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Fussball

Stuttgart vergeigt auch gegen biedere Rumänen

Von Thomas Gaber/Stefan Maurer
Timo Gebhart (M.) hat mit dem VfB aus zwei Spielen zwei Punkte geholt
© Getty

Der VfB Stuttgart hat auch sein zweites Spiel in der Gruppenphase der Champions League nicht gewonnen. Bei Unirea Urziceni reichte es für die Mannschaft von Trainer Markus Babbel nur zu einem 1:1 (0:1). Serdar Tasci schoss den VfB in Führung (5.), Serban Varga glich für die Rumänen aus (47.).

Vor nur 6.000 Zuschauer im Steaua-Stadion von Bukarest - Unireas Stadion entspricht nicht den UEFA-Bestimmungen - gab der VfB ein Spiel gegen einen in allen Belangen unterlegenen Gegner unerklärlicherweise aus der Hand und hat vor den zwei Spielen gegen den FC Sevilla erst zwei Punkte.

So disktutierten die mySPOX-User während des Spiels

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Babbel setzt den Doppel-Torschützen von Frankfurt, Julian Schieber, auf die Bank. Für ihn stürmt Pavel Pogrebnjak. Ansonsten vertraut der VfB-Coach der siegreichen Mannschaft vom 3:0 bei der Eintracht.

Unirea tritt nur mit einer Spitze an. Marius Bilasco spielt in vorderster Front. Unterstützt wird er von den offensiven Mittelfeldspielern Tiberiu Balan und Serban Varga.

1.: Gleich die erste Chance für den VfB. Khedira geht bis zum 16er, wird dort aber vom Ball getrennt. Die Kugel fällt Hilbert vor die Flinte. Der Stuttgarter zündet mit rechts - Außennetz.

5., 0:1, Tasci: Celozzi schlägt den Ball einfach mal in den Strafraum. Gebhart setzt sich im Kopfballduell robust gegen Nicu durch. Tasci geht der Kugel entgegen und schiebt sie aus fünf Metern ins rechte untere Eck.

23.: Da schlafen alle beim VfB. Nach einem Einwurf kommt eine Flanke von links in den Fünfer. Lehmann und seine Abwehrspieler schauen sich an, Balan sprintet dazwischen, Boka rettet in letzter Sekunde.

31.: Apostol haut die Pille von links in den 16er. Varga verlängert per Torpedo-Kopfball auf den langen Pfosten. Da steht Maftei völlig frei und bolzt den Ball aus vier Metern auf die Tribüne.

Halbzeit-Fazit: Guter, konzentrierter Beginn des VfB und das schnelle Tor, das den Gästen aber keine Sicherheit gab.

47., 1:1, Varga: Kollektiv-Versagen in der VfB-Abwehr. Gebhart köpft eine Flanke von links in den eigenen Fünfer, Delpierre bolzt den Ball vor die Füße von Varga. Boka greift nicht an und Varga zirkelt den Ball aus zehn Metern von halbrechts ins lange Eck.

54.: Erste Chance für Pogrebnjak. Der Russe setzt sich am 16er durch und zieht mit links flach ab. Arlauskis ist in der rechten unteren Ecke und parriert.

62.: Marica bekommt unverhofft eine Chance. Ein geblockter Schuss von Boka kommt zu ihm. Er nimmt den Ball sofort aus der Drehung. Acht Meter vor dem Tor haut er das Leder über den Kasten.

69.: Gebhart wird nun stärker. Schieber setzt den Ex-Löwen ein, der wieder zur Mitte zieht und zum Abschluss kommt. Wieder nicht genügend Druck. Arlauskis pariert.

80., Gelb für Gebhart: Der Stuttgarter hechet nach Varga reißt ihn mit beiden Armen zu Boden. Unireas Bank fordert Rot - leicht übertrieben.

Fazit: Stuttgart ist scheinbar nicht gut genug, um in der Königsklasse gegen zweitklassige Teams zu gewinnen. Eigener Leichtsinn ließ Unirea ins Spiel kommen. Am Ende hat es der VfB nicht verdient, das Spiel zu gewinnen.

Der Star des Spiels: Serban Varga, Unireas gefährlichster und bester Fußballer. Enorm viel unterwegs, zielstrebig und zweikampfstark. Varga ging verlorenen Bällen nach, setzte seinen robusten Körper gegen Boka gut und fair ein und gewann somit viele Duelle mit Stuttgarts Rechtsverteidiger. Beim 1:1, Unireas erstem Tor in der Königsklasse, traf er den Ball perfekt.

Die Gurke des Spiels: Ciprian Marica. Wie viele Bewährungschancen will der VfB-Stürmer noch verstreichen lassen? Auch in Rumänien war vom Rumänen so gut wie nichts zu sehen. Marica irrte in der ersten Halbzeit hilflos durch die Gegend und hatte gerade mal acht Ballkontakte. Nach einer ausgelassenen Großchance nahm ihn Coach Babbel vom Feld.

Die Pfeife des Spiels: Laurent Duhamel aus Frankreich hatte mit der fairen Partie keinerlei Probleme. Gemäß internationalen Maßstäben ließ er das Spiel eher laufen, als jeden Körperkontakt abzupfeifen.

Die Lehren des Spiels: Wie gegen die Glasgow Rangers begann der VfB sehr konzentriert. Wie gegen die Glasgow Rangers fiel ein frühes Tor. Und wie gegen die Glasgow Rangers gaben die Stuttgarter das Spiel vollkommen unerklärlich nach etwa 25 Minuten aus der Hand.

Wenn man in der Champions League die Dinge schleifen lässt, wird es selbst gegen so biedere Teams wie Urziceni schwer. Stuttgart zog sich weit zurück, war aber trotzdem nicht nah genug am Gegenspieler und leistete sich viele unnötige Ballverluste.

Das eigene Laissez-faire baute den Gegner auf. Khedira und Hitzlsperger waren mit Unireas Fünfer-Mittelfeld überfordert, weil Hilbert und Gebhart auf ihren Außenbahnen klebten und wenig Unterstützung bei der Balleroberung leisteten.

Bei Ballbesitz schwärmten die VfB-Spieler aus, die Pässe waren jedoch ungenau und wenn mal einer ankam, nahmen Gebhart, Khedira oder Hitzlsperger das Tempo raus.

Urzicenis Offensivspieler verbreiteten weder Angst noch Schrecken, waren aber erfolgreich, weil der VfB beim 1:1 mit drei Querschlägern um das Gegentor bettelte. Pogrebnjak, Marica und später Schieber hingen meist in der Luft und rieben sich in Zweikämpfen auf.

Nach zwei Spielen hat der VfB erst zwei Punkte auf dem Konto, obwohl die Rangers und Unirea qualitativ zu den schlechtesten aller 32 Teams der Gruppenphase zählen. Stuttgart hat zwei Spiele und vier Punkte fahrlässig hergegeben. Jetzt heißt der Gegner zwei Mal FC Sevilla. Trübe Aussichten für den VfB, wenn er nicht endlich kapiert, dass man in der Champions League nichts geschenkt bekommt.

Unirea Urziceni - VfB Stuttgart: Daten zum Spiel

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