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Fussball

"Knie? Hätte Lewy alles gebrochen"

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Uuuuuuuund drin: Mit Clint Tacconis im Tor wäre Juve jetzt im Viertelfinale und Lewy im Krankenhaus
© getty

Primera Divison

Von Frank Oschwald

Unterhose des Spieltags: Seit Samstagabend ist die komplette Redaktion in einem tiefen Loch. Monate-, ach, jahrelang haben wir uns auf DAS Spiel des Jahres gefreut. Und jetzt soll alles irgendwie vorbei sein? El Clasico - einfach vorbei!? Verwirrte Redakteure sitzen wippend auf ihrem Stuhl und wissen nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Gott sei Dank beglückte uns nach dem Spiel das Team von Real mit einem Foto direkt aus der Kabine...wir kennen ja diese fürchterlichen Bilder. Dort sind meist halbnackte und verschwitzte Männer zu sehen, die mit Testosteron vollgepumpt durch die Gegend jubeln. Was bei diesem Bild allerdings besonders fies war: Irgendein gemeiner Real-Schlingel hat den eigentlich schüchternen Ronaldo vor die Kamera gezerrt. Dabei hatte der doch nur eine Unterhose an. Sonst nichts. Das wird ihm nun sicherlich extrem peinlich sein. Wir hoffen nur, dass ihm die Teamkollegen rechtzeitig Bescheid gegeben haben, dass er nach dem Bild auch wieder Luft holen kann.

Als Barca-Fan mag man jetzt sagen: Schon toll, liebes Real. Hui, supi, Glückwunsch zum Sieg, wir haben trotzdem noch sieben Punkte Vorsprung. La Liga gewinnen wir sowieso, da braucht ihr jetzt gar nicht so einen Terz machen. Das sah auch die Sport so - das Hausblatt der Katalanen. Zumindest nach dem Spiel. Man postete das Kabinen-Bild von Real und schrieb dazu: "Real feiert den Clasico-Triumph, als wäre es ein Titel". Das kann man ja durchaus so sehen. Doof nur, dass die Zeitung noch einige Tage zuvor mit großen Lettern in ihrer Printausgabe auf dem Cover titelte: "Der Clasico ist wie ein zusätzlicher Titel".

Plage des Spieltags: Was fällt diesem Lionel Messi eigentlich ein? Ist er denn von allen guten Geistern verlassen? Im Interview mit einem ägyptischen Fernsehsender zog der Argentinier den Groll einer ganzen Nation auf sich. Noch nie sei man "in den vergangenen 7.000 Jahren so dermaßen gedemütigt worden", meinte Politiker Said Hasasin. 7.000 Jahre? Das ist dann jetzt doch eine lange Zeit. Die These? Na ja, zumindest gewagt. Schließlich fallen in diesen Zeitraum laut übereinstimmenden Medienberichten und Presseberichten der Bibel auch die zehn Plagen.

Aber das ist ja wieder eine andere Geschichte. Doch was hat der kleine und so dropsig aussehende Argentinier denn eigentlich angestellt? Er gab der Moderatorin, Achtung, seine Schuhe, um die dann für einen wohltätigen Zweck zu versteigern. Was fällt ihm ein? Politiker Hasasin meinte dazu: "Ich werde dich mit meinem Schuh schlagen, Messi." Was der Argentinier nicht wissen konnte: In der arabischen Welt gilt der Schuh als dreckiges Kleidungsstück. Die Spende war somit eine heftige Beleidigung.

Algo mas? Die heutigen Medien tendieren ja dazu, aus jedem noch so bizarren Thema eine Meldung zu machen. Kurzes Quiz, um dies zu verdeutlichen. Raten Sie bitte, welche der folgenden Meldung tatsächlich zuletzt erschien. Sprach (A) Luis Suarez über seine Pinkel-Angewohnheiten, (B) Andres Iniesta über ein Frühstücksei oder (C) Gerard Pique über seine Morgenlatte. Ding Dong Ding Dong Ding Dong Ding Dong - die Zeit ist um. Die Antwort? "Das ist ein Thema der Hygiene für mich, denn ich habe zwei Kinder. Ich will nicht, dass es spritzt oder was auf den Boden geht, deswegen pinkele ich im Sitzen. Die Kinder spielen überall und ich will nicht, dass sie krank werden." Es ist so geil, dass wir aktuell leben dürfen und solche News bekommen.

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