DFB-Pokal: Vorjahresfinalist RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt ausgeschieden

Von SPOX/SID
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RB Leipzig hat seinen schwachen Start ins neue Jahr fortgesetzt und ist im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Der Vorjahresfinalist verlor nach einer enttäuschenden und uninspirierten Vorstellung mit 1:3 (0:1) bei Eintracht Frankfurt und fährt mit großen Sorgen zum Gipfeltreffen beim neuen Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München am Sonntag.

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Mit einem Handelfmeter nach Videobeweis brachte Andre Silva (17.) die Gastgeber vor 47.400 Zuschauern in Führung. Nach der Pause erhöhte Filip Kostic (51.) für den fünfmaligen Pokalsieger, der es zum 18. Mal in die Runde der letzten Acht schaffte. Winter-Neuzugang Dani Olmo (69.) erzielte nur noch den Anschlusstreffer für die Gäste, die in Frankfurt weiter ohne Sieg sind. Abermals Kostic (90.+5) machte alles klar.

"Das muss bei den Jungs erst einmal sacken. Der Elfmeter war der Knackpunkt, obwohl wir auch trotz unserer Fehler noch gewinnen hätten können", sagte Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann bei Sport1 und blickte dem Gastspiel in München mit gemischten Gefühlen entgegen: "Das bleibt im Kopf, aber München wird etwas anderes, weil die Bayern nicht so tief wie Frankfurt stehen werden."

Eintracht feiert: "Solche Abende lieben wir"

Im Eintracht-Lager sprach Trainer Adi Hütter von einem "verdienten Sieg, auch wenn Leipzig mehr Ballbesitz hatte". Vorstandschef Fredi Bobic den Erfolg auch auf die Winterpause zurück: "Vorher waren wir in einem Loch, in das man bei unserer Belastung immer mal fallen kann. Aber die Ruhe hat uns gut getan. Solche Abende wie heute lieben wir natürlich." Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp schickte Matchwinner Kostic ein Sonderlob: "Filip ist eine Maschine, ein Mentalitätsmonster, den kriegst du nicht kaputt." Was das Erfolgsgeheimnis des seit Wochen starken Serben sei? "Er hat sich für zu Hause eine neue Espresso-Maschine gekauft, die anscheinend Wunder bewirkt."

Nagelsmann setzte wie schon in den ersten beiden Pokalrunden auf den Schweizer Nationaltorhüter Yvon Mvogo. Für Top-Torjäger Timo Werner und Emil Forsberg stürmten zunächst Poulsen und Patrik Schick. Zudem gab Winter-Neuzugang Angelino sein Startelf-Debüt für die Sachsen.

Bei den Gastgebern stand Neuverpflichtung Stefan Ilsanker gegen seinen Ex-Klub nicht im Kader. Auf diese Sonderregelung hatten sich beide Vereine bei den Transferverhandlungen verständigt. Zudem musste Hütter, der im Vergleich zum 1:1 in Düsseldorf auf vier Positionen umstellte, erneut auf Stürmer Bas Dost verzichten.

Silva trifft per Elfmeter zur SGE-Führung

Die ersten Minuten gehörten den Leipzigern. Auch, weil die Eintracht zunächst sehr tief stehend verteidigte. Die ersten Möglichkeiten vergaben Amadou Haidara und Schick, der am glänzend reagierenden Trapp scheiterte (10.).

Die Frankfurter warteten auf Konter im eigenen Stadion, die sie auch bekamen: Nach einer Flanke von Filip Kostic sprang Marcel Halstenberg der Ball im Strafraum an die ausgestreckte Hand. Schiedsrichter Felix Brych, der den fälligen Handelfmeter zunächst nicht gegeben hatte, entschied nach einem Blick auf den Monitor am Spielfeldrand folgerichtig auf Strafstoß - Silva versenkte eiskalt.

Vom Gegentreffer beeindruckt blieb Leipzig zwar die aktivere Mannschaft, vielversprechende Torraumszenen erspielte sich die Nagelsmann-Elf gegen gut organisierte Frankfurter jedoch nicht. Die Defensive der Sachsen und Torhüter Mvogo offenbarten immer wieder Unsicherheiten. Auffällig agierte Manchester City-Leihgabe Angelino, der sich im Offensivspiel immer wieder auf der linken Außenbahn versuchte einzubringen.

Neuzugang Olmo erzielt Leipzigs Anschlusstreffer

In der Pause versuchte Nagelsmann mit der Einwechslung von 20-Millionen-Euro-Mann Olmo frische Ideen für das Angriffsspiel zu bringen - zunächst ohne Erfolg. Dayot Upamecano leitete durch einen haarsträubenden Fehlpass den Alleingang von Kostic ein, der den Ball nach einem 40-Meter-Sprint an Mvogo vorbeischob.

Die endgültige Vorentscheidung für die Eintracht vergab Mijat Gacinovic freistehend vor Mvogo (58.). Daraufhin reagierte Nagelsmann und wechselte Nationalspieler Werner (61.) ein, der beim Anschlusstreffer von Olmo den Ball überlegt durch die eigenen Beine laufen ließ.

Eintracht Frankfurt - RB Leipzig: Die Aufstellungen

Frankfurt: Trapp - Toure, Abraham, Hinteregger, Ndicka - Hasebe - Sow, Rode (78. Kohr) - Gacinovic (81. Chandler), Silva (88. Paciencia), Kostic. - Trainer: Hütter

Leipzig: Mvogo - Klostermann, Upamecano, Halstenberg, Angelino - Laimer (61. Timo Werner) - Sabitzer, Haidara (46. Dani Olmo) - Nkunku (81. Lookman), Poulsen, Schick. - Trainer: Nagelsmann

Tore: 1:0 Andre Silva (17., Handelfmeter nach Videobeweis), 2:0 Kostic (51.), 2:1 Dani Olmo (69.), 3:1 Kostic (90.+5)

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