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Fussball

DFB-Pokal, Sonntagsspiele: Köln und Mainz verhindern Blamagen erst im Elferschießen

SID
Der 1. FC Köln hat beim Einstand von Trainer Steffen Baumgart eine peinliche Pokal-Pleite verhindert.

Schwerstarbeit für die Favoriten in den Sonntagsspielen der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal: Der 1. FC Köln und Mainz 05 setzten sich im Elfmeterschießen durch, der VfL Wolfsburg in der Verlängerung, was wegen eines Wechselfehlers aber noch revidiert werden könnte. Eintracht Frankfurt ist ausgeschieden.

DFB-Pokal: Die Spiele am Sonntag im Überblick

DatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
Sonntag, 8. August15.30 UhrFC Carl Zeiss Jena1. FC Köln2:4 i. E.
Sonntag, 8. August15.30 UhrPreußen MünsterVfL Wolfsburg1:3 n. V.
Sonntag, 8. August15.30 UhrSV MeppenHertha BSC0:0
Sonntag, 8. August15.30 UhrFC 08 VillingenSchalke 041:4
Sonntag, 8. August15.30 UhrSV ElversbergFSV Mainz 057:8 i. E.
Sonntag, 8. August15.30 UhrVfL OldenburgFortuna Düsseldorf0:5
Sonntag, 8. August15.30 UhrWaldhof MannheimEintracht Frankfurt2:0
Sonntag, 8. August15.30 UhrTürkgücü MünchenUnion Berlin0:1
Sonntag, 8. August15.30 UhrRW KoblenzJahn Regensburg0:3
Sonntag, 8. August18.30 UhrEintracht BraunschweigHamburger SV1:2
Sonntag, 8. August18.30 UhrWürzburger KickersSC Freiburg0:1
Sonntag, 8. August18.30 UhrHansa Rostock1. FC Heidenheim2:2 n. V.

Rostock - Heidenheim: Hansa siegt dank Last-Minute-Tor

Hansa Rostock hat es im Nachsitzen in die zweite Runde des DFB-Pokals geschafft. Im ligainternen Erstrunden-Duell besiegte das Team von Trainer Jens Härtel am Sonntag den 1. FC Heidenheim nach Verlängerung mit 3:2 (1:1, 0:1). Heidenheims Kapitän Patrick Mainka (57.) per Eigentor, Calogero Rizzuto (94.) und Ridge Munsy (120.) sorgten für den Triumph, für die Gäste trafen Mainka (25.) und Stefan Schimmer (108.).

Zu Beginn der Partie vor 15.000 Zuschauern im Ostseestadion gingen die Mannschaften mit Tempo in die Zweikämpfe, nur die Großchancen blieben erst einmal aus. Folglich fiel die Führung für Heidenheim nach einer Ecke von Tobias Mohr, die Mainka einköpfte. Obwohl die Gastgeber danach drückten, hätte Patrick Schmidt (37.) erhöhen können, doch Rostocks Damian Roßbach blockte den Schuss des Stürmers entscheidend ab.

In der zweiten Halbzeit tat Rostock erneut mehr für das Spiel und nagelte Heidenheim zeitweise in der eigenen Hälfte fest. Der Ausgleich fiel dann kurios: Ein Kopfball von Roßbach sprang vom Pfosten an Mainkas Bein - der Ball war im Tor. Gegen Ende kam Heidenheim etwas stärker auf, doch für die Entscheidung in der regulären Spielzeit reichte es nicht.

In der Verlängerung zielte Kevin Schumacher aus rund elf Metern erst an den rechten Pfosten, den Abpraller schoss Rizzuto jedoch eiskalt ein. In der zweiten Halbzeit der Zugabe traf Schimmer aus spitzem Winkel zum Ausgleich. Bevor es zum Elfmeterschießen kam, traf Munsy zum umjubelten 3:2.

Braunschweig - HSV: HSV verhindert nächstes Erstrunden-Aus

Der Hamburger SV hat mit viel Mühe die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter setzte sich im Nordduell beim Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig mit 2:1 (1:1) durch und verhinderte den fünften Erstrunden-K.o. seit der Saison 2012/13.

