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Fussball

"Wir sind noch nicht am Ende"

Von Für SPOX in Barcelona: Andreas Lehner
Philipp Lahm (M.) steht mit den Bayern zum dritten Mal im Champions-League-Finale
© getty

Kapitän Philipp Lahm spricht nach dem Einzug ins Champions-League-Finale über die erneut beeindruckende Leistung gegen den FC Barcelona, die Entwicklung des FC Bayern in den vergangenen Jahren und das Finale gegen Borussia Dortmund.

Frage: Herr Lahm, 7:0 in zwei Spielen gegen den FC Barcelona. Konnten Sie sich das vor Beginn des Halbfinals vorstellen?

Philipp Lahm: Nein, das nicht. Man weiß, was wir für eine Qualität haben. Und wir haben die Charaktere und die Spielertypen, um einer Topmannschaft wie Barcelona wehzutun. Das haben wir letzte Woche geschafft und heute auch. Wir haben von Anfang an konzentriert gespielt, alle haben defensiv gearbeitet. Wir hatten viele Kontermöglichkeiten und das 3:0 geht deshalb auch in Ordnung. Das ist eine grandiose Leistung. Aber jetzt wollen wir auch den Pokal, wir sind noch nicht am Ende. Wir haben noch zwei Finals und die wollen wir beide gewinnen.

Frage: Im Umfeld von Barca wurde vor dem Spiel richtig getrommelt, der Glaube an die Aufholjagd war da. Wann habt ihr gemerkt, dass ihr Barca auch heute knacken könnt?

Lahm: Im Grunde erst mit dem 1:0. Im Fußball kann es immer gefährlich werden. Wir wussten, dass wir die Anfangsphase gut überstehen müssen, da wollten sie natürlich schnell ein Tor erzielen. Wenn da ein Tor fällt, wird es ein bisschen enger. Aber die Mannschaft hat souverän gespielt und man sieht die Entwicklung, die wir in den Jahren gemacht haben. Wir können in so einem Stadion vor ausverkauftem Haus gegen eine Topmannschaft bestehen und sie beherrschen können. Barca hatte wenige Möglichkeiten.

Frage: Sechs Spieler Ihrer Mannschaft waren mit einer gelben Karte vorbelastet, unter anderem Sie. Geht man da mit einer anderen Einstellung aufs Feld, um nicht im Finale gesperrt zu sein.

Lahm: Man geht mit derselben Einstellung wie immer ins Spiel, weil es noch nicht sicher ist, dass man ins Finale kommt. Man muss genauso agieren, wie sonst auch. Beim 1:0 weiß man dann, dass das Spiel so gut wie durch ist, da ist es auch klar, dass man dann mit Vorsicht agiert.

Frage: Im Finale wartet jetzt Borussia Dortmund. Vielen Bayern-Fans wäre Real Madrid als Gegner lieber gewesen. Wie sehen Sie das?

Lahm: Das ist vollkommen wurscht für uns. Wir wollten ins Finale und jetzt ist auch klar, dass wir den Pokal holen wollen, das steht außer Frage. Für Deutschland ist es schön, dass zwei deutsche Mannschaften im Endspiel stehen. Das sind die besten Mannschaften Europas. Das ist etwas Besonderes, eine grandiose Leistung. Das spiegelt den Stellenwert der Bundesliga wider, aber für uns spielt der Gegner keine Rolle.

Frage: Wo würden Sie die Bundesliga im internationalen Vergleich einordnen?

Lahm: Wenn zwei deutsche Teams im Finale sind, zeigt das die Klasse der Bundesliga. Es ist schade, dass in der Europa League keiner mehr dabei ist. Aber in der Champions League sind wir absolut top. Zwei deutsche Mannschaften im Finale gab es noch nie, das ist sensationell. Vor allem, wenn man sieht, wie beide Mannschaften agiert haben. Das war größtenteils souverän und darüber können wir uns alle freuen.

Frage: Die Dortmunder haben ihren Finaleinzug überschwänglich und ausgelassen gefeiert. Das wird bei euch wahrscheinlich nicht passieren, weil das dritte Finale in vier Jahren nicht das große Ziel sein kann, oder?

Lahm: Da muss ich widersprechen: Wir werden auch feiern, weil es etwas Besonderes ist, ins Champions-League-Finale einzuziehen. Dortmund will genauso das Endspiel gewinnen wie wir. Deshalb glaube ich die Aussagen nicht, dass sie einfach so in das Spiel gehen. Jeder will den Pott haben, wenn er im Finale steht.

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