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Fussball

The Humiliated One und der ewige Lineker

Von Oliver Birkner / Dominik Stenzel / Adrian Fink
Manchester United hat gegen den FC Chelsea verloren

Premier League

von Dominik Stenzel

Demütigung des Spieltags: Seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte hatte sich Jose Mourinho mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Mit der deftigsten Pleite seiner Premier-League-Karriere und der zweithöchsten Niederlage seiner Trainerlaufbahn überhaupt (zu seiner Real-Zeit gab es mal von Barcelona 5:0 auf die Socken) ging es für ihn und seine Millionentruppe am Sonntagabend zurück nach Manchester. Zuvor teilte der launische Portugiese aber noch in gewohnter Manier aus. Besonders der ausgiebige Jubel von Chelsea-Coach Antonio Conte missfiel Mourinho. "Das ist nur meine Meinung, aber tu das nicht, wenn es 4:0 steht. Beim 1:0 ist es in Ordnung, aber bei einem 4:0 ist es eine Demütigung", flüsterte The Humiliated One seinem Gegenüber nach der Partie in sauberem Italienisch zu. Auf der anschließenden Pressekonferenz gab er sich dann zerknirscht und wortkarg - man konnte regelrecht spüren wie tief der Stachel nach der Demontage sitzt. Ganz anders ist die Gefühlslage bei seinem Ex-Klub: Noch vor kurzem versuchten die Medien krampfhaft eine Krise bei den Blues herbeizuschreiben - sogar über einen baldigen Abschied von Trainer Conte wurde spekuliert. Rund drei Wochen und drei überzeugende Siege später ist jedoch wieder alles in Butter an der Stamford Bridge. Naja, zumindest fast alles. Denn mit der Reaktion der eigenen Fans war Conte am Sonntag nicht wirklich einverstanden. Trotz des fulminanten Auftritts seiner Mannschaft erinnerte ihn das Publikum - wie so oft im Westen Londons - wohl eher an eine Opernkulisse: "Wir führen 4:0 und dennoch herrscht Ruhe auf den Rängen. Ich wollte, dass sie ihrer Mannschaft heute applaudieren, denn sie haben es sich heute wirklich verdient", stellte er etwas zerknirscht fest. Dabei haben ausgerechnet die Fans wohl entscheidenden Anteil am klaren Erfolg: Schließlich haben sie bereits vor der Partie dafür gesorgt, dass Mourinho seinen Bus dieses Mal auch wirklich außerhalb des Stadions parkt.

Schlagzeile des Spieltags: Gary Lineker ist bekanntlich twittersüchtig. Schon vor rund drei Jahren gab der wohl fairste Fußballspieler aller Zeiten zu, dass der Kurznachrichtendienst einen zu großen Platz in seinem Leben einnehme und er seine Aktivitäten auf der Plattform daher einstellen wolle. Nach nur wenigen Tagen Abstinenz haute Lineker jedoch schon wieder in die Tasten und unterhält seine rund 5,3 Millionen Follower seitdem wieder mit nicht selten Tweets. Auch vor politischen Themen macht der TV-Moderator nicht halt: In der vergangenen Woche kritisierte er den Umgang der britischen Regierung mit den minderjährigen Flüchtlingen von Calais. Fast schon erwartungsgemäß erhielt er dafür sowohl Zustimmung, als auch eine Menge Gegenwind. Bei der Sun landete er aufgrund dieses Tweets jedoch gleich auf der Titelseite. In gewohnt reißerischer Manier forderte das Boulevardblatt die BBC auf, Lineker als Match-of-the-Day-Moderator unverzüglich freizustellen. Schließlich sei es nicht tragbar, dass sich ein ehemaliger Fußballer in derartige Themen einmische und dazu auch noch Unwahrheiten verbreite. Die Forderung der größten britischen Tageszeitung erwies sich letztendlich als Bumerang: Nach kurzer Zeit etablierte sich der Hashtag #TeamLineker - der Ex-Nationalspieler erhielt jede Menge prominente Unterstützung. Der allgemeine Konsens: Sport und Politik solle man grundsätzlich trennen und man wird ja wohl noch seine Meinung äußern dürfen. Lineker selbst blieb übrigens gewohnt cool und ließ - natürlich via Twitter - verlauten, dass er sich bereits freue, am Wochenende endlich wieder Match oft he Day zu moderieren.

Anything Else? Peter Crouch befindet sich bei Stoke City mittlerweile auf dem absteigenden Ast. Gerade einmal mickrige 107 Minuten durfte der 35-jährige Oldie in dieser Saison ran. Da bleibt dann natürlich viel Zeit für die sozialen Medien und anderen Kram. Ein frustrierter FIFA-Zocker beschwerte sich bei Twitter kürzlich doch recht drastisch über Crouchs Leistungen in der neuesten Version des Videospiels. Die Antwort des Stürmerschlacks ließ nicht lange auf sich warten und war durchaus brilliant: "Schön zu sehen, dass ich wenigstens irgendwo noch zum Zug komme." Seinen Humor hat der ehemalige Nationalspieler also zum Glück nicht verloren.

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