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Fussball

96 erlebt in Helsingborg einen Krimi im Zeitraffer

SID
Didier Ya Konans (M.) Last-Minute-Treffer sorgte für mächtig Jubel bei 96
© Getty

Zwischen einem "NEEEEEEEEEEEEEE" mit vielen "E" und einem "JAAAAA" mit nicht ganz so vielen "A" lagen nur etwas mehr als 60 Sekunden. In der turbulenten Schlussphase des 2:1 (1:0)-Sieges beim schwedischen Meister Helsingborgs IF wusste bei Hannover 96 niemand so recht, wie er seine Emotionen kanalisieren sollte.

"Wir haben es unnötig spannend gemacht. Aber die Mannschaft hat sich durchgebissen. Es war stark, wie wir noch einmal zurückschlagen konnten", sagte Slomka, dessen Team den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League nun bereits in greifbarer Nähe hat.

Sollte Helsingborg auch im Rückspiel am 8. November bezwungen werden und der spanische Vertreter UD Levante beim niederländischen Ehrendivisionär FC Twente Enschede zeitgleich nicht verlieren, wäre Hannovers Überwintern im internationalen Geschäft schon zwei Spiele vor dem Ende der Gruppenphase perfekt.

"Das war ein riesengroßer Schritt"

"Da sieht man, wie wichtig dieser Sieg in Schweden ist. Wer in der Europa League weiterkommen will, muss irgendwann auswärts gewinnen. Daher war das für uns ein riesengroßer Schritt", sagte Christian Schulz nach dem Erfolg in Schweden, der an Dramatik kaum zu überbieten gewesen war.

Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit hatte Didier Ya Konan für den Siegtreffer gesorgt. So etwas allein genügt in der Regel als Garantie für Schwitzehändchen. Nicht jedoch an diesem Abend.

Nach der frühen Führung durch Mame Diouf (12.) hatte Helsingborgs Alvaro ebenfalls erst nach Ablauf der regulären Spielzeit ausgeglichen (90.+1). Es war ein auf und ab im Schneeregen des altehrwürdigen Stadions Olympia.

Ein emotionales Wechselspiel zwischen Schüttelfrost und Hitzewallung. "Spontan fällt mir nichts in meiner Karriere ein, was mit diesem Spiel vergleichbar wäre", sagte Schulz: "Wir sind nach einem echten Nackenschlag noch einmal zurückgekommen. Etwas Schöneres gibt es nicht. Aber wir hätten den Sack schon früher zumachen müssen."

Am Sonntag kommt Gladbach nach Hannover

In der Tat: Der Bundesligasechste vergab zahlreiche gute Chancen. Besonders Diouf, der nach seiner Operation am Sprunggelenk erstmals seit gut einem halben Jahr in der Startformation stand, ließ trotz seines Führungstreffers immer wieder die alte Kaltschnäuzigkeit vermissen.

Die neu formierte Innenverteidigung, in der Schulz den gesperrten Karim Haggui vertrat, wirkte zudem in manchen Phasen nicht wirklich stabil. So war das lange Verwalten des 1:0 ein Drahtseilakt, der für Hannover beinahe mit dem Absturz geendet hätte.

Dank Ya Konan stimmte dann aber doch alles. Ergebnis, Perspektive, Laune. Als der 96-Flieger um kurz vor Mitternacht in der Heimat landete, galt die volle Konzentration schon wieder der nächsten Aufgabe. Am Sonntag (17.30 Uhr) kommt Borussia Mönchengladbach.

Auch die zuvor arg gebeutelten Rheinländer haben durch ein 2:0 gegen Olympique Marseille Selbstvertrauen getankt. Doch Hannover dürfte dies beinahe egal sein: Im eigenen Stadion ist man immerhin seit 22 Bundesligaspielen unbesiegt. Ein "NEEEEEEEEEEEEEE" gab es dort aus 96-Sicht schon lang nicht mehr.

Helsingborg - Hannover: Daten & Fakten

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