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Fussball

Kehl-Traumtor schmeißt TSG raus

Borussia Dortmund steht nach einem harten Kampf in der Runde der letzten Vier
© getty

Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Pokals! Der BVB besiegte die TSG 1899 Hoffenheim im Viertelfinale mit 3:2 (2:2, 2:2) nach Verlängerung.

Vor 80.667 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park ging Dortmund durch Neven Subotic in Führung (19.). Nur 102 Sekunden später glich Hoffenheim jedoch aus, Kevin Volland erzielte das 1:1. Die Gäste kamen in der 28. Minute zur Führung, nachdem Roberto Firmino einen kapitalen Schnitzer von Subotic ausnutzte.

Die Westfalen kamen im zweiten Abschnitt durch Pierre-Emerick Aubameyang zum 2:2 (57.). Aubameyang hat damit nun so viele Pflichtspieltreffer wie Arjen Robben in dieser Saison erzielt (je 19) - unter den Bundesliga-Spielern gibt es nur einen erfolgreicheren Akteur (Frankfurts Meier mit 20 Toren).

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Der eingewechselte Sebastian Kehl sorgte mit einem Traumtor in der Verlängerung für die Entscheidung (108.). Für den Routinier war es der erste Treffer im DFB-Pokal seit 15 Jahren und der erste für die Borussia in diesem Wettbewerb.

Das Halbfinale, das am Mittwoch ausgelost wird, findet am 28./29. April statt.

Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Ich finde, wir waren genau den Tick besser, wie es das Ergebnis ausdrückt. Es war ein super intensives Spiel. Wir haben das gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft eine tolle Reaktion gezeigt."

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): "Für neutrale Zuschauer eine tolle Partie. Es ist schade, dass wir ausgeschieden sind. Wir hatten gute Phasen, Dortmund hatte gute Phasen. Der Sonntagsschuss von Kehl hat uns weh getan. Wir hatten noch ein, zwei gute Chancen, um nochmal in Führung zu gehen. Aber es sollte heute halt nicht sein."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dortmund mit vier Änderungen nach der Pleite gegen die Bayern: Pokal-Torhüter Langerak steht für Weidenfeller im Kasten, dazu spielen Kagawa, Mkhitaryan und Durm für Kampl (Bank), Hummels (Oberschenkelbeschwerden) und Reus (muskuläre Probleme). Für Durm ist es der erste Profi-Einsatz 2015.

Ebenfalls vier Änderungen bei Hoffenheim nach dem 1:4 gegen Gladbach: Bicakcic, Polanski, Toljan und Schwegler ersetzen Zuber, Kim, Amiri (alle Bank) sowie Abraham (Adduktorenprobleme).

19., 1:0, Subotic: Eckball BVB von rechts. Blaszczykowski bringt den Ball halbhoch hinein, Subotic ist vor Strobl am Ball und dreht die Kugel Richtung links Eck. Vom Innenpfosten springt der Ball ins Tor.

21., 1:1, Volland: Eckball Hoffenheim von rechts. Rudy bringt den Ball hoch hinein, Volland steht an der Strafraumgrenze mutterseelenallein. Seine Direktabnahme landet rechts unten im Tor.

28., 1:2, Firmino: Schlag aus der Hoffenheimer Abwehr. Subotic schlägt unbedrängt ein Luftloch. Firmino ist auf und davon und lupft die Kugel frei vor Langerak locker ins Tor.

37.: Über Gündogan und Kagawa landet der Ball halblinks beim gestarteten Aubameyang, der freie Bahn hat. Sein Linksschuss trudelt aber rechts am Kasten vorbei.

48.: Durm erobert den Ball, bekommt ihn von Aubameyangs Hacke zurück. Der Rechtsverteidiger will in den Lauf von Aubameyang zurückpassen, bleibt zunächst hängen und schafft es im zweiten Versuch. Der Gabuner zieht ab, knapp streicht der Ball am langen Pfosten vorbei.

57., 2:2, Aubameyang: Der BVB erobert den Ball nach einem Befreiungsschlag, Bender schickt Durm auf der rechten Seite. Dessen Flanke landet in der Mitte bei Aubameyang, der sich gegen Strobl durchsetzt und rechts oben einköpft.

61.: Kagawa schickt Aubameyang links in den Strafraum, der überraschend für Baumann mit dem Außenrist das kurze Eck anvisiert. Der Torwart reagiert stark und pariert.

78.: Schmelzer schlägt einen Eckball von links in die Mitte, Subotic köpft aus vollem Lauf und Baumann bekommt gerade noch die Arme hoch. Starke Parade des Hoffenheimer Keepers.

84.: Volland bedient Firmino, der zwei Gegenspieler aussteigen lässt und auf den völlig freien Polanski auf der linken Seite passt. Der Mittelfeldspieler zieht sofort ab, Langerak taucht ab und kratzt das Leder heraus.

