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Fussball

Blatter: Beckenbauer-Version "absurd"

SID
Joseph Blatter äußerte sich kritisch zu den Aussagen von Franz Beckenbauer
© getty

In der WM-Affäre beim DFB gerät Franz Beckenbauer wieder verstärkt unter Druck. Der suspendierte Weltverbands-Boss Joseph S. Blatter bezeichnete wiederholte Darstellungen des WM-Chefs von 2006 im Zusammenhang mit einer ersten angeblichen Millionen-Zahlung an die FIFA im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel als "absurd".

Beckenbauer hatte Ende November die ominöse Überweisung der WM-Macher von 6,7 Millionen Euro an die FIFA aus dem Jahr 2005 mit fragwürdigen Begleitumständen eines drei Jahre zuvor vereinbarten Deals begründet: Die FIFA-Finanzkommission soll 2002 für einen späteren Organisationszuschuss von 250 Millionen Schweizer Franken eine Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken (6,7 Millionen Euro) verlangt haben.

Außer Beckenbauer hatten zuvor auch der inzwischen zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und weitere Mitglieder des WM-Organisationskomitees die FIFA-Forderung als Voraussetzung für den Millionen-Zuschuss genannt.

Blatter verwies diese Beschreibungen jedoch ungeachtet seines zweifelhaften Leumunds ins Reich der Fabeln. Der Zuschuss für die deutschen WM-Macher sei "an keinerlei Bedingungen durch die FIFA geknüpft" gewesen, sagte Blatter dem Spiegel: "Geld zu bezahlen, um Geld zu bekommen? Nein. So was gibt es bei der FIFA nicht."

Blatter will kämpfen

Sollte Blatter von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes in der kommenden Woche verurteilt werden, wird er alle juristischen Mittel gegen das Urteil ausschöpfen. "Selbstverständlich", antwortete Blatter auf eine Frage im Spiegel-Interview, ob er bei einer Verurteilung vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen würde: "Ich werde durch alle juristischen Etappen gehen. Ich werde kämpfen."

Blatter sieht sich weiterhin als Opfer einer "Hexenjagd". Er habe nie Geld genommen, das er nicht verdient habe, so der 79-Jährige: "Trotzdem werde ich vorverurteilt. Das ist Inquisition. Das ist böse. Fast hätte man mich damit umgebracht." Seine 90-Tage-Sperre für alle Funktionen im Fußball kann Blatter weiterhin nicht nachvollziehen. "Was mit mir passiert, ist falsch. Man kann im Fußball Spieler, Trainer, Schiedsrichter suspendieren, aber doch nicht den Präsidenten der FIFA. Das geht nicht", sagte Blatter.

Blatter will nichts gewusst haben

Der Weltverband hatte bereits Ende Oktober - zwei Wochen nach Blatters Suspendierung wegen Korruptionsverdachts - die Schilderungen der WM-Funktionäre als falsch zurückgewiesen. Blatter behauptet im Zusammenhang mit dem Kampf um seine persönliche Rehabilitierung außerdem mit begrenzter Glaubwürdigkeit beharrlich, zu keiner Zeit von korrupten Vorgängen in der FIFA-Spitze Kenntnis gehabt zu haben.

Im Mittelpunkt der WM-Affäre stehen die Zahlung von 2005 und die weiter unbekannten Gründe für den Millionen-Transfer. Dazu ermittelt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Niersbach, seinen Vorgänger Theo Zwanziger und den früheren WM-OK-Vizepräsidenten Horst R. Schmidt wegen Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Beim DFB läuft parallel dazu eine interne Aufklärung durch die Wirtschaftskanzlei Freshfields.

Laut Erklärungen der drei beschuldigten Funktionäre soll durch die Zahlung von 2005 auf Umwegen über die FIFA ein Darlehen des früheren adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus getilgt worden sein. Der Franzose habe den WM-Organisatoren 2002 gegen einen persönlichen Schuldschein von Beckenbauer den Kredit aufgrund einer Forderung der FIFA-Finanzkommission zur Absicherung des FIFA-Organisationszuschusses gewährt. Beckenbauer hat von dieser Version bislang lediglich die Forderung der FIFA bestätigt.

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