Fussball

Frauenfußball-WM 2023 in Australien und Neuseeland

SID
Zweifacher Titelverteidiger: Die USA gewannen bei den Weltmeisterschaften 2015 und 2019 jeweils den Titel.
© imago images / foto2press

Die Frauenfußball-WM 2023 findet in Australien und Neuseeland statt. Die gemeinsame Bewerbung setzte sich gegen die aus Kolumbien durch. Der Rat des Weltverbands FIFA fällte am Donnerstag die Entscheidung.
 

Der nächste Frauenfußball-Weltmeister wird "Down Under" gekrönt, die WM findet in drei Jahren erstmals in Australien und Neuseeland statt. Diese Entscheidung trafen die Mitglieder im Rat des Weltverbands FIFA auf ihrer Sitzung am Donnerstag. Die gemeinsame Bewerbung der beiden Länder erhielt deutlich mehr Stimmen (22) als die des einzigen Konkurrenten Kolumbien (13).

"Ich bin mir sicher, dass wir in Australien und Neuseeland die beste WM erleben werden, die es je gegeben hat", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino, nachdem er und seine Kollegen mit ihrem Votum die erste Frauen-WM-Endrunde auf der Südhalbkugel ermöglicht hatten, und bezeichnete das Turnier in drei Jahren als "wichtigen Meilenstein". Für Johanna Wood, Präsidentin des neuseeländischen Verbandes, gehe es darum, "Geschichte zu schreiben und Möglichkeiten zu schaffen".

Während Infantino für Australien/Neuseeland stimmte, votierten alle neun europäischen Funktionäre inklusive UEFA-Präsident Aleksander Ceferin für Kolumbien. Die bisherigen Weltmeisterschaften fanden in China und den USA (je zweimal) sowie Schweden, Deutschland, Kanada und zuletzt Frankreich statt.

"Ich freue mich sehr, dass die WM 2023 in Neuseeland und Australien ausgetragen wird. Gerade Australien aber auch Neuseeland zählen zu den führenden Nationen im Frauenfußball", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: "Spannend ist außerdem, dass es eine Premiere geben wird: eine Frauen-WM in zwei Ländern, das gab es noch nie."

WM 2023: 32 Teams reisen nach Down Under

Wirklich überraschend ist die Entscheidung nicht. Bereits im 228-seitigen Evaluationsbericht der FIFA, der die Stärken und Schwächen beider Kandidaten beleuchtet, hatte die australisch-neuseeländische Bewerbung eher überzeugt. "Diese Berichte müssen etwas bedeuten", sagte Infantino: "In der alten FIFA war das nicht der Fall, in der neuen ist es das aber." Die Qualität beider Bewerbungen, hatte FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura im Vorfeld ganz diplomatisch gesagt, "zeugt von den neuen Impulsen, die der Frauenfußball geschaffen hat".

Und das bringt Herausforderungen mit sich. So wird die nächste WM-Endrunde beispielsweise erstmals mit 32 Mannschaften ausgetragen, schwer vorstellbar, dass etwa in Brasilien zudem die Vorbereitungen wegen der Corona-Pandemie reibungslos vonstatten gegangen wären. Brasilien hatte der FIFA zuletzt ebenso absagen müssen wie Japan, ursprünglich waren neun Verbände an der Ausrichtung der neunten Endrunde interessiert gewesen.

Die FIFA erhoffte sich durch die Veröffentlichung der Stimmen deutlich mehr Transparenz, vor allem bei den zurückliegenden Vergaben der Männer-Endrunden nach Russland (2018) und Katar (2022) war es immer wieder zu Verdächtigungen und Korruptionsvorwürfen gekommen. Auch deshalb entscheidet mittlerweile der FIFA-Kongress mit allen 211 Nationalverbänden über die WM-Gastgeber der Männer - Stimmen werden hier aber immer noch nicht veröffentlicht.

Auch über Frauen-Endrunden könnte bald der Kongress abstimmen, wie Infantino anregte. "Es gibt keinen Grund, Frauen anders als Männer zu behandeln", sagte der Schweizer.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung