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Fussball

Rettig über DFB: Es fehlt das "frische Blut"

SID
Der langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig sieht verkrustete Strukturen als großes Problem beim DFB und wünscht sich unter anderem eine stärkere Einbindung junger Menschen.

Der langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig sieht verkrustete Strukturen als großes Problem beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und wünscht sich unter anderem eine stärkere Einbindung junger Menschen. "In Anlehnung an die Politik, egal, wie man zu Jusos, der Jungen Union oder der Grünen Jugend steht: Eine Interessenvertretung junger Leute würde ich sehr begrüßen", sagte Rettig im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Für den einstigen Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) sei es momentan "höchst fraglich", ob beim DFB die richtigen Leute in der Verantwortung stehen. Dies habe auch mit dem typischen Karriereweg innerhalb des Verbandes zu tun.

"Bislang ist es in der Regel so: Um DFB-Präsident zu werden, muss man eine Ochsentour vom Kreis über den Bezirk zum Verband absolvieren, um irgendwann Regionalfürst zu sein", sagte Rettig: "Dann hat man einen grauen Bart und weiße Haare - und landet schließlich im DFB-Präsidium, hat aber schon 25 Jahre lang Allianzen geschmiedet. Das System bedingt genau diese Abhängigkeiten, die dem deutschen Fußball mehr schaden als nutzen, daher bekommen wir auch kein frisches Blut in den DFB." Künftig müsse auch "das Wissen der Basis" viel besser genutzt werden.

Zudem bemängelte der 58-Jährige, mittlerweile Geschäftsführer beim Drittligisten Viktoria Köln, dass im deutschen Fußball nicht mehr der Dachverband den Ton angebe. "Der DFB hat sich die Richtlinienkompetenz von der DFL aus der Hand nehmen lassen, das muss man klar sagen", so Rettig. So sei etwa die Planungen zur Zukunft des Profifußballs, die die DFL derzeit mit einer Taskforce umsetzt, eigentlich "Aufgabe des Gesamtverbands". Der DFB sei aber "vor lauter Beschäftigung mit sich selbst offenbar gar nicht mehr in der Lage, entscheidende Themen anzugehen".

Auch die Verschiebung der Kräfteverhältnisse in Richtung der DFL sei letztlich aber mit den derzeit handelnden Personen verbunden. "Wäre Christian Seifert nicht DFL-Geschäftsführer, sondern DFB-Präsident, wäre es anders gelaufen. Dann wäre der DFB die Lokomotive", sagte Rettig.

 

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