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Fussball

Alle sind hübsch - bis auf Co-Trainer Tassotti

SID
Seine Nase ist Silvio Berlusconi ein Dorn im Auge: Mauro Tassotti
© Getty

Ganz Europa ist in Party-Laune: Milan-Patron Berlusconi feiert bereits die Meisterschaft und lästert ausgiebig über die Nase von Co-Trainer Tassotti. Auch für Real-Trainer Jose Mourinho sollten die 150 ungeschlagenen Heimspiele in Serie Grund genug für eine ordentliche Sause sein. Nur Richard Dunne und James Collins von Aston Villa brauchen keinen Grund zum Feiern, sie trinken trotzdem kräftig über den Durst.

Dies und mehr wie immer montags in den Blitzlichtern aus Europa - zusammengetragen von unseren Korrespondenten vor Ort.

Serie A

von Oliver Birkner

Berlusconi ledert los: Für den AC Milan ging die Woche in Saus und Braus zu Ende. Nicht im sportlichen Sinne, denn dem Aus in der Champions League folgte ein 1:1 gegen den Tabellenletzten Bari inklusive Tätlichkeit von Zlatan Ibrahimovic, der vom Platz flog.

Ibra hatte zuvor bei Tottenham erneut das Phänomen unter Beweis gestellt, dass er in wichtigen internationalen Duellen gerne in obskure Anonymität entschwindet. Am Sonntagabend feierte der AC trotzdem, denn Patron Silvio Berlusconi hatte zur Party seiner 25 Jahre als Milan-Inhaber geladen.

Auf Feste versteht sich Berlusconi schließlich - er stieß schon einmal selbstsicher auf die Meisterschaft an und unterhielt die 750 Gäste aus der Milan-Geschichte weltmännisch. "Arrigo Sacchi hätte mehr Haare, wenn er zu meinem Spezialisten gegangen wäre", womit er wohl auf die Brusthaar-Transplantat-Koryphäe aus der Schweiz ansprach. Auch der ehemalige Ausnahme-Verteidiger und aktuelle Co-Trainer Mauro Tassotti musste sich ästhetisch rüffeln lassen: "Seit 25 Jahren haben wir nur hübsche Spieler. Da kann es nicht sein, dass Tassotti immer mit seiner überdimensionalen Nase aus dem Rahmen fällt. Dabei habe ich ihm schon die besten Chirurgen empfohlen." Berlusconi prophezeite nebenher zwei weitere Amtsperioden. An deren Ende wäre er 124. Dem Cavaliere ist das durchaus zuzutrauen und in den kommenden 50 Jahren bekommt er sicher auch noch Sacchis Platte und Tassottis Nase hin.

Es fehlt ein van Babbel: Am selben Abend lüftete TV-Sender RAI dann übrigens den wahren Grund, warum Milan im Achtelfinale der Champions League gescheitert war. Im Rahmen des Sportschau-Pendants erklärte der Moderator: "Es fehlte vor allem ein Spieler mit der Erfahrung eines van Babbel." Mit dem Sohn aus der Liaison zwischen van Bommel und dem aktuellen Hertha-Coach hätte es der AC zweifelsohne unter die letzten acht Teams geschafft.

