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Fussball

Die sich nur selbst schlagen können

Von Thomas Gaber
portugal, mannschaft
© Getty

München - Keine europäische Nationalmannschaft schnitt bei den letzten beiden Großereignissen insgesamt besser ab als Portugal. Die Seleccao stand 2004 im EM-Finale und 2006 im WM-Halbfinale.

Was der hoch gelobten Goldenen Generation nicht gelang, schafften die Nachkommen. Luis Figo, Rui Costa und Fernando Couto waren 2004 die letzten Hinterbliebenen der U-20-Weltmeister von 1991. 2006 war nur noch Figo dabei. Die Musik machen mittlerweile andere. Allen voran Cristiano Ronaldo von Manchester United und Deco vom FC Barcelona.

Die EM-Qualifikation verlief für die Portugiesen (die besten Bilder in der SPOX-Diashow) allerdings sehr zäh. Das EM-Ticket wurde erst durch ein nervenaufreibendes 0:0 gegen Finnland im letzten Spiel gelöst. Dennoch gehört Portugal in Österreich und der Schweiz wieder zum erweiterten Favoritenkreis.

Stärken:

Kaum ein EM-Teilnehmer verfügt über eine derart große Anzahl technisch erstklassiger Spieler wie Portugal. Deco, Maniche, Ricardo Quaresma, Cristiano Ronaldo, José Bosingwa und Nani haben das Potenzial, ein Spiel durch eine Einzelaktion zu entscheiden.

Auch der Angriff mit dem Bremer Hugo Almeida, Nuno Gomes, Simao und Helder Postiga hat internationale Klasse. Die Abwehr setzt sich aus den zuverlässigen Chelsea-Verteidigern Paulo Ferreira und Ricardo Carvalho zusammen. Der Stuttgarter Fernando Meira und Jorge Andrade von Juventus Turin komplettieren den soliden Defensivverbund.

Schwächen:

Portugal bekommt sein überhebliches Phlegma nicht auf Dauer in den Griff. Ronaldo ist durch die harte ManU-Schule zwar deutlich zielstrebiger geworden, den einen oder anderen Übersteiger könnte er sich aber nach wie vor sparen.

Quaresma schießt den Ball lieber mit dem Außenrist ins Kreuzeck als unspektakulär - aber erfolgreicher - abzuschließen. Die Seleccao benötigt generell zu viele Chancen für ein Tor.

Portugal nimmt an guten Tagen jede Mannschaft der Welt auseinander, aber wehe es klappt nicht alles auf Anhieb und der Gegner haut auf die Socken. Dann verliert ein Deco schnell mal die Lust.

Hinzu kommt ein hausgemachtes Problem. Trainer Luiz Felipe Scolari fühlt sich von der portugiesischen Presse verfolgt.

Nach dem 0:0 gegen Finnland beschimpfte er die Journalisten. "Ihr habt keine Ahnung, wie viel ich für Portugal getan habe. Viel mehr als für mein Heimatland Brasilien. Portugal ist qualifiziert und ich soll ein Esel sein? Ihr könnt mich mal", wetterte Scolari.

Taktik:

Scolari variiert zwischen einem 4-4-2 und einem 4-3-3-System mit offensiver Grundausrichtung. Portugals Spiel basiert auf viel Ballbesitz und schnellem Kurzpassspiel. Im Mittelfeld zieht Deco die Fäden, Maniche, Petit oder Tiago sichern nach hinten ab.

Im 4-4-3 spielen Ronaldo (rechts) und Quaresma (links) auf den Flügeln, in der Mitte steht Almeida hoch im Kurs.

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