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FC Bayern - Olympiakos Piräus 2:0: Achtelfinale! Lewandowski und Perisic retten Flicks Debüt

Hansi Flick hat bei seiner Premiere als Chefcoach gegen Piräus gewonnen.

Der FC Bayern hat auch das vierte Gruppenspiel dieser Champions-League-Saison gewonnen und vorzeitig das Ticket fürs Achtelfinale gebucht. Im ersten Spiel nach der Ära Niko Kovac behauptete sich der Rekordmeister mit 2:0 (0:0) gegen Olympiakos Piräus, wusste aber auch unter Interimscoach Hansi Flick spielerisch nicht zu überzeugen.

"Ja. Ausrufezeichen!" Kapitän Manuel Neuer war die erste Weiße Weste seit acht Pflichtspielen (17 Gegentore) sehr wichtig. "Wir haben sehr gut nach vorne verteidigt, haben sehr hoch gestanden, den Gegner direkt angegriffen", lobte Neuer.

Es war das, was Hansi Flick von seiner Mannschaft sehen wollte: "Wir haben das umgesetzt, was wir trainiert haben. Wir sind besser gestanden, als das in den letzten Spielen der Fall war." Flick sah jedoch noch Luft nach oben, vor allem, was Effizienz in der Offensive betrifft.

Auch Thomas Müller, der von Flick eine Einsatzgarantie für die Spiele gegen Olympiakos und den BVB bekam, stimmte seinem Trainer zu: "Nach vorne hin waren wir aber ein bisschen zu hektisch, haben schlechte Entscheidungen getroffen." Dennoch sah der Angreifer dominante Bayern: "So wie wir uns den FC Bayern vorstellen."

FC Bayern - Olympiakos Piräus: Die Reaktionen der Trainer:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Es ging nach den letzten Spielen darum, dass wir nach vorne verteidigen, die Initiative hochhalten. Ich bin mit der Mannschaft zufrieden. Wir haben immer wieder versucht, zu verlagern. In der ersten Halbzeit haben wir hin und wieder die falsche Entscheidungen getroffen, in der zweiten Halbzeit haben wir uns belohnt. Wir haben hoch gepresst, nach vorne verteidigt, sind teilweise hohes Risiko gegangen und haben versucht, den Gegner unter Druck zu setzen."

Pedro Martins (Trainer Olympiakos Piräus): "Bayern hat uns sehr unter Druck gesetzt. Wir hätten schneller sein müssen, um ihrem Würgegriff zu entkommen. Sie ließen uns nicht so einfach spielen wie noch in Piräus. Glücklicherweise hat Jose Sa eine höhere Niederlage verhindert. Wir haben viele Bälle verloren. Ich hatte mehr von meinem Team erwartet. Wir hätten es besser machen können."

FC Bayern - Olympiakos Piräus: Die Analyse

Flick setzte bei seiner Premiere auf ein klassisches 4-2-3-1 mit einer neuformierten Innenverteidigung und einem neuformierten zentralen Mittelfeld. Martinez verdrängte Boateng auf die Bank und agierte mit Blick auf das Bundesliga-Topspiel gegen den BVB (Samstag, 18.30 Uhr) an der Seite von Alaba. Goretzka erhielt den Vorzug vor Thiago auf der Doppelsechs neben Kimmich, während Müller anstelle von Coutinho auf der Zehn startete.

Reines Positionsspiel wollte der Kovac-Nachfolger von seiner Mannschaft aber offenbar nicht sehen. Bis auf die vier Abwehrspieler und die einzige echte Absicherung Kimmich rochierten die bemühten Münchner in Hälfte eins nahezu im Minutentakt. So interpretierte allen voran Goretzka seine Rolle sehr offensiv und tauchte bisweilen auf dem Flügel oder sogar in der Sturmspitze auf. Der Ertrag war gegen die von Beginn an mit neun Mann am eigenen Strafraum verteidigenden Griechen jedoch überschaubar.

Bis auf Goretzkas Fernschuss in der 5. Minute, den Olympiakos-Keeper Sa entschärfte, ging aus dem Spiel heraus einmal mehr wenig beim Rekordmeister. Bezeichnend: Die größte Chance in Durchgang eins hatte Pavard, der den Ball nach einer Ecke an den Querbalken köpfte (45.).

Erst nach dem Seitenwechsel entwickelte der Tabellenvierte der Bundesliga mehr Tempo und Kreativität im letzten Drittel, fand aber immer wieder in dem glänzend aufgelegten Sa seinen Meister - bis Lewandowski in der 69. Minute nach einer Coman-Flanke den Fuß hinhielt. Der erhoffte "Brustlöser" war das 21. Pflichtspieltor des Polens in dieser Saison allerdings nicht. Eine Gala war es am Ende nicht - obwohl der eingewechselte Perisic kurz vor Schluss noch mit seiner ersten Ballberührung zum 2:0 traf.

Daten des Spiels FC Bayern - Olympiakos Piräus

Tore: 1:0 Lewandowski (69.), 2:0 Perisic (90.)

  • Kimmich am Ende mit 137 Ballktionen, so viele hatte er in keinem CL-Spiel zuvor, in dem es keine Verlängerung gab (143 gegen Juve 2016 mit Verlängerung).
  • Olympiakos ist seit zwölf CL-Spielen sieglos (2 Remis, 10 Niederlagen) - laufender Vereins-Negativrekord.
  • Allein Lewandowski erzielte in dieser CL-Saison doppelt so viele Tore (6) wie die komplette Olympiakos-Startelf in ihrer gesamten CL-Karriere (3).
  • Erstmals seit fünf Jahren (2014/15 unter Pep Guardiola) gewinnen die Bayern die ersten vier CL-Gruppenspiele - die ersten fünf gewannen die Bayern zuvor nur 2013/14 (ebenfalls unter Guardiola).

Der Star des Spiels: Jose Sa (Olympiakos Piräus)

Brachte die Bayern mit seinen Weltklasse-Reflexen über weite Strecken der Partie zur Verzweiflung. Parierte insgesamt neun Schüsse auf sein Tor und avancierte damit zum wichtigsten Mann der offensiv inexistenten Gäste. Bei den Münchnern bis auf den einmal mehr zuverlässigen Goalgetter Lewandowski stark: Goretzka und Coman.

Der Flop des Spiels: Yassine Meriah (Olympiakos Piräus)

Machte seine Sache im Abwehrzentrum der Gäste eigentlich ordentlich, bis er in der 69. Minute einmal nicht nah genug an Lewandowski war und prompt dafür bestraft wurde.

Der Schiedsrichter: Pawel Raczkowski (Polen)

Stand kaum im Mittelpunkt, was für ihn sprach. Entschied nach einem zu leichten Kontakt an Coman in der 40. Minute korrekterweise nicht auf Strafstoß für die Bayern. Bekam ansonsten wenig zu tun. Souveräne Darbietung.

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