Eine heiße Schnitte: An den 12. März wird Emanuele Giaccherini sicher noch lange denken. Sein Cesena lag gegen Juventus 0:1 hinten, als der 25-Jährige auf Gigi Buffon zulief. Giaccherinis Schuss traf den Innenpfosten, prallte ihm von dort gnädigerweise wieder genau vor die Füße. Und so schoss der Außenstürmer aus zwei Metern freistehend - über das leere Tor. Bei italienischen Youtube-Usern raste der epische Kunstfehler in den vergangenen Tagen umgehend in die Spitzenränge. Giaccherini empfahl sich damit eingehend für eine künftige Verpflichtung bei Juventus, denn so jemand passt perfekt ins Kopfkratz-Konzept des Rekordmeisters. In den beiden Transferfenstern renovierte sich Juventus für 58,4 Millionen Euro (44 Millionen wurden durch Verkäufe eingenommen) zu einem Klub der biederen Durchschnittsklasse. Im Zuge der diversen Kaufoptionen würden im Sommer gar weitere rund 60 Millionen Euro fällig. Diese pompöse Gesamtsumme hätte man zweifelsohne eher in punktuelle Qualität denn 14 neue Akteure stecken sollen. Cesena, das trotz Giaccherini einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 drehte, feierte einen wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Und überhaupt nahmen deren Tifosi den Calcio im Vergleich zu den erneut schäumenden Juve-Anhängern mit dem traditionellen Humor der Region Romagna. Auf die Frage des Sky-Reporters vor dem Duell, wie der Tipp für den Abend laute, antwortete ein Cesena-Fan: "Eure Studiofrau ist eine total heiße Schnitte."

Premier League

von Raphael Honigstein

Einen über den Durst getrunken: Das "Champneys Springs" Wellness-Centre in der Nähe von Leicester wird auf der Internetseite als "perfekter Ort für  Rendezvous, Verwöhn-Ausflüge und Sport-Ferien" angepriesen. Man kann verstehen, dass Gerard Houllier mit seinem Team zu einem gruppendynamischen Kurztrip in das Hotel aufbrach. Leider nahmen die Jungs von Aston Villa zwischen den Massagen und Saunagängen dann aber doch etwas zu viel Flüssigkeit zu sich. Die Verteidiger Richard Dunne und James Collins waren so blau, dass sie Houllier und seinen Assistenztrainern vor den Augen unbeteiligter Gäste wüste Beschimpfungen an den Kopf warfen. Hintergrund ist die Unzufriedenheit im Team mit dem Trainingsregime des Franzosen. Am Mittwoch wird das Duo wohl zu einer 350.000 Pfund-Strafe verdonnert. Immerhin wurde niemand mit einem Golfschläger verprügelt oder nach unlauteren Avancen in der Disco von Polizei festgenommen.

Grant stinksauer: In West Hams Trainingslager in Portugal ging es sehr viel gesitterter zu, doch die neue Harmonie nach drei Siegen in Folge half den Hammers am Sonntag auch nicht. Ausgerechnet Robert "Huuuuf" Huth machte dem in der englischen Presse zuletzt hoch gelobtem Thomas Hitzlsperger den Traum vom FA-Pokal-Finale in Wembley zunicht. Der Stoke-City-Verteidiger markierte nach einem Rory-Delap-Einwürf mit dem Kopf erst das stereotypische 1:1 für die Gastgeber und riss dann den armen Hitz vor Danny Higginbothams Siegtreffer rüde aus der Freistoßmauer. "Ich will nicht über den Schiedsrichter reden", sagte Avram Grant, bevor er sich dann doch eine gefühlte halbe Stunde über den Unparteiischen ("schwach", "Konzessionsentscheidungen") ausließ. Mike Jones hatte, das muss man zur Ehrenrettung des Israelis sagen, aber auch wirklich einen schlechten Tag erwischt.

Wembley muss gefüllt werden: Die Siege von Manchester United (2:0 gegen Arsenal) und City (1:0 gegen Reading) sorgen für ein vorgezogenes Finale - und das erste Treffen der beiden Rivalen überhaupt im Wembley-Stadion. Zum ersten Mal seit 33 Jahren kommen alle Halbfinalisten aus dem Norden des Landes; die Bolton Wanderers sind nach dem 3:2 bei Birmingham ja auch mit dabei. Dass alle vier Klubs mehr als 400 Kilometer gen Süden in die Hauptstadt fahren müssen, um die Partien im Nationalstadion auszutragen, wird die Diskussionen über Sinn und Zweck dieser Regelung neu entfachen. Früher wurden die Halbfinals auf neutralem Boden in geografischer Nähe zu den beteiligten Teams ausgetragen, doch die Football Association muss Wembley so oft wie möglich füllen, um die hohen Baukosten wieder rein zu bekommen. City gewann im bisher einzigen Halbfinale gegen United im Jahre 1926 übrigens das Spiel, musste sich im Finale aber Bolton (!) geschlagen geben