Jan Gyamerah (29.) und Neuzugang Robert Glatzel (69.) trafen für die Hanseaten, die im vierten Anlauf endlich die Bundesliga-Rückkehr schaffen wollen. Braunschweigs Neuzugang Luc Ihorst (44.) sorgte kurz vor der Pause für den Ausgleich.

Der HSV, mit einem Sieg und einem Remis in die Zweitliga-Saison gestartet, trat im 50. Aufeinandertreffen beider Vereine in der Anfangsphase dominant auf und belohnte sich durch Gyamerah, der BTSV-Keeper Jasmin Fejzic umkurvte und zur verdienten Führung einschob.

Vor dem Ausgleich war der HSV aber unaufmerksam. Braunschweig schaltete bei einem Einwurf schnell um, Sebastian Müller bediente den freistehenden Ihorst in der Mitte. Danach suchten die Hamburger eine ganze Weile ihre spielerische Linie. Glatzel stand nach einer Ecke goldrichtig.

Würzburg - Freiburg: SC um zehnten Mal in Folge in Runde zwei

Trainer-Urgestein Christian Streich hat mit Fußball-Bundesligist SC Freiburg auch zum zehnten Mal in Folge die erste Runde im DFB-Pokal überstanden. Die lange Zeit überlegenen Breisgauer setzten sich bei Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers knapp, aber verdient mit 1:0 (1:0) durch. Jonathan Schmid traf für den Erstligisten in der 45. Minute.

Freiburg feierte damit vor dem Bundesligastart am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Arminia Bielefeld das erhoffte Erfolgserlebnis, allerdings hätte der Ertrag gegen den eine Stunde lang harmlosen Drittligisten deutlich höher ausfallen müssen. Zuletzt waren die Freiburger 2011 in der ersten Pokalrunde (2:3 gegen Unterhaching) gescheitert, damals noch unter Trainer Marcus Sorg.

Freiburg übernahm gegen die Kickers, die mit zwei Niederlagen in zwei Spielen denkbar schlecht in die Drittliga-Saison gestartet waren, von Beginn an die Initiative. Doch es dauerte einige Zeit, bis die dominant und konzentriert auftretenden Breisgauer gegen die äußerst defensiv eingestellten Kickers gefährlich wurden.

Yannik Keitel traf in der 25. Minute freistehend jedoch nur das Außennetz. Kurz darauf hatte der aktive Südkoreaner Woo-Yeong Jeong bei einem Pfostenschuss Pech. Freiburg drängte weiter und hatte durch Keitel (44.) eine weitere Großchance, ehe Schmid aus kurzer Distanz nach schöner Vorlage von Lucas Höler überlegt einschob. Von Würzburg kam bis auf einen Freistoß von Robert Herrmann Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zu wenig, um den SC in Bedrängnis zu bringen.

Nach dem Wechsel konnten die Unterfranken die Partie zunächst etwas offener gestalten, ehe Freiburg das Tempo wieder anzog und durch Höler (54.) und Nicolas Höfler (55.) zwei dicke Chancen hatte.

Nach gut einer Stunde merkte man dem SC an, dass die Kräfte im ersten Pflichtspiel der Saison deutlich nachließen. Es häuften sich im Aufbau die Fehler. Die Kickers hatten nun durch Herrmann (58.) und David Kopacz (68.) zwei tolle Möglichkeiten zum Ausgleich. Der SC rettete sich jedoch ins Ziel.

Jena - Köln: Baumgart-Truppe gewinnt im Elferschießen

Der 1. FC Köln hat beim Einstand von Trainer Steffen Baumgart dank Torwart Marvin Schwäbe eine peinliche Pokal-Pleite verhindert. Der lange Zeit harmlose Bundesligist gewann sein Erstrundenduell am Sonntag beim Viertligisten Carl Zeiss Jena im Elfmeterschießen mit 4:2 und zog in die zweite Runde ein. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 (0:1) gestanden. Neuzugang Schwäbe parierte zwei Elfmeter.

