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66 Stunden zwischen Bukarest und Bayern‎

SID
Schalke-Trainer Ralf Rangnick sah ein enttäuschendes Unentschieden gegen Steaua Bukarest
© Getty

Einer trostlosen Nullnummer in der Europa League gegen Steaua Bukarest folgt das Spiel des Jahres: Der Rekordmeister Bayern München kommt in die Schalker Arena - mit Manuel Neuer.

Der blutleere Auftritt in Transsilvanien war schell abgehakt - Schalke 04 träumt von einem Leckerbissen in Gelsenkirchen. Nur 66 Stunden nach dem Abpfiff des 0:0 bei Steaua Bukarest im Europapokal kommt der Rekordmeister Bayern München mit dem abtrünnigen Manuel Neuer zum Bundesliga-Spiel des Jahres in die Arena. "Wir müssen unsere volle Konzentration auf den FC Bayern richten. Das wird ein ganz anderes Spiel", sagte Trainer Ralf Rangnick und forderte "Mut und Energie".

Die Vorbereitung der Königsblauen war aber noch der letzte Teil der Abenteuerreise. Erst am frühen Freitagabend wurde die Mannschaft auf dem Düsseldorfer Flughafen erwartet, am Morgen hatten die Spieler eine Einheit in Cluj absolviert. Am Samstagmorgen folgt ein weiteres Training in Gelsenkirchen, 30 Stunden später steigt schon der Bundesliga-Hit.

Zuversicht vor dem Bayern-Spiel

Die Schalker sind zuversichtlich, obwohl die Mannschaft ihre Fans offensiv nicht gerade verwöhnt hatte. "Wir haben sehr gut verteidigt und keine Chancen zugelassen. Das könnte im Hinblick auf das anstehende Kräftemessen mit dem FC Bayern sehr wichtig sein. Der Auftritt wird unserer Hintermannschaft Selbstvertrauen geben", sagte Sportdirektor Horst Heldt - über das Spiel nach vorn ließ er sich lieber nicht ausführlich aus.

Auch Lewis Holtby sah zumindest die Defensivleistung als Motivation. "Wenn wir gegen den Tabellenführer genauso gut stehen, können wir ein gutes Resultat erzielen", sagte der Mittelfeldspieler. Als wäre es nicht motivierend genug, dass Neuer im falschen Trikot zurückkehrt.

Ralf Fährmann, der trotz eines Bänderrisses im rechten Sprunggelenk mit Hilfe eines "Schmerzmittelcocktails und eines dicken Tape-Verbandes" gespielt hatte, hofft darauf, dass Pfiffe gegen den Ex-Schalker ausbleiben. "Ich würde mir das wünschen. Ich bin froh, mal gegen ihn zu spielen. Manuel hat so viel für den Verein getan", sagte Fährmann.

Rückkehr von Neuer an alter Wirkungsstätte

Nicht nur für den Verein. Beide Torhüter haben seit Jugendzeiten eine enge persönliche Verbindung, "ich habe Manuel sehr viel zu verdanken, er hat mich immer in der Öffentlichkeit geschützt. Außerdem konnte ich mir viel von ihm abschauen. Er ist schließlich der beste Torhüter der Welt", sagt Fährmann. Und doch scheint der 23-Jährige auch bei seinem Vorgänger kleine Schwächen erkannt zu haben, über die er aber nicht detailliert berichten wollte. "Wir werden uns gut auf das Spiel vorbereiten", sagte Fährmann mit einem breiten Lächeln.

Auf Schalke wird mit massiven und lautstarken Protesten gegen Neuer gerechnet. Noch immer sind viele Anhänger tief enttäuscht über den Wechsel ihres einstigen Lieblings zum in Gelsenkirchen besonders verhassten FC Bayern. Es könnte am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) ähnlich lautstark zugehen wie einst bei der Rückkehr von Jens Lehmann mit Borussia Dortmund. "Es wird sicher Pfiffe geben.

Jeder Fan kann sich aussuchen, wie er reagiert, ich kann niemanden etwas vorschreiben. Ich rechne mit allem", sagte Horst Heldt. "Hauptsache ist, dass die Fans unsere Mannschaft unterstützen."

Das Münchner Torverhältnis von 16:1 lässt vermuten, dass Fährmann eine besondere Herausforderung bevorsteht. Auf der anderen Seite würden es sicher einige Schalker gerne sehen, wenn Manuel Neuer hinter sich greifen müsste. "Du kannst gegen jeden Torwart treffen. Kein Torwart ist ein Supermann", sagte der niederländische Vize-Weltmeister Klaas-Jan Huntelaar.

Steaua Bukarest - FC Schalke 04: Daten zum Spiel

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