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Fussball

„Die zweite Halbzeit bringt uns nichts“

Von Interview: Jochen Tittmar
Duell der Bundesligaakteure: Gladbach-Star Luuk de Jong gegen den Freiburger Matthias Ginter
© getty

Matthias Ginter vom SC Freiburg könnte eigentlich noch in der U-19-Nationalmannschaft spielen. Dennoch belohnte ihn Trainer Rainer Adrion für seine starke Saison im Breisgau und nahm Ginter mit zur U-21-EM nach Israel. Bei der Auftaktniederlage gegen Holland absolvierte der 19-Jährige sein erstes Spiel für die U 21. Im Interview spricht er über sein Debüt, die Probleme bei der Auftaktpleite gegen die Niederlande und erklärt, wie man nun das "Endspiel" gegen Spanien erfolgreich bestreiten will.

SPOX: Herr Ginter, die 2:3-Auftaktniederlage gegen die Niederlande bei der EM war für Sie das erste U-21-Spiel überhaupt. Unabhängig vom Ergebnis: Wie war's?

Matthias Ginter: Es ist nicht einfach, darüber zu reden, ohne an die Niederlage zu denken. Ich war vor dem Spiel natürlich nervös. Das ist aber auch ganz natürlich, denke ich. Ich habe die Anspannung dann während der Partie ablegen können. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt aber.

SPOX: Wann haben Sie von Ihrem Startelfeinsatz erfahren?

Ginter: Der Trainer hat mir am Tag vor dem Spiel und vor dem Abschlusstraining gesagt, es könne sehr gut sein, dass ich von Beginn an auflaufe.

SPOX: Waren Sie überrascht?

Ginter: Das schon, aber genauso überrascht war ich auch, als U-19-Spieler überhaupt hier dabei sein zu dürfen.

SPOX: Die Partie begann für Deutschland alles andere als gut, in der ersten Halbzeit wirkte die Mannschaft gar nicht richtig auf dem Platz. Fehlte da im Vergleich zu den Holländern auch ein wenig die Erfahrung?

Ginter: Das ist schwer zu sagen. Ich denke eher, dass vielleicht eine gewisse Nervosität mitgespielt haben könnte. Wir haben unsere taktische Marschroute einfach nicht umgesetzt bekommen, die Holländer haben uns vorne gut zugestellt und wir konnten unser gewohntes Angriffsspiel so nur schwer umsetzen. Und dann sieht ein Spiel eben erst einmal so einseitig aus, wie es das in der ersten Halbzeit getan hat.

SPOX: Wie sah der Plan denn genau aus?

Ginter: Wir wollten im Spiel gegen den Ball die Holländer aggressiv anlaufen, damit sie bei der Ballannahme schon nicht wissen, wohin sie die Kugel spielen sollen. Das hat im ersten Durchgang überhaupt nicht geklappt, vor allem beim 0:2. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen und dann deutlich verbessert.

SPOX: Ist es in der Halbzeitpause besonders laut geworden? Die Mannschaft war bereits ein paar Minuten vor den Niederländern zurück auf dem Feld.

Ginter: Nein, das nicht. Es war ja im Grunde jedem klar, was schief lief. Wir haben das ruhig und sachlich angesprochen und waren heiß darauf, den Eindruck aus der ersten Halbzeit weg zu wischen. Deshalb waren wir schon früher als der Gegner wieder bereit für den Anpfiff.

SPOX: Lewis Holtby wurde von der UEFA zum Mann des Spiels gekürt und hat die Mannschaft gerade im zweiten Abschnitt auch geführt. Wie wichtig war das in dieser Phase, um den Glauben zurück zu gewinnen?

Ginter: Sehr wichtig. Der Glaube ist ja grundsätzlich schon da, aber wenn du ein frühes Anschlusstor machst und dann einen Kapitän im Team hast, der vorangeht und einen pusht, nicht nur verbal, dann holt das zusätzliche Prozente aus einem heraus. Diese Rolle liegt Lewis in unserem Team hervorragend.

SPOX: Dennoch folgt nun am Sonntag gegen Spanien quasi schon ein Endspiel ums Weiterkommen. Wie wird man diese Partie angehen?

Ginter: Spanien ist noch ein Tick stärker als Holland und spielt vor allem anders. Wir werden uns ab jetzt damit beschäftigen, wie wir ihnen begegnen. Die zweite Halbzeit von heute bringt uns nichts, Spanien wird wieder ein ganz anderes Spiel. Ein jeder ist jetzt aufgefordert, mitzudenken, was taktisch erforderlich ist und wo man sich verbessern kann, damit wir die Spanier besiegen und unsere Chancen aufs Weiterkommen aufrechterhalten.

SPOX: In Freiburg sind Sie es gewohnt, meistens im Wochenrhythmus auflaufen zu müssen. Bei einem Turnier sollte man sich innerhalb kürzester Zeit auf einen anderen Gegner einstellen können. Reicht diese Pause von zwei Tagen?

Ginter: Sie muss es. So ist der Turnierfußball, auch beim Modus ist es ja nicht so, dass man 34 Spiele hat, um alles wieder gerade biegen zu können. Wir sind alle intelligent genug, um die Dinge aufzunehmen, die uns der Trainer mitgibt. Nur müssen wir sie am Sonntag auch konsequent umsetzen.

Die U-21-EM 2013 im Überblick

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