Den von 2728 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld umjubelten Führungstreffer für den Außenseiter hatte Stürmer Maximilian Wolfram mit einer schönen Direktabnahme bereits in der 5. Minute erzielt. Nur dank einer Leistungssteigerung ab der zweiten Halbzeit und dem Tor von Ellyes Skhiri (69.) konnte Köln gegen den Tabellen-18. der Regionalliga Nordost noch ausgleichen. Der Auftritt macht dennoch nicht viel Hoffnung für den Bundesligastart am kommenden Sonntag zu Hause gegen Hertha BSC.

Baumgart hatte vor seinem ersten Pflichtspiel als FC-Coach vor der hitzigen Atmosphäre in Jena gewarnt und gefordert: "Wir müssen klar aufzeigen, wer der Chef im Ring ist." Doch das war zunächst der Underdog. Die Jenaer begannen giftig, lauffreudig - und effektiv. Mit der ersten Chance des Spiels erzielte Torjäger Wolfram, der vor der Saison vom FC Ingolstadt zurückgekehrt war, das 1:0.

FC-Torhüter Schwäbe, der wie von Baumgart angekündigt den Vorzug vor Stammtorhüter Timo Horn erhalten hatte, war machtlos. In der Szene sah eher Rechtsverteidiger Kingsley Ehizibue schlecht aus, weil er Vorlagengeber Maximilian Krauß relativ ungestört flanken ließ.

Baumgart nahm nach dem Rückschlag einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche und haute sich mit der Hand auf den Oberkörper. "Brust raus!" sollte das bedeuten - doch die Kölner blieben zunächst fahrig und ungefährlich. Die einzig nennenswerte Chance der ersten Halbzeit vergab Stürmer Jan Thielmann, der alleine aufs gegnerische Tor zulief, kläglich (40.).

Große Aufregung gab es, als Wolfram kurz vor dem Halbzeitpfiff verletzt am Boden lag, die Kölner aber minutenlang den Ball nicht ins Aus spielten, damit der Torschütze behandelt werden konnte. Die Heimfans quittierten das mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der FC den Druck, ein abgefälschter Schuss von Rückkehrer Mark Uth, der bis dahin komplett untergetaucht war, hätte beinahe den Ausgleich gebracht (47.).

Der Bundesligist hatte nun noch mehr Ballbesitz und erspielte sich auch bessere Chancen als noch im ersten Spielabschnitt, was in den verdienten Ausgleich mündete. Danach verpasste es Köln auf der Baustelle Ernst-Abbe-Sportfeld trotz Dauerdrucks, das Spiel vor dem Elfmeterschießen zu entscheiden.

Elversberg - Mainz: M05 setzt sich im Elferschießen durch

Erst zwei glückliche späte Comeback, dann die besseren Nerven im Elfmeterdrama: Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 hat seine Auftakthürde im DFB-Pokal mit viel Mühe und einer gehörigen Portion Glück gemeistert. Das Team von Trainer Bo Svensson gewann trotz zwischenzeitlichem Rückstand beim Südwest-Regionalligisten SV Elversberg mit 8:7 im Elfmeterschießen und verhinderte gerade so die dritte Erstrundenblamage in den letzten acht Jahren. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 (2:2, 1:1) gestanden.

Laurin von Piechowski vergab entscheidend für Elversberg, er traf nur die Latte. Jonathan Burkardt (89., 115.) rettete die Rheinhessen nach den beiden Führungstreffern von Luca Schnellbacher (73., 110.) erst in die Verlängerung und dann ins Elfmeterschießen. Für den Bundesligaauftakt gegen RB Leipzig am Sonntag werden sich die Mainzer deutlich steigern müssen.

Der Saarlandpokalsieger kämpfte bei seiner achten Teilnahme am DFB-Pokal lange tapfer, doch eine erneute Erstrundensensation wie im Vorjahr gegen den FC St. Pauli blieb ihm verwehrt.

Bei den Rheinhessen wurde die Spielvorbereitung durch einen positiven Coronatest von Angreifer Karim Onisiwo gestört. Da alle weiteren Spieler sowohl am Freitag als auch am Samstag negativ getestet wurden, konnte die Partie dennoch planmäßig stattfinden. "Bist du einmal nicht auf der Höhe, bist du raus. Es gibt keine zweite Chance", ermahnte Svensson sein Team zu voller Konzentration.