Primera Division

von Paula Villamarin Temperan

Hut ab, Beira-Mar: Mit dem 2:0 von Real Madrid gegen Hercules Alicante baute Jose Mourinho seine Serie von ungeschlagenen Heimspielen auf die unfassbare Zahl von 150 aus. Von 450 möglichen Punkten holten Mous Teams 400, es gab 125 Siege und 25 Unentschieden. Mourinho hat also in England, Italien und bis jetzt auch in Spanien kein einziges Heimspiel verloren. Ein Vergleich mit den "Rekordinhabern" der anderen europäischen Topligen ist eigentlich albern, aber bitte! Serie A: Milan-Coach Leonardo - 18. Premier League: ManUnited-Godfather Ferguson - 16. Bundesliga: BVB-Dompteur Kloppo - 11. Der letzte Mourinho-Bezwinger war der portugiesische Durchschnittsklub SC Beira-Mar. Am 23. Februar 2002 stürmte Beira-Mar das Estadio Dragao des FC Porto und gewann 3:2. 2002, da grätschte sich die DFB-Elf ins WM-Finale, Jürgen Klopp hatte soeben seine Karriere als Vorzeige-Grätscher bei Mainz 05 beendet und an Beira-Mars größtem Tag verschoss Oliver Kahn beim 6:0 des FC Bayern gegen Energie Cottbus seinen einzigen, je getretenen Elfmeter.

Barca - Bojan = Bale: Bojan Krkic kommt beim FC Barcelona seit Jahren nicht über eine Ergänzungsrolle hinaus. In Sevilla "profitierte" er von Pedros Verletzung nach zehn Minuten und erzielte gleich Barcas Führungstreffer. In der nächsten Saison wird Bojan womöglich öfter spielen. Barca möchte den kleinen Halb-Spanier gerne abgeben, 46 Millionen Euro drauflegen und dafür Gareth Bale von Tottenham Hotspur verpflichten. Das berichtet zumindest das britische Celebrity-Magazin "People". Nicht unbedingt die seriöseste Quelle, und erst recht nicht, wenn es um Sport geht. Aber so ein Tauschgeschäft aus der Schublade zu holen, hat schon was. Zumal es wohl kaum etwas Aufregenderes im Fußball gibt als die Flügelzange Bale/Alves. Plus Messi, plus Villa, plus Xavi...

Tohuwabohu im El Madrigal: Am Donnerstag profitierte der FC Villarreal in der Europa League noch dämlichen Leverkusenern. Drei Tage später müssen sich die U-Boot-Fahrer in gelb selbst schämen. 1:0 führte Villarreal gegen Abstiegskandidat Sporting Gijon und hatte nach den Platzverweisen gegen Gijons Außenverteidiger Sastre und Angel zwei Mann mehr auf dem Platz. Und trotzdem gab's keinen Sieg. Diego Castro verwandelte in der 93. Minute einen Foulelfmeter zum Ausgleich. Schiri Fernandez Borbalan half aber auch kräftig mit. Dem Elfer ging nie und nimmer ein Foul voraus. Villarreals Borja Valero war dennoch bedient: "Der Schiri hatte einen ganz schlechten Tag, aber wir waren noch viel schlechter. So kann man nicht Fußballspielen. Und wenn man zwei Mann mehr hat, muss man den Ball in der Schlussphase auch mal auf die Tribüne wichsen." Na dann...

DIASHOWDie umsatzstärksten Klubs Europas 2011

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