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Fussball

Lybierinnen müssen Berlin-Trip absagen

SID
Beim "Discover Football"-Festival in Berlin kommen Spielerinnen aus der ganzen Welt zusammen
© getty

Mutmaßlich wegen Widerständen islamischer Extremisten hat die libysche Nationalmannschaft ihre Teilnahme am Berliner Frauenfußball-Festival absagen müssen.

Die Organisatoren der am Dienstag beginnenden Veranstaltung, die aus Mitteln des Bundesaußenministeriums sowie der EU und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) finanziert wird, bestätigten die Absage mit Hinweis auf mangelnde Informationen für die Gründe.

Die britische Zeitung "The Guardian" berichtete allerdings über Forderungen einflussreicher lybischer Persönlichkeiten nach einer Auflösung der einheimischen Nationalelf. "Als diese Frauen und Mädchen in die Fußball-Mannschaft eingetreten sind und angefangen haben zu zeigen, was verborgen sein soll, haben sie ihre Ehre verkauft und die Ehre ihrer Familien durch ihre Nacktheit und Schamlosigkeit beschmutzt", erklärte Scheich Salim Jabar als einer der wichtigsten Religionsführer Libyens in einem von dem Blatt veröffentlichten Video zum Thema Frauenfußball.

Einigung mit LFF bestand bereits

Ein Sprecher des libyschen Verbandes LFF hingegen erläuterte die kurzfristige Entscheidung mit dem gegenwärtigen Ramadan. Offen blieb bei der Erklärung, aus welchen Gründen während der für Moslems heiligen Fastenzeit in Tripolis ein Fußball-Turnier mit Teams aus islamischen Ländern stattfinden darf. "Andere dürfen spielen, warum wir nicht", klagte Nationalspielerin El-Alabed laut "Guardian": "Als wir von der Absage hörten, haben wir alle geweint."

Einen Sinneswandel beim LFF durch Interventionen von Dritten legen neben der lange feststehenden Terminierung des Berliner Turniers auch Aussagen von Libyens Nationaltrainer Emmad el-Fadeih nahe. "Die Spielerinnen hatten sich schon mit dem Verband geeinigt, dass sie alle verhüllt spielen, nur unverheiratete Spielerinnen spielen dürfen und alle eine schriftliche Einverständniserklärung ihrer Väter oder Vormünder vorlegen", sagte el-Fadeih laut Guardian.

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