Und dennoch taten sich die Mainzer gegen den überraschend hoch anlaufenden Viertligisten zu Beginn spielerisch schwer, Gefahr entstand zunächst nur durch Standards. Erst nach gut 25 Minuten zog der Favorit etwas das Tempo an, erarbeitete sich dann in einer Drangphase hochkarätige Chancen im Minutentakt.

Jonathan Burkardt (30.) und Jeremiah St. Juste (34.) trafen jeweils den Pfosten, zudem rettete SVE-Keeper Frank Lehmann mit einer Glanztat bei einem Kopfball von Stefan Bell (33.). Die Saarländer wirkten nun zunehmend überfordert, daran änderte sich auch nach dem Wechsel wenig.

Burkardt traf schon nach 17 Sekunden die Unterkante der Latte, seinen nächsten Versuch grätschte Kevin Conrad von der Linie (54.). Nach gut einer Stunde gaben die Mainzer dem Underdog mehr Räume zum Kontern. Schnellbacher umkurvte Zentner und vollstreckte eiskalt, doch Burkardt hatte nach Flanke von Anton Stach die späte Antwort parat.

In der Verlängerung mieden beide Teams das letzte Risiko, die größte Chance vergab zunächst Burkardt per Kopf (103.). Dann traf Schnellbacher aus dem Nichts per Lupfer.

Münster - Wolfsburg: Wölfe gewinnen in der Verlängerung

Cheftrainer Mark van Bommel ist bei seinem Pflichtspieldebüt für den VfL Wolfsburg mit dem Schrecken davongekommen. Der ambitionierte Bundesligist setzte sich im DFB-Pokal beim Regionalligisten Preußen Münster nach einer schwachen Vorstellung mit 3:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung durch und rettete sich mit viel Dusel in die zweite Runde. Wegen eines Wechslfehlers droht Wolfsburg aber ein nachträgliches Aus.

Innenverteidiger Marcel Hoffmeier erzielte nach einer Ecke die überraschende Führung für den lange Zeit starken Viertligisten (74.). Josip Brekalo glich für den enttäuschenden Pokalsieger von 2015 aus (90.). Torjäger Wout Weghorst (103.) und Ridle Baku (120.+1) trafen in der hitzigen Verlängerung zum Zittersieg für den VfL.

Angepeitscht von 6703 Zuschauern brachten die spielfreudigen Preußen die Wolfsburger Abwehr in der Anfangsphase mehrfach ins Wanken. Zählbares sprang für das aufmüpfige Bundesliga-Gründungsmitglied allerdings nicht heraus.

Die körperlos agierenden Wölfe fanden kaum Mittel gegen den beherzt auftretenden Aufstiegskandidaten aus der Regionalliga West, der erstmals seit sieben Jahren wieder in der ersten Pokalrunde stand. Die von van Bommel geforderte angriffslustige Spielweise zeigte der Champions-League-Teilnehmer nicht - das veranlasste den Niederländer nach 30 Minuten zu einer ersten energischen Ansage.

Die Standpauke zeigte Wirkung. Die Niedersachsen präsentierten sich robuster, sahen drei Gelbe Karten innerhalb weniger Minuten, und gingen fast in Führung. Neuzugang Lukas Nmecha tauchte unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff frei vor Münsters Schlussmann Maximilian Schulze Niehues auf, der den Abschluss des U21-Europameisters stark parierte.

Nach dem Seitenwechsel suchten beide Mannschaften den Weg nach vorn. Erst verfehlte Münsters Dennis Daube knapp das Tor, dann scheiterte Weghorst aus Nahdistanz am ausgezeichneten Schulze Niehues. Die Angriffsbemühungen waren jedoch nur von kurzer Dauer. Der ungewohnt ruhige van Bommel wirkte an der Seitenlinie ratlos. Seine Elf zeigte auch mit zunehmender Spielzeit eine uninspirierte Vorstellung.

