prädikat, ein Spitzenteam zu sein, mit dem Zlatan Titel gewinnen kann. Zurzeit steht der FC mit zwölf Punkten auf Platz neun der Serie A.

Zlatan Ibrahimovic: Statistiken bei Galaxy, Inter, PSG und Co.

VereinZeitraumSpieleToreVorlagenMinuten
Los Angeles Galaxy03/2018 - 12/20195853154.933
Manchester United07/2016 - 03/20185329104.034
Paris Saint-Germain07/2012 - 06/20161801566115.060
AC Milan08/2010 - 07/20128556247.171
FC Barcelona07/2009 - 08/20104622133.334
Inter Mailand08/2006 - 07/200911766309.712
Juventus Turin08/2004 - 08/2006922676.867
Ajax Amsterdam07/2001 - 08/200411048157.191

Ibrahimovic: Option 3 - Zlatan kehrt nach Schweden zurück

Entscheidet sich Zlatan gegen Fußball auf allerhöchstem Niveau, ist eine direkte Rückkehr nach Schweden eine Option. Bereits im vergangenen Jahr hat Ibrahimovic angedeutet, dass er gerne seine Karriere in Malmö - er wurde im Stadtteil Rosengard geboren - beenden würde. "Ich habe keine Türen geschlossen. Es gibt einen Titel, der mir immer noch fehlt", sagte er in einem Podcast des schwedischen Journalisten Alex Schulman.

Für Ibrahimovic, der seine Nationalmannschaftskarriere 2016 nach 116 Länderspielen (62 Tore) beendet hat, kommt in Schweden nur ein Verein infrage: "Nur MFF. Und MFF wird die Meisterschaft gewinnen. Ich habe ein Angebot bekommen, sie wollen mich zurück und wollen, dass ich meine Karriere dort beende."

Er schloss sich im Alter von 14 Jahren Malmö FF an, durchlief die U17 und die U19 und erhielt 1999 seinen ersten Profivertrag. Nach dem Abstieg aus der Allsvenskan folgte der sofortige Wiederaufstieg, ehe Ibrahimovic im Sommer 2001 zu Ajax wechselte - nach 40 Spielen und sechs Toren für Malmö.

Während Zlatan in Spanien, Italien, den Niederlanden und Frankreich Titel am laufenden Band gewann, fehlt ein schwedischer in seiner Vita. Dass er in Malmö der Volksheld schlechthin ist, steht fest. Als Ibrahimovic vor wenigen Wochen eine überdimensionale Bronze-Statue von sich einweihte, strömten die Massen auf Malmös Straßen und feierten ihr Idol. Dieses gab kurzerhand allen Schülern der Stadt eigenmächtig schulfrei und verkündete gewohnt bescheiden: "Manche Spieler kriegen Trophäen, einige andere kriegen Statuen. Und einige kriegen beides."

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