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Fussball

Ballack will nicht der Unvollendete sein

SID
Michael Ballack könnte im August gegen Brasilien sein letztes Länderspiel bestreiten
© Getty

Michael Ballack soll beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien am 10. August in Stuttgart vom DFB würdig verabschiedet werden. Doch der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler denkt noch gar nicht an ein Ende in der Nationalmannschaft. DFB-Präsident Theo Zwanziger ist dennoch der Überzeugung, dass Bundestrainer Joachim Löw und der Capitano "eine Lösung" finden werden.

Eine Ära geht zu Ende, doch Michael Ballack will in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht als der Unvollendete in die Historie eingehen. Nach "SID"-Informationen lehnt der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen einen freiwilligen Rücktritt aus der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weiterhin ab. Vielmehr will Ballack über starke Leistungen mit Bayer in der Champions League weiter versuchen, sich in der kommenden Saison sportlich für eine Teilnahme an der EURO 2012 in Polen und der Ukraine zu qualifizieren.

Zwanziger hofft auf Rücktritt von Ballack

Dagegen würde der DFB dem 98-maligen Nationalspieler gerne beim Länderspiel gegen Brasilien am 10. August in Stuttgart einen würdigen Abschied bereiten und das leidige Thema damit endgültig beenden. DFB-Präsident Theo Zwanziger hofft, dass sich Ballack kompromissbereit zeigt und gegen die Selecao ein letztes Mal für den WM-Dritten aufläuft. Damit würde Ballacks Karriere nach zwölf Jahren und 99 Länderspielen im DFB-Trikot zu Ende gehen. Die 100-Länderspiele-Marke würde damit wie so viele Titel zuvor in der Ära des Unvollendeten unerreichbar bleiben.

"Unabhängig davon, ob Michael mit dem 99. oder 125 Länderspiel aufhört - er wird immer ein großer Spieler sein. Ich habe die letzten Monate mit sehr viel Bedauern verfolgt und großes Mitgefühl für Michael Ballack. Ich wünsche ihm, dass er seine Karriere fortsetzen kann. Aber das ist allein die Entscheidung des Bundestrainers, da mische ich mich nicht ein. Und Joachim Löw wird, da bin ich überzeugt, auch in dieser Angelegenheit wieder die richtige Entscheidung treffen", sagte DFB-Präsident Zwanziger.

Bei Löw weiter außen vor

Bundestrainer Joachim Löw hatte bis zuletzt immer betont, dass Ballack nach seinen Verletzungen zunächst wieder topfit werden müsse, ehe er ihn wieder in den Kader der Nationalmannschaft beruft. In den letzten Wochen der abgelaufenen Saison präsentierte sich der Capitano in Leverkusen stark formverbessert, wurde von Löw aber dennoch nicht für das anstehende Benefiz-Länderspiel gegen Uruguay in Sinsheim am kommenden Sonntag sowie die folgenden EM-Qualifikationsspiele in Österreich und Aserbaidschan nominiert.

Auch die Verletzung von Mittelfeld-Motor Bastian Schweinsteiger führte nicht dazu, Ballack nachzunominieren. Zuvor hatte sich der 51-Jährige anstelle für Ballack bereits für den angeschlagenen Real-Profi Sami Khedira sowie den lange nicht berufenen Simon Rolfes entschieden. Damit machte Bundestrainer Löw einmal mehr deutlich, dass der Spieler Ballack unter ihm keine Perspektive mehr hat.

"Die Zukunft in der Nationalelf wird ohne Michael Ballack gestaltet. Wenn er unbedingt 100 Länderspiele habe wollte, sollte man überlegen, ob man es ermöglichen könnte. Michael ist ein verdienter Spieler, doch mit seiner Spielweise passt er nicht mehr so gut in diese Nationalelf. Er agiert ja mehr mit langen Pässen", sagte Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer.

"Michael war immer eine Lichtgestalt"

Zwanziger untermauerte derweil, welch hohe Meinung er noch immer von Ballack hat. "Insbesondere in den Jahren, in denen wir bei der Nationalmannschaft nicht so gut aufgestellt waren, war Michael immer die Lichtgestalt. Zudem hat er einen hervorragenden Charakter.

Ich werde niemals vergessen, wie er nach dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland mit diesem dicken Knöchel in der Kabine saß. Für mich war unfassbar, wie er mit diesem Knöchel überhaupt die komplette zweite Halbzeit spielen konnte. Michael Ballack hat immer alles gegeben", sagte Zwanziger.

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