Die Gastgeber mussten schließlich dem hohen Anlauf in der ersten Halbzeit Tribut zollen. Wolfsburg ließ geschickt Ball und Gegner laufen und fand Lücken im Verbund der Münsteraner.

In der besten Phase der Wolfsburger gelang dem Underdog durch Hoffmeier die Führung, doch Brekalo rettete den VfL in die Verlängerung. Dort bewahrten Weghorst und Baku die Mannschaft von van Bommel vor der Blamage.

Meppen - Hertha: Selke erlöst die Hauptstädter

Erst mit langer Anlaufzeit hat Hertha BSC seine Pflichtaufgabe gelöst und ist in die zweite DFB-Pokalrunde einzogen. Beim Drittligisten SV Meppen setzten sich die zwei Klassen höher spielenden Berliner mit 1:0 (0:0) durch. Davie Selke (90.+1) erlöste den Favoriten.

Eine Halbzeit lang war die umkämpfte Partie total offen. Dirigiert von Rückkehrer Kevin-Prince Boateng zeigten die Gäste die reifere Spielanlage, doch im Strafraum fehlte die Durchschlagskraft. Wenn überhaupt ging Gefahr von Selke aus, der in der siebten Minute den Pfosten und in der 26. Minute das Außennetz traf.

Hertha-Trainer Pal Dardai war hörbar unzufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft. Noch vor dem Ende der ersten 45 Minuten forderte der Ungar seine Profis lautstark zu mehr Mut in der Offensive auf. Doch in dieser Phase agierte der Bundesligist zu schematisch. Vor 6000 Zuschauern in der Hänsch-Arena konnten sich die Emsländer im Rückwärtsgang immer wieder rechtzeitig positionieren.

Das hatte auch mit dem Auftritt von Boateng zu tun. Der Routinier war zwar in seinem ersten Pflichtspiel für die Hertha seit 14 Jahren oft am Ball, doch zumeist verlangsamte er eher die Aktionen seiner Mitspieler. Überdies fing er sich schon vor dem Halbzeitpfiff wegen Reklamierens eine Gelbe Karte ein.

Der Tabellenneunte der dritten Liga zeigte wenig Respekt vor den Herthanern, die Mannschaft von Coach Rico Schmitt behauptete sich vor allem gut in den Zweikämpfen. Nur klare Torchancen konnten sich die Niedersachsen zunächst nicht herausarbeiten.

Das änderte sich nach Wiederbeginn, Nicht der Favorit, sondern der Außenseiter machte Druck. In der 55. Minute wäre Kapitän Luka Tankulic mit einem Freistoß erfolgreich gewesen, 120 Sekunden später traf Florian Egerer die Latte. Dardai reagierte und nahm Boateng nach einer Stunde aus dem Spiel.

Doch Wirkung zeigte diese Auswechslung zunächst nicht. Immer noch fehlte den Aktionen der Gäste das Überraschungsmoment und vor allem das Tempo. Dafür trafen die Platzherren durch Markus Ballmert noch einmal den Pfosten (75.). In der Nachspielzeit schlug dann doch Selke für den Favoriten zu.

Mannheim - Frankfurt: Desolate Eintracht scheidet verdient aus

Hier geht es zum ausführlichen Bericht.

Türkgücü München - Union: Kruse sorgt für die Entscheidung

Union Berlin ist dank Olympia-Fahrer Max Kruse in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der 33 Jahre alte Stürmer avancierte beim verdienten 1:0 (1:0) beim tapfer kämpfenden Drittligisten Türkgücü München mit seinem Treffer in der 23. Minute zum Matchwinner.

Damit darf sich die Mannschaft von Trainer Urs Fischer über einen gelungenen Start in die neue Saison freuen, die Eisernen gehen mit Rückenwind in den Bundesliga-Auftakt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Bayer Leverkusen. Pokal-Debütant Türkgücü München blieb eine ansprechende Leistung sowie 128.757 Euro Preisgeld als Trostpflaster.

Während bei Türkgücü unter dem neuen Trainer Petr Ruman neun Zugänge in der Startelf standen, gaben bei Union in Timo Baumgartl, Rani Khedira und Andreas Voglsammer drei Profis ihr Pflichtspieldebüt.

