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Fussball

Terry stürzt Gott - jetzt muss der Papst ran!

Von Thomas Gaber
mourinho, terry
© Getty

München - Der internationale Fußball verliert - zumindest vorübergehend - eine seiner schillerndsten Figuren. Jose Mourinho hat keine Lust mehr auf den FC Chelsea und trat zurück.

Zum Spitzenspiel bei Manchester United wird daher der ehemalige israelische Nationalcoach Avraham Grant auf der Bank sitzen. Langfristig soll aber - glaubt man den englischen Medien - ein Hochkaräter Chelseas Millionen-Truppe kommandieren.

Aber egal ob Klinsmann, Ramos, Deschamps oder doch Grant: Mit der Extravaganz eines Mourinhos werden sie es nicht aufnehmen können. Denn seit seinem Amtsantritt 2004 hat der selbstbewusste Trainer allerhand von sich gegeben: Lustiges, Überhebliches, Verwirrendes, Beleidigendes. Vieles erwies sich im Nachhinein als Bumerang. Lesen Sie selbst...

 Mourinho 2005 über Kapitän John Terry:
"Er ist der beste Innenverteidiger der Welt. Ich kann mich immer auf ihn verlassen."

Terry trat das in ihn gesetzte Vertrauen mit Füßen. Er soll Mourinhos Autorität schon länger untergraben und sich als Wortführer in der Kabine etabliert haben.

Nach dem unsäglichen 1:1 gegen Trondheim kam es zum Eklat.

Mourinho hatte sich über Terrys zuletzt schwache Leistungen geärgert und bei Chelseas medizinischer Abteilung nach den möglichen Gründen erkundigt.

Terry macht Mourinho rund 

Terry bekam Wind davon und machte Mourinho nach dem Trondheim-Spiel in der Kabine so richtig rund - der Auslöser für Mourinhos Flucht. Im Machtkampf mit Terry zog der Portugiese das kürzere Hölzchen.

Dennoch war Terry einer von vier Spielern, die von Mourinho per SMS über seinen Rücktrittinformiert wurden: "Das war's, alles Gute für Eure Karriere."

Mourinho bei seinem Amtsantritt 2004:
"Wenn ich einen einfachen Job haben will, hätte ich in Porto bleiben können. Die Champions-League-Trophäe, einen schönen blauen Trainersessel, Gott und gleich nach Gott komm ich."

Und wer kommt jetzt? Bleibt eigentlich nur der Papst. Benedikt XVI. muss Chelsea-Trainer werden! Der Pontifex ist zwar großer Fußballfan, wird aber dem Vatikan nicht so mir nichts dir nichts den Rücken kehren. Deshalb muss Chelsea bis zum Ende seiner Tage trainerlos bleiben.

Mourinho nach einer Siegesserie:
"Wir sind nicht Tabellenführer, weil wir so viel Geld haben. Wir sind den Pokalen so nah, weil ich so hart arbeite."

Chelsea wurde unter Mourinho zwar zwei Mal englischer Meister. Aber die fest eingeplante Champions-League-Trophäe blieb unerreicht. Von wegen nah dran. Zwei Halbfinal-Teilnahmen - das war's. Mourinho hat vielleicht hart gearbeitet, aber offensichtlich nicht gut genug.

Mourinho über Arsenal-Coach Arsene Wenger:
"Er ist ein Voyeur. Er redet von nichts anderem, immer nur Chelsea, Chelsea, Chelsea, Chelsea. Wenn man am elften Spieltag noch kein Auswärtsspiel gewonnen hat und ohne Thierry Henry kein Spiel gewinnen kann, sollte man über sich selbst nachdenken."

Drei Jahre lang führte Mourinho einen albernen Kleinkrieg mit Arsene Wenger und war stets der Überzeugung, Wenger im Schwitzkasten neben sich herzuschleifen. Während Wenger neulich seinen Vertrag in London bis 2011 verlängert hat, ist Mourinho seit Donnerstagfrüh arbeitslos. 1:0 für Wenger!

Mourinho über die Kritik an Chelseas Spielweise:
"Wir haben acht Spiele gewonnen und 16 Tore geschossen. Und die Leute sagen trotzdem, dass wir nicht gut spielen und eine Gruppe von Clowns sind. Das stimmt so nicht."

Okay, das mit den Clowns ist nicht fair. Chelsea lieferte stets ehrlichen Sport ab. Aber schön war's doch eher selten. Auch die Fans haben mittlerweile die Schnauze voll vom Gebolze der Milliarden-Truppe.

Gegen Trondheim pilgerten nur noch 24.000 Zuschauer an die Stamford Bridge. Wer Spektakel in London will, geht lieber zu Wengers Baby-Gang Arsenal.

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