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Fussball

Im Windschatten von Eto'o und Co.

Von René Scheufen
Sergio Floccari erzielte für Atatalanta Bergamo bislang zwölf Treffer in der laufenden Saison
© Imago

Im Windschatten der besten Angreifer Europas stehen Alvaro Negredo, Kevin Davies und Sergio Floccari. SPOX stellt die Schattenmänner von Eto'o, Messi und Ronaldo vor.

Die Top Ten der Torjägerlisten in Europas besten Ligen sind gespickt mit Weltstars. Ronaldo und Anelka führen in England mit 15 Toren, Ibrahimovic in Italien mit 20 und Barcelonas Eto'o in Spanien mit überragenden 26 Treffern. Auf den vorderen Plätzen finden sich jedoch auch Spieler, die im Rest Europas nur den Insidern bekannt sind.

SPOX stellt die Nobodys vor, die die Riege der Superstars aufmischen.

Alvaro Negredo (UD Almeria) - der Königliche

Der 23-jährige Stürmer liegt in der Torjägerliste der Primera Division mit 17 erzielten Treffern in 27 Spielen auf Rang fünf.

Sein Spiel ist schnörkellos. Seine Stärken: Exzellentes Kopfballspiel, Cleverness vor dem Tor, Freistöße. Sein Torriecher macht ihn zu einem der gefährlichsten Angreifer Spaniens.

Das weiß auch Vicente del Bosque. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Alvaro Negredo das erste Mal das Trikot Spaniens tragen wird. Er bleibt jedoch zurückhaltend: "Ich bin noch jung und werde weiter hart an mir arbeiten. Meine Chance wird kommen. Ich habe noch viel Zeit vor mir."

Negredo kickte in der Jugend von Rayo Vallecano. Mit 18 Jahren stieg er ins B-Team des Madrider Vorstadtklubs auf und traf in 15 Spielen 14 Mal - seine Eintrittskarte in die erste Mannschaft von Vallecano.

2005 folgte Negredo dem Ruf des ehemaligen Real-Coachs Fabio Capello und wechselte zum Reserveteam von Real Madrid, bei dem er seinen Durchbruch in der zweiten Saison mit 18 Toren schaffte. Den Abstieg von Real Madrid Castilla aus der zweiten spanischen Liga konnte er trotzdem nicht verhindern, zudem durfte er nur einmal in der ersten Mannschaft Reals ran. So wechselte Negredo 2007 zu UD Almeria und überzeugt dort mit 29 Toren in bisher 65 Spielen.

Seine Zukunft scheint nicht in Andalusien zu liegen. Klubs wie Fulham, Valencia, Villarreal und der FC Sevilla sind an dem 12 Millionen Euro teuren Spieler interessiert. Wohin sein Weg führt, hängt auch von Real Madrid ab. Die Königlichen besitzen ein Rückkaufrecht über geschätzte fünf Millionen Euro.

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Kevin Davies (Bolton Wanderers) - der Altstar

Für den 32-Jährigen schien bereits der Herbst seiner Fußballerkarriere angebrochen zu sein. Doch mit elf Treffern in der laufenden Saison rangiert Kevin Davies auf Rang fünf der Torjägerliste der Premier League und spielt damit die erfolgreichste Saison seiner Karriere.

Genau wie Negredo ist Davies kein Techniker. Seine Qualitäten liegen im Kopfballspiel und seiner Robustheit - bei 1,85 m Körpergröße liegt die auf der Hand.

Fabio Capello berief ihn jüngst in den vorläufigen Kader für die WM-Qualifikation der Engländer gegen die Ukraine, strich ihn jedoch kurzfristig wieder.

Den Traum, einmal für die Three Lions aufzulaufen, hat der Stürmer aber noch nicht aufgegeben. "Hoffentlich werde ich eines Tages meine Chance bekommen. Es ist jedenfalls schön zu wissen, dass Herr Capello überhaupt weiß, wer ich bin."

Seine Karriere begann Davies als 16-Jähriger beim FC Chesterfield. In 129 Einsätzen für die Spireites traf er 22 Mal und erreichte 1997 das Halbfinale des FA-Cups. Darauf folgte ein kurzer Abstecher zum FC Southampton, woraufhin er 1998 für elf Millionen Euro an die Blackburn Rovers abgegeben wurde. Nach nur einem Tor in 24 Spielen kehrte er wieder zu den Saints zurück, wurde dann 2003 für neun Spiele an den FC Millwall verliehen und steht seitdem bei den Bolton Wanderers unter Vertrag.

Davies hält in England einen fragwürdigen Rekord. Der 32-Jährige ist der einzige Spieler, der elf Millionen Euro kostete, jedoch nie für das englische Nationalteam aufgelaufen ist.

Sergio Floccari (Atalanta Bergamo) - der Spätstarter

Atalanta Bergamo hat in der bisherigen Serie-A-Saison 36 Tore erzielt, mit zwölf Treffern geht ein Drittel davon auf das Konto des 27-Jährigen. Damit rangiert Sergio Floccari auf Platz sieben der besten Torschützen der Serie A. 

Die Karriere des 27-jährigen Italieners weist gewisse Parallelen zu der von Luca Toni auf.  Auch er war ein Wandervogel und schnürte bis zu seinem 24. Lebensjahr in den unterklassigen Ligen Italiens seine Schuhe. 2002 gab es ein kurzes Intermezzo beim FC Genua, bevor er nach Rimini wechselte und maßgeblich an zwei Aufstiegen beteiligt war.

Im Januar 2006 spielte er erstmals für Messina in der Serie A und wechselte im Sommer nach Bergamo, wo eine enorme Konkurrenzsituation mit Simone Inzaghi, Antonio Langella und Riccardo Zampagna herrschte. Nach einer vielversprechenden ersten Saison mit acht Toren in 34 Spielen schaffte er den Durchbruch. Nun scheint ihm ein ähnlicher Karriereverlauf wieder von Luca Toni bevorzustehen.

Denn Floccari ist ein technisch sehr beschlagener Spieler, körperlich robust, hat eine gute Schusstechnik und ist enorm antrittsschnell. Dribblings, Tore und Vorlagen - seine Spielweise ist mannschaftsdienlich, zudem ist er charakterlich gefestigt. Sein Lebensstil erscheint nicht wie der eines VIP. Er erscheint kaum in den Zeitungen und mag keine Interviews.

Ob er seinem Stil treu bleibt, wird sich zeigen und Bergamos Sportdirektor Carlo Osti ist überzeugt: "Sergio hat seine volle fußballerische Reife erlangt und ist bereit für ein großes Team. Wir werden ihm im Sommer keine Steine in den Weg legen." Denn etliche europäische Top-Klubs wie Juventus Turin, der AS Rom, der AC Milan oder der FC Villarreal wollen den Stürmer für die kommende Saison verpflichten. Auch der VfL Wolfsburg hat den 27-Jährigen laut "Gazzetta dello Sport" auf der Liste.

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