Im altehrwürdigen Stadion an der Grünwalder Straße entwickelte sich vor etwa 2500 teils lautstarken Zuschauern auf beiden Seiten ein ausgeglichener Pokal-Fight. Türkgücü spielte mutig mit dem Bundesligisten mit, die Berliner fanden gegen den Drittligisten lange nicht zu ihrem Spiel.

Ein schwerer Patzer von Paterson Chato, der sich den Ball als letzter Verteidiger von Taiwo Awoniyi abluchsen ließ, brachte den Favoriten aber in Führung. Kruse musste einen Querpass des fest vom FC Liverpool verpflichteten Nigerianers nur noch im leeren Tor unterbringen.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Union das Kommando und kam zu vielen guten Möglichkeiten. Die schnelle Vorentscheidung wollte allerdings nicht gelingen. Sowohl Khedira (54.) als auch Kruse (60.) scheiterten völlig freistehend am starken Türkgücü-Torwart Rene Vollath.

Ein Abseitstreffer des eingewechselten Union-Stürmers Kevin Behrens (68.) wurde zurecht aberkannt. In der verregneten Schlussphase versuchte Türkgücü noch einmal alles, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen.

Villingen - Schalke: Neuzugänge treffen für S04

Bundesliga-Absteiger Schalke 04 hat dank treffsicherer Neuzugänge die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis setzte sich beim baden-württembergischen Oberligisten FC 08 Villingen glanzlos mit 4:1 (1:1) durch.

Der von Union Berlin verpflichtete Marius Bülter (17., 51.) und der erst am Mittwoch von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Rodrigo Zalazar (49.) trafen für die Königsblauen, die zuletzt vor sieben Jahren an ihrer Pokal-Auftakthürde gescheitert waren. Der eingewechselte Jaroslaw Michailow, seit 13. Juli in Gelsenkirchen unter Vertrag, machte alles klar (79.).

Nedzad Plavci (31.) markierte vor 4992 Zuschauern den zwischenzeitlichen Ausgleich für Villingen, das auch bei der zehnten Hauptrunden-Teilnahme eine Überraschung verpasste.

Oldenburg - Düsseldorf: Hennings schnürt Doppelpack

Fortuna Düsseldorf ist seiner Favoritenrolle gerecht worden und hat locker die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Der Zweitligist löste seine Aufgabe beim Oberligisten VfL Oldenburg souverän mit 5:0 (3:0) und überstand damit zum siebten Mal nacheinander die erste Runde. Zuletzt war Düsseldorf in der Saison 2014/2015 gleich an der Auftakthürde gescheitert.

Torjäger Rouwen Hennings (13., 61., Foulelfmeter), ein Eigentor von Carsten Abbes (23.), ein verwandelter Strafstoß von Dawid Kownacki (26.) und Nicklas Shipnoski (70.) sorgten für den nie gefährdeten Erfolg des Favoriten. Oldenburg wehrte sich zwar nach Kräften, konnte den Zweitligisten aber nicht in Verlegenheit bringen.

Koblenz - Regensburg: Dritter Sieg im dritten Spiel

Zweitligist Jahn Regensburg hat ungefährdet die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Das Team von Trainer Mersad Selimbegovic gewann sein Erstrundenspiel am Sonntag beim Regionalligisten Rot-Weiß Koblenz mit 3:0 (2:0). In der Vorsaison hatte es der Jahn bis ins Viertelfinale geschafft.

Jan-Niklas Beste (27.), Andreas Albers (31.) und Max Besuschkow (68.) trafen für den Favoriten, der mit zwei Siegen blendend in die Zweitliga-Saison gestartet war. Für Koblenz, den Vertreter der viertklassigen Regionalliga Süd-West, war es die zweite Pokal-Teilnahme nach 2018.

DFB-Pokal: Der Terminplan

TerminRunde
6. bis 9. August 20211. Runde
26./27. Oktober 20212. Runde
18./19. Januar 2022Achtelfinale
1./2. März 2022Viertelfinale
19./20. April 2022Halbfinale
21. Mai 2022Finale in Berlin
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