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Fussball

Eine ganze Ladung "unnötiger Scheiß"

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald / Dominik Stenzel
Keine Bildunterschrift. Aus Gründen.

Premier League

Von Dominik Stenzel

Kritik des Spieltags: Loris Karius' Patzer im Vitality Stadium zu Bournemouth ist mittlerweile schon über eine Woche alt. Allerdings beschäftigt der Lapsus noch immer die Gemüter auf der Insel. Bournemouths Steve Cook hatte im Anschluss in einem Radiointerview wenig einfühlsam zugegeben, dass die Cherries den deutschen Keeper als Schwachpunkt der Reds ausgemacht hatten. Von Jürgen Klopp gab es dafür einen ordentlichen Rüffel. The Normal One stellte sich schützend vor seinen Keeper ("eines der schlimmsten Dinge, die ich je in meinem Leben gehört habe") und forderte von Cook etwas mehr Respekt ein. Doch damit nicht genug. Auch Englands Experten-Elite stürzte sich auf Liverpools neue Number One. Allen voran Kop-Hero Jamie Carragher und United-Legende Gary Neville. Dass die beiden einer Meinung sind, kommt bekanntermaßen selten genug vor. In der Causa Karius war es doch mal wieder so weit: Der Deutsche sei bisher alles andere als eine Verstärkung und müsse sich gehörig steigern.

Die etwas harsche Kritik wollte der Gescholtene nicht auf sich sitzen lassen. Da kam es gerade recht, dass ein Interview mit der Daily Mail anstand. Die Niederlage nahm der Deutsche bei dieser Gelegenheit auf seine Kappe, jedoch stichelte er auch ordentlich gegen die beiden Ex-Nationalspieler. Carraghers Worte seien noch zu akzeptieren - schließlich sei er als Liverpool-Fan direkt nach dem Spiel frustriert gewesen. Was Gary Neville sagt, interessiere ihn jedoch überhaupt nicht. "Er ist immer sehr kritisch. Ich glaube, er macht das mit jedem", sagte er dem Boulevardblatt. Dazu kam der dezente Hinweis, dass der ehemalige Red Devil ja vor kurzem erst als Trainer gescheitert sei. Das kam bei den beiden Sky-Pundits natürlich weniger gut an. Neville entschuldigte sich in einem sarkastischen Instagram-Post bei Karius, Carragher hatte in der Halbzeit der Partie gegen West Ham das (vorerst) letzte Wort. "Er teilt gegen Gary aus, mich erwähnt er auch noch. Wieso ist er nicht einfach still und macht seinen Job?" Zuvor hatte Karius beim ersten Gegentreffer erneut eine krumme Figur abgegeben.

Herzlosigkeit des Spieltags: Rund um die Weihnachtszeit sind die Kicker auf der Insel wahrlich nicht zu beneiden. Ein Matchday jagt den nächsten - sogar am Boxing Day werden traditionell die Fußballschuhe geschnürt. Besinnliche Tage im Kreise der Liebsten oder ausgiebige Weihnachtsessen sind daher schlichtweg nicht drin. Um den Spielern entgegen zu kommen, trainieren die meisten Teams daher am Christmas Day bereits in aller Früh. So können die Spieler wenigstens den restlichen Tag mit ihren Familien verbringen, bevor es am Boxing Day dann zur Sache geht. Bei Manchester United ist das dieses Jahr jedoch anders. Jose Mourinho hat Weihnachten für sein Team quasi gestrichen. The Heartless One erwartet seine Truppe am Christmas Day nachmittags pünktlich um halb fünf zur Übungseinheit. Und zwar im Old Trafford, nicht wie sonst üblich in Carrington. Damit ist auch für mehrere Angestellte der freie Tag Geschichte. "Jeder ist hier deswegen wirklich angepisst. Von so etwas hat man hier nicht einmal unter Fergie gehört", erzählte eine anonyme Quelle der Sun.

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Anything Else? Neun Siege in den vergangenen neun Spielen - Chelsea pflügt regelrecht durch die Liga. Auf dem Platz scheint die Blues momentan nichts und niemand aufhalten zu können. Dennoch droht Ungemach: Laut Medienberichten könnten den Londonern von Seiten der FA Punkte abgezogen werden, weil sich die Mannschaft gegen Manchester City zum wiederholten Male daneben benommen habe (wir erinnern uns an die unrühmliche Nachspielzeit). Da es bereits zuvor mehrere Zwischenfälle gab, hatte der Verband Chelsea im Juli gewarnt, dass ein Punktabzug langsam aber sicher die "einzige angemessene Strafe" wäre. Geldstrafen würden schließlich nicht den gewünschten Lerneffekt bewirken. Angesprochen auf den möglichen Punktabzug, konnte Trainer Antonio Conte übrigens nur herzhaft lachen. "Machst du Witze? Machst du Witze?" fragte er den Reporter. Am Vorfall in Manchester seien schließlich nicht seine Jungs Schuld gewesen. Da ist wohl was dran.

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