Fussball

Zwanziger vor Sommermärchen-Prozess: "Urteil in den Papierkorb"

SID
Theo Zwanziger muss sich in Bezug auf Sommernärchen 2006 vor Gericht verantworten

Gut drei Wochen vor Beginn des Sommermärchen-Prozesses vor dem Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona hat der Mitangeklagte Theo Zwanziger die Bundesanwaltschaft (BA) erneut scharf kritisiert. "Die BA hat vier Jahre lang ermittelt. Und was ist dabei herausgekommen? Eine Schlamperei. Eigentlich hätte das Bundesstrafgericht die Anklage zurückweisen müssen", sagte der frühere Präsident des DFB in einem Interview mit der Aargauer Zeitung.

Zwanziger, der ehemalige DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt und dessen früherer Weltverbands-Kollege Urs Linsi (Schweiz) müssen sich wegen der aus ungeklärten Gründen falsch deklarierten Zahlung von 6,7 Millionen Euro der Organisatoren des WM-Turniers 2006 in Deutschland an den Weltverband FIFA ab dem 9. März in Bellinzona wegen Betrugs in Mittäterschaft verantworten.

Zwanzigers Nachfolger Wolfgang Niersbach steht im selben Zusammenhang wegen Beihilfe zum Betrug vor Gericht. Das Verfahren gegen den damaligen WM-Chef Franz Beckenbauer wurde im vergangenen Sommer von der Schweizer Justiz wegen des Gesundheitszustandes des "Kaisers" abgetrennt.

Zwanziger erscheint wohl nicht zu erstem Gerichtstermin

Von dem Prozess in Bellinzona erwartet Zwanziger offenkundig keine Aufklärung damaliger Geldflüsse auch über Konten von Beckenbauer an den früheren FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam (Katar). Entsprechend geringschätzig blickt der Jurist dem Verfahrensende entgegen: "Das Urteil kann ich in den Papierkorb werfen. In Deutschland wäre es nicht vollstreckbar, weil Betrug und ungetreue Geschäftsbesorgung bei uns verjährt sind."

Unabhängig davon ist sein Erscheinen vor Gericht offenbar aus gesundheitlichen Gründen noch unsicher. "Ich habe diesen Monat zwei Augenoperationen, die dringend notwendig sind", sagte Zwanziger. Die Eingriffe seien nach der ursprünglichen Ansetzung des Prozesses im Januar eigens in den Februar gelegt worden. Seine Anwesenheit am ersten Verhandlungstag im Gerichtssaal ist für den ehemaligen DFB-Boss von der Entwicklung nach den Operationen abhängig: "Das werden in erster Linie meine Ärzte entscheiden."

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