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Fussball

Das letzte Spiel von Fatmire Bajramaj

SID
Fatmire Bajramaj steht vor ihrem letzten Spiel für Turbine Potsdam
© Getty

Beim Champions-League-Finale am Donnerstag bestreitet Nationalspielerin Lira Bajramaj ihr letztes Pflichtspiel für Turbine Potsdam. Nach der WM im Sommer vollzieht sie ihren umstrittenen Wechsel zum 1. FFC Frankfurt.

Die letzte Dienstreise von Fatmire "Lira" Bajramaj mit dem deutschen Frauenfußball-Meister Turbine Potsdam begann am Dienstagmorgen um 9.25 Uhr. Am Flughafen Berlin-Schönefeld stieg die Nationalspielerin in den Airbus A320-200, Flugnummer EZY2102, nach London-Luton - ihre Mission: Die Titelverteidigung mit den Turbinen im Champions-League-Finale am Donnerstag gegen Olympique Lyon (20.45 Uhr, LIVE-TICKER). Danach wechselt sie zum großen Rivalen 1. FFC Frankfurt - ein Transfer, der hohe Wellen schlug.

"Er reagiert halt immer sehr emotional, das ist schon in Ordnung", sagt Bajramaj über die nach der Bekanntgabe ihres Abschieds entstandene Unruhe. "Er", das ist Bernd Schröder, der personifizierte 1. FFC Turbine. Schröder hatte Frankfurt attackiert, Bajramaj "hinter unserem Rücken angebaggert" zu haben.

Wechsel sorgte für Unruhe

Auch Bajramaj nahm er ins Visier. Ihr Trainer sei derzeit "nicht gut auf mich zu sprechen", sagte sie noch Mitte April. In London soll das Thema keine Rolle mehr spielen. "Das hat gar keine Auswirkungen auf das Finale. Für mich nicht, für die Mannschaft nicht - und auch nicht für den Trainer."

Bei der Anreise zeigte sich Bajramaj gut gelaunt. Im Flieger nahm sie wie gewohnt neben ihrer WG-Mitbewohnerin Corina "Coco" Schröder Platz, blätterte interessiert in einer Illustrierten, anschließend schlief sie ein wenig.

Ruhe, Konzentration und ein bisschen Träumen - mit diesem Konzept wollen Bajramaj und Co. die widrige Vorbereitung auf das Spiel des Jahres vergessen machen. Wie die 23 Jahre alte Offensivspielerin weilten vier Kolleginnen bei der DFB-Auswahl, um sich wie die ebenfalls absente Japanerin Yuki Nagasato auf die WM (ab 26. Juni) vorzubereiten. "Das ist schwierig", sagt Bajramaj über den Spagat zwischen Champions League und WM, "aber wir müssen das hinkriegen."

"WM im eigenen Land ist eine einmalige Sache"

Sie sagt nicht, dass das Weltturnier eine größere Bedeutung hat, aber sie betont doch: "Eine WM im eigenen Land ist halt eine einmalige Sache. Ich habe mich in meiner Karriere noch nie auf etwas so extrem gefreut." Sie ist sicher: "Das wird geil!"

"Geil" oder "cool" sind Adjektive, die sie gerne benutzt. Bajramaj, die als Fünfjährige aus dem Kosovo nach Deutschland kam, pflegt einen lockeren Ton, sie selbst sieht sich als "selbstbewusste Tussi", der "Kicker" schrieb über die Weltmeisterin von 2007: "Keine deutsche Nationalspielerin verbindet Fußball und Glamour besser als sie." Das kommt auch in der Wirtschaft an, keine andere DFB-Spielerin ist dort so begehrt wie Bajramaj, die gleich für mehrere große Firmen (Allianz, Expert, Gatorade, Nike, Schwarzkopf) wirbt.

Top-Scorerin der Champions League

Bajramaj versteht es, sich in Szene zu setzen - nicht nur auf dem Platz. Mit fünf Toren und acht Vorlagen ist sie Top-Scorerin der Königsklasse, ihr Auftritt im "ZDF"-Sportstudio, wo sie in Pumps auf die Torwand schoss - und zweimal unten traf - ist legendär. "Ich habe halt einen Schuh-Tick", sagt sie lapidar über ihre Vorliebe für Hochhackiges.

Am Donnerstag wird sie im Craven Cottage, der Heimstätte des FC Fulham, in der Neuauflage des Vorjahresfinals noch einmal die Fußballschuhe schnüren. Ein letztes Mal für Turbine. Und egal wie es ausgeht, da ist sie sich sicher, wird sie nach dem Spiel Bernd Schröder umarmen. Dessen Ärger über den Transfer ist mittlerweile verflogen. "Sportlich oder menschlich - er hat mir unglaublich viel mitgegeben", sagt auch Bajramaj versöhnlich.

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