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Fussball

DFB-Team - Gründe für das WM-Aus: Diese Fehler machten Löw und seine Mannschaft

Die Zukunft von Joachim Löw und Thomas Schneider ist noch unklar.
© getty

Fehler in der Konzentration: Gedanklich schon im Finale

Es würde viel schwerer als noch 2014, hatte Löw gepredigt. Die Fehlschläge der Italiener 2010 und Spanier 2014 waren bekannt. Die Vorrundengegner allesamt als starke Gegner betitelt. Deutschland würde nicht den gleichen Fehler machen wie die Weltmeister zuvor.

Gedanklich war die Mannschaft aber schon viel zu früh über die Gruppenphase hinaus. Das ungeliebte Quartier in Vatutinki, als Sportschule belächelt, hatte der Verband nicht für die ersten drei Spiele ausgesucht, sondern im Hinblick auf Halbfinale und Finale. So saß der Tross vor den Toren Moskaus im Wald und sehnte den Strand von Sotschi herbei.

"Niemand wird uns zum Titel schreiben", betonte Toni Kroos, als die Mannschaft durch den Last-Second-Treffer gegen Schweden erst drei Punkte auf dem Konto hatte. Marco Reus gab nach seinem Bankplatz gegen Mexiko sogar zu, er würde in den "wichtigen Spielen" noch kommen. Mexiko, so entscheidend für einen gelungenen Start ins Turnier, war offensichtlich nicht wichtig genug.

Fehler im Matchplan: Kader und Taktik passten nicht zusammen

Ob Joachim Löw Fehler in der Zusammenstellung des WM-Kaders begangen hat, lässt sich im Nachhinein nicht eindeutig sagen. Für Manuel Neuer wurde das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt, doch der Bayern-Keeper rechtfertigte seine Nominierung voll und ganz. Ebenso Julian Brandt, der Leroy Sane den Platz weggeschnappt hatte. Sane wäre angesichts des Turnierverlaufs eine wertvolle Joker-Option gewesen, doch ihn angesichts seiner schwachen bisherigen Leistungen im Deutschland-Trikot zum Heilsbringer zu stilisieren, wäre verfrüht.

Eindeutig lässt sich jedoch festhalten, dass zu viele Spieler in ihrer Rolle nicht aufgingen: In einem 4-2-3-1 mit enorm hohen Außenverteidigern müssen diese auch Gefahr nach vorne ausstrahlen, das gelang (in Teilen) jedoch nur Joshua Kimmich. Die nominellen Flügelspieler wie Thomas Müller und Julian Draxler, eher umfunktionierte zentrale Spieler, gingen im Turnier nicht zufällig völlig unter. Und ein Timo Werner, der in einem hoch stehenden Team mit Ballbesitz die Speerspitze bilden sollte, ohne viel Platz, ist das genaue Gegenteil des erforderlichen Spielertyps. Nicht zufällig glänzte er genau dann, wenn er auf den Flügel ausweichen durfte.

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