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Fussball

DFB - Schwedler: "Alle alten Zöpfe abschneiden" für Neuanfang beim DFB

SID
Die Führungskrise beim DFB sei laut Sandra Schwedler eine große Chance zur tiefgreifenden Veränderung von nicht mehr zeitgemäßen Strukturen.

Sandra Schwedler, Aufsichtsratsvorsitzende des Zweitligisten FC St. Pauli, möchte das aufsehenerregende Positionspapier zur Stärkung von Frauen im Fußball nicht als Vehikel zur "Übernahme" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verstanden wissen. "Das ist nicht Ziel und Zweck dieses Positionspapiers, dahinter steckt eine grundsätzliche Forderung nach Veränderung in beiden Verbänden sowie in den Vereinen", sagte Schwedler dem SID.

Die Führungskrise sei aber eine große Chance zur tiefgreifenden Veränderung von nicht mehr zeitgemäßen Strukturen. "Ein Neuanfang ist möglich, wenn man wirklich alle alten Zöpfe beim DFB abschneidet. Das heißt, dass man Fußball neu denkt und mit neuen Menschen besetzt", sagte die einzige Aufsichtsratschefin im deutschen Fußball.

Zur Neuaufstellung rät sie zu "Expert*innen, die im jeweiligen Bereich die Besten sind". Diese könne man in eine gemeinsame Führung zusammenbringen: "Führung funktioniert im diversen Team besser, als dass wir eine eierlegende Wollmilchsau finden, die alles kann."

Kandidatinnen für die Rolle als erste Präsidentin der DFB-Geschichte existieren laut Schwedler auch abseits von Katja Kraus, ehemaliges Vorstandsmitglied des Hamburger SV: "Es gibt mehr als zehn Frauen, die geeignet wären, Präsidentin zu werden. Mindestens genau so viele wie Männer."

Im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit hinke der Fußball beispielsweise der Wirtschaft noch weit hinterher. "Da ist noch viel mehr aufzuholen. Ich würde sagen, das ist nicht nur ein Spiegelbild der Gesellschaft, sondern in meiner Welt sogar ein veraltetes Spiegelbild der Gesellschaft."

Am Mittwoch hatten neun prominente Frauen aus dem Fußball unter dem Motto "Fußball kann mehr" acht Forderungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit veröffentlicht. Dazu gehört unter anderem eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent in Führungspositionen bei Fußballverbänden bis zum Jahr 2024. Genauso soll es in den Aufsichtsräten und Chefetagen aller Klubs in den Männer- wie Frauenprofiligen aussehen.

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