DFB-Team - Gründe für das WM-Aus: Diese Fehler machten Löw und seine Mannschaft

Die Zukunft von Joachim Löw und Thomas Schneider ist noch unklar.
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Fehler in der Offensive: Keine Torgefahr im deutschen Spiel

Zugegeben, die deutsche Elf hatte Chancen, teilweise sogar reichlich. Wenn diese ein ums andere Mal vergeben werden, aus aussichtsreichster Position, ist jeder Trainer an der Seitenlinie machtlos. Zu den meisten Chancen kam es jedoch erst, als Deutschland vorne schon alles oder nichts spielte.

Aus der Grundformation hatte die Mannschaft nach vorne erschreckend wenig zu bieten. Das Spiel war nicht auf die Spielertypen zugeschnitten, aber auch der Plan A war einfach zu durchschauen. Ohne Platz für Steilpässe verlegte Deutschland sich darauf, die Bälle irgendwie in Richtung Grundlinie zu bekommen, vornehmlich über die rechte Seite, von dort sollte die Hereingabe kommen.

Für Torgefahr sorgte das nicht. Hohe Flanken auf Timo Werner, der in dieser Saison für RB Leipzig ein ganzes Kopfballtor erzielt hat? Oder ein flacher Pass, der irgendwie durch bis zu acht paar Beine hindurchfinden soll? Dieses Risiko nahmen die Gegner gerne auf sich.

Dazu kam die Schwäche bei Standards. 2014 hatte das DFB-Team endlich den eigenen Stolz überwunden und Standards trainiert - und so gleich mehrfach entscheidend getroffen. In Russland war lediglich Toni Kroos bei direkten Freistößen eine Gefahr, Ecken und sonstige Hereingaben waren harmlos. Zwar betonte Löw, dass Standards häufig trainiert worden seien, doch davon war nichts zu sehen. Hansi Flick, nach der WM 2014 zurückgetreten, fehlte doch stärker als gedacht.

Fehler in der Einstellung: Die Spieler waren zu satt

Es sind unangenehme Klischees - sonst landet man schnell bei der überflüssigen Hymnendiskussion. Trotzdem: Über das gesamte Turnier war nicht zu erkennen, dass Spieler auf dem Platz standen, die sich für den WM-Titel buchstäblich zerreißen wollten. Es fehlte an Tempo, an Einsatzwillen, an Entschlossenheit.

Bei zu vielen Schlüsselspielern stimmte die Form nicht, trotz einer oft gelobten Vorbereitung. Aber wenn ein Manuel Neuer aus seinem Strafraum den "unbedingten Willen zum Sieg" nicht erkennen kann, wenn Toni Kroos gegen Südkorea bemängelt, dass nicht zu sehen gewesen sei, dass es sich um ein Finale handelte, dann waren die Weltmeister am Ende vielleicht doch einfach zu satt.