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Fussball

Den höchsten Preis bezahlt

Gladbach verabschiedet sich trotz vieler guter Leistungen aus dem europäischen Wettbewerb
© getty

Borussia Mönchengladbach erleidet gegen Manchester City den ersten echten Dämpfer unter Trainer Andre Schubert und verabschiedet sich aus Europa. Der Einbruch der Fohlen war aus mehreren Gründen unvermeidbar, der Zeitpunkt umso bitterer.

Die Reaktionen:

Manuel Pellegrini (Trainer Manchester): "Das Wichtigste war, dass wir weiterkommen. Danach war das Wichtigste, die Gruppe zu gewinnen. Es ist besser, nicht gegen Teams wie Bayern oder Barcelona spielen zu müssen."

Andre Schubert (Trainer Mönchengladbach): "Der Gegner hat großen Druck gemacht, bei uns ist in der zweiten Halbzeit die Stabilität abhanden gekommen. Aber ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Juventus hat uns leider nicht den Gefallen getan, in Sevilla ein gutes Ergebnis zu erzielen. Also haben wir am Ende noch einmal alles riskiert." [...] Die Niederlage in Sevilla im ersten Spiel hat uns weh getan. Aber wir sind nicht gerade der Rekordteilnehmer, waren zum ersten Mal seit langer Zeit dabei und haben uns gut geschlagen."

Max Eberl (Sportdirektor Mönchengladbach): "Wir haben trotz des Ausscheidens eine tolle Serie gespielt. Wir hatten bis zum letzten Spiel die Chance, in Europa zu überwintern. Wir ärgern uns wie Sau. Aber wir müssen nach vorne schauen."

Julian Korb (Mönchengladbach): "Es war eine gute erste Halbzeit, vielleicht haben am Ende auch die Kräfte gefehlt. Es muss weitergehen, wir nehmen den Kopf nach oben."

Fabian Johnson (Mönchengladbach): "Dieser Abend ist sehr bitter für uns gelaufen. Wir wollten uns aus eigener Kraft für die Europa League qualifizieren, das ist uns leider nicht gelungen. In der ersten Halbzeit haben wir wirklich sehr gut gespielt. Nach der Pause waren wir zu passiv und haben mehrere kleine Fehler begangen, so dass City seine Qualität ausspielen konnte."

Nachbetrachtung:

Nicht nur Max Eberl traute seinen Augen nach den ersten 45 Minuten bei Manchester City nicht richtig. 2:1 führte Gladbach nach einer überragenden ersten Halbzeit, in der die Gäste 63 Prozent Ballbesitz hatten und öfter auf das Tor schossen als Manchester. Zu diesem Zeitpunkt war vollkommen egal, was Sevilla im Parallelspiel gegen Juventus Turin veranstaltete, selbst mit einem 10:0 wären die Spanier bei diesem Spielstand nicht an den Fohlen vorbeigezogen.

Weitere 45 Minuten später blickte man in die enttäuschten Gesichter der Gladbach-Spieler und Fans auf den Rängen. Das 2:4 gegen die Citizens bedeutete aufgrund der Niederlage Turins den letzten Tabellenplatz für Gladbach und damit auch das Verpassen der Europa League. Es ist der erste echte Dämpfer für die Fohlen seit Andre Schubert an der Seitenlinie steht, der gleichzeitig aber unvermeidlich war.

Spieler laufen auf dem Zahnfleisch

Die zweite Halbzeit gegen City deckte deutlich auf, dass die Mannschaft derzeit an ihre physischen Grenzen stößt. Gladbach hatte den konsequent und energisch anrennenden Engländern überhaupt nichts mehr entgegenzusetzen und konnte sich überhaupt nicht mehr befreien. Einige Spieler liefen sichtlich auf dem Zahnfleisch, technische Fehler, schlechtes Zweikampfverhalten und Geschwindigkeits-Defizite waren die Folge.

Gladbachs Kader gibt derzeit nicht die nötige Tiefe her, um ein solches Pensum, wie es in den vergangenen Wochen absolviert werden musste, zu bewältigen. Dafür ist Schuberts Taktik zu laufintensiv, alle Mannschaftsteile müssen weite Wege gehen, um die Balance zwischen überfallartigem Offensivspiel und defensivem Pressing zu wahren. Gegen Manchester gelang den Fohlen dies nur eine Halbzeit lang.

Personaldecke zu dünn

Dass Gladbach nicht in der Lage war, das Tempo Citys über 90 Minuten mitzugehen, ist zu großen Teilen der personellen Situation des Klubs geschuldet. In Patrick Herrmann, Andre Hahn, Nico Schulz und Ihrahima Traore fehlen genau die Spieler, die in solchen Situationen für Entlastung sorgen könnten. Schubert war gegen Manchester hingegen gezwungen, exakt die Spieler einzusetzen, die bereits das kräftezehrende Topspiel gegen den FC Bayern in den Knochen hatten. Auch während der Partie konnte er nur mit Notlösungen reagieren, wie er nach der Partie erklärte.

Der Einbruch des Teams war entsprechend abzusehen, der Zeitpunkt ist für Gladbach aber umso bitterer, zumal der Kader nach der Winterpause durch eventuelle Verstärkungen und Rekonvaleszenten deutlich breiter aufgestellt gewesen wäre als aktuell. Gleichzeitig wird es der Borussia auch gut tun, sich auf die Liga und den Pokal konzentrieren zu können. Schon in der letzten Saison taten sich die Fohlen nach EL-Partien unheimlich schwer in der Liga, als man neun Mal in Folge sieglos blieb, nachdem man unter der Woche im Europapokal ran musste.

Manchester City - Borussia M'Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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