85.: Nächste gute Chance für die Gäste: Beck steckt wunderbar auf Firmino durch, der im Strafraum vor Langerak aus etwas spitzem Winkel und vollem Lauf das Außennetz trifft.

89.: Blaszczykowski kommt rechts im Strafraum aus 16 Metern zum Schuss, doch Baumann ist hellwach und hat die Kugel im Nachfassen.

98.: Toller langer Pass von Subotic genau in den Lauf von Mkhitaryan. Der Armenier nimmt den Ball mit der Brust herunter, schießt aus der Drehung aber weit über das Tor.

107., 3:2, Kehl: Der BVB über rechts, Kampl kommt nicht richtig an den Kopfball. Der Ball fällt vor die Füße von Kehl, der ihn aus 20 Metern per Dropkick mit links traumhaft neben den rechten Pfosten im Tor platziert.

111.: Baumann pariert einen Kopfball von Kagawa nach Flanke von Gündogan aus kurzer Distanz, den Abpraller muss Kampl nur noch über die Linie drücken und schießt über das Tor. Riesenchance!

120.: Amiri mit dem Eckball von rechts. In der Mitte steigt Beck frei in die Luft, köpft den Ball aber über den Kasten. Das muss das 3:3 sein!

Fazit: Ein packender und oft ausgeglichener Kampf, den Dortmund nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang und dem Lucky Punch durch Kehl allerdings nicht unverdient gewann.

Der Star des Spiels: Sebastian Kehl. Zeigte nach seiner Einwechslung eine solide Partie in der Defensive. Sorgte dann mit seinem Traumtor dafür, dass der BVB weiterhin um den Pokalsieg mitspielen darf.

Der Flop des Spiels: Tobias Strobl. Gewann 50 Prozent seiner Zweikämpfe. Zwei, die er verlor, waren allerdings entscheidend: Konnte sich sowohl gegen Subotic vor dem 0:1, als auch gegen Aubameyang beim Dortmunder Ausgleich nicht durchsetzen.

Der Schiedsrichter: Souveräne Vorstellung von Deniz Aytekin, der mit klarer Körpersprache agierte und die Akteure damit im Griff hatte. Als das Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas ruppiger wurde, holte er die ersten Karten heraus und beruhigte damit das Geschehen. Auch danach mit korrekten persönlichen Strafen. Drückte in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit beim Foul des bereits verwarnten Schipplock an Sokratis beide Augen zu. Die Abseitsposition von Volland, als dieser allein aufs Dortmunder Tor zulief, war aber wohl gleiche Höhe (44.). Korrekt dagegen, das Handspiel von Strobl im Hoffenheimer Strafraum als unabsichtlich zu werten (49.).

Das fiel auf:

  • Hoffenheim zunächst mit dem Rezept, das gegen Dortmund am besten wirkt: Die Kraichgauer überließen den Hausherren den Ballbesitz und arbeiteten gut gestaffelt gegen den Ball. Die Viererkette der TSG schob relativ weit heraus, Schwegler wurde als einziger Sechser von den beiden Achtern Polanski und Rudy flankiert. Bisweilen ließen sich auch Volland und Schipplock weit zurückfallen, so dass aus dem Tannenbaum-System eine 4-1-4-1-Anordnung wurde.
  • Diese Maßnahmen versperrten die Passwege für den BVB ins vordere Drittel so gut wie komplett, zumal den Dortmunder Angriffsbemühungen das Tempo fehlte. Kam die Borussia dort doch einmal an, gelang dies meist über die Flügel. Allerdings war dann die Fehlerquote bei den Abspielen oder Hereingaben zu hoch.
  • Erstaunlich, wie sehr sich das Bild unmittelbar nach der Pause änderte: Hoffenheim ließ sich viel zu tief nach hinten drängen und schaffte es kaum mehr, frühzeitig Druck auf den Ball auszuüben - exemplarisch dafür die Entstehung des 2:2.
  • Entlastung nach vorne gab es für die Gäste auch nicht mehr, da Dortmund sehr giftig attackierte und viele Balleroberungen rund um die Mittellinie verzeichnen konnte. Vor allem bei zweiten Bällen stand der BVB besser, so dass man die TSG häufiger unsortiert erwischen und in ihrer Hälfte phasenweise einschnüren konnte.
  • Gewann der BVB die Kugel, strukturierte besonders der zunächst blasse Gündogan die Angriffe und verteilte die Bälle auf die aktiven Flügel. Dortmund zeigte sich in den Offensivzweikämpfen zudem deutlich robuster und rückte besser nach.
  • Gegen Ende der regulären Spielzeit sowie in der Verlängerung gestaltete sich die Partie wieder ausgeglichener, was auch an der Angst vor zu viel Risiko lag. Hoffenheim schaffte es allerdings, sich wieder kompakter zu formieren und stellte den BVB früher. Daraus ergaben sich wie in den ersten 45 Minuten Ballgewinne, die die Gäste zu schnellen Gegenangriffen nutzten.

Bor. Dortmund - 1899 Hoffenheim: Daten zum Spiel

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