Trier wirft Hannover aus dem Pokal

SID
Will nach dem Pokal-Erfolg ein Fass aufmachen: Mario Basler
© Imago

Eintracht Trier schaffte unter Trainer Mario Basler die Überraschung und warf Hannover aus dem Pokal. Bayern München zeigte sich bei Sechstligist Neckarelz lange Zeit als Lachnummer - erst Mario Gomez erlöste den Rekordmeister. Frankfurt sorgte in Offenbach für klare Verhältnisse, Bochum quälte sich in Lotte zu einem knappen Sieg.

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Eintracht Trier - Hannover 96 3:1

Hannover 96 hat sich bis auf die Knochen blamiert. Die Niedersachsen unterlagen dem Regionalligisten Eintracht Trier mit 1:3 und zeigten gegen die Mannschaft von Ex-Nationalspieler Mario Basler vor allem in der zweiten Hälfte eine indiskutable Leistung.

"Wenn wir Spieler auf dem Platz haben, die sich von Feierabend-Fußballern komplett abkochen lassen, dann haben sie ihren Job nicht verstanden", wetterte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke im Sky-Interview.

Martin Wagner (60.), Josef Cinar (65.) und Sahr Senesie (90+1) hatten zurvor für die Sensation gesorgt. "Wenn ich heute nicht feiere, dann weiß ich nicht, wann ich noch mal feiern soll. Wir werden heute Abend ein Fass aufmachen", sagte Basler bei Sky.

96-Anhänger randalieren nach dem Spiel

Jiri Stajner (4.), Valdet Rama (11.), Jan Rosenthal (12.) und Arnold Bruggink (14.) vergaben ihre Chancen, Hannover bereits früh in Führung schießen zu können. Jan Rosenthal erzielte in der 40. Minute das einzige Tor für Hannover.

Anschließend kam Trier allerdings immer besser ins Spiel und ließ kaum noch Möglichkeiten der Niedersachsen zu. Nach dem Seitenwechsel kamen die Trierer mit viel Elan aus der Kabine und brachten den Bundesligisten mehrmals in Bedrängnis.

Beste Spieler auf Seiten Hannovers waren der Niederländer Bruggink und mit Abstrichen Stajner. Bei den Gastgebern konnten vor allem Torwart Kronholm und Cinar überzeugen.

Rund 50 Anhänger der Hannoveraner ließen ihrer Wut nach dem Spiel freien Lauf und beschädigten einen Zaun an einem Stadiontor. In unmittelbarer Nähe befand sich auch der Mannschaftsbus der Niedersachsen.

SpVgg Neckarelz - Bayern München 1:3

Gegen den SpVgg Neckarelz zog der deutsche Rekordmeister und Rekordpokalsieger zwar standesgemäß in die zweite Runde des DFB-Pokals ein - doch beim 3:1 (0:0) gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Sechstligisten bekleckerte sich die mutmaßliche Stammformation des neuen Trainers Louis van Gaal nicht mit Ruhm.

"Das war das zehnte Spiele innerhalb von viereinhalb Wochen - das war zuviel. Deshalb haben wir nicht gut gespielt", entschuldigte sich van Gaal.

Emotionen pur: So diskutierten die User während des Spiels

Vor 30.017 Zuschauern in Sinsheim erzielte Mario Gomez erst in der 51. Minute die Führung für den FC Bayern und legte legte per Handelfmeter nach (57.). Hamit Altintop konterte das umjubelte 1:2 der SpVgg Neckarelz durch Heiko Throm (80.) nach einem Patzer von Rensing umgehend mit dem dritten Bayern-Treffer (82.).

So lief das Spiel der Bayern: Der ausführliche Spielbericht

Kickers Offenbach - Eintracht Frankfurt 0:3

Eintracht Frankfurt gewann gegen Kickers Offenbach nach einer Leisterungssteigerung in der zweiten Halbzeit und den Treffern durch Neuzugang Pirmin Schwegler (71.), dem Brasilianer Caio (75.) und Alexander Meier (86. ) mit 3:0.

"Dieser Derbysieg war für unseren Saisonauftakt unheimlich wichtig", sagte Eintracht-Trainer Skibbe.

Die 24.000 Zuschauer auf dem ausverkauften Bieberer Berg sahen eine trotz der Brisanz zwischen den beiden Nachbarstädten über weite Strecken emotionsarme Partie. Für den OFC hatten Angreifer Mirnes Mesic (11.) sowie der frühere Frankfurter Profi Mounir Chaftar die Möglichkeit zur Führung (27.), Eintracht-Schlussmann Oka Nikolov parierte jeweils aber sicher. Auf der anderen Seite kam Ioannis Amanatidis einen Schritt zu spät (30).

Erfolgreich verlief der Einsatz der Offenbacher Polizei. Die verfeindeten Fangruppen konnten durch über 1000 Polizisten weitgehend auseinandergehalten werden. Bis auf ein paar kleinere Scharmützel in der Offenbacher Innenstadt war es zumindest bis Spielschluss relativ ruhig geblieben.

Beste Spieler aufseiten der Eintracht waren Schwegler und Caio. Beim Pokalsieger von 1970 gefielen Mesic und Keeper Robert Wulnikowski.

Sportfeunde Lotte - VfL Bochum

Durch ein Glückstor von Diego Klimowicz hat sich der VfL Bochum in die zweite DFB-Pokal-Runde gequält. Der Argentinier erzielte in der 50. Minute den Siegtreffer zum 1:0 (0:0) beim Viertligisten Sportfreunde Lotte mit der Schulter und bewahrte sein Team somit vor einer Blamage. "Nach dem 1:0 hätten wir das zweite und dritte Tor nachlegen müssen. Da haben wir uns nicht gut angestellt, da hätten wir ruhiger spielen müssen", sagte Bochums Trainer Marcel Koller.

Die größte Chance der ersten Halbzeit vergab Stanislav Sestak, der nach einem Zuspiel von Sturmpartner Klimowicz aus acht Metern verzog. Lotte stellte die Räume gut zu, offenbarte aber technisch zu große Unzulänglichkeiten, um vielversprechend vor das Bochumer Tor zu kommen. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Favorit aber nervös, der Außenseiter witterte seine Chance. Die beste Gelegenheit für Lotte verpasste Stürmer Marcus Fischer.

Während beim VfL Sestak und Epalle noch den besten Eindruck hinterließen, überzeugten bei Lotte vor allem Poggenborg und der Ex-Bochumer David Czyszczon.

Alle Spiele der ersten DFB-Pokal-Runde im Überblick