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Fussball

Raul: 31 Jahre, 66 Tore

Von SPOX
Raul erzielte gegen La Coruna den Siegtreffer für die Königlichen
© Getty

Real-Urgestein Raul schraubte die ewige Bestmarke für Europacup-Tore gegen St. Petersburg weiter in die Höhe. Was am Mittwoch sonst noch passierte: ManUtd steht plötzlich auf Minimalisten-Fußball, Klinsmann erfuhr späte Genugtuung, Aberglaube half nur Kiew wirklich weiter und Turin probte plötzlich den Zwergenaufstand.

Das Geschehen am Mittwoch kurz und knapp zusammengefasst im SPOX-Zapping:

Gruppe E

Manchester United - Aalborg BK 2:2 (1:2):

Tore: 1:0 Tevez (3.), 1:1 Jakobsen (31.), 1:2 Curth (45.), 2:2 Rooney (52.)

ManUtd-Coach Sir Alex Ferguson veränderte sein Team im Vergleich zum Ligaspiel am Wochenende gleich auf neun Positionen. Carlos Tevez, der am vergangenen Mittwoch im Liga-Cup gegen Blackburn viermal traf, machte da weiter und erzielte das 1:0 - schoss danach aber sechs Fahrkarten. Die Dänen trafen prompt mit der ersten Chance zum Ausgleich - und dann kam Curth: 1:2.

Cristiano Ronaldo - vor der Partie mit dem Ballon d'Or geehrt - saß in feinem Zwirn auf der Tribüne und sah's mit Schrecken. Dann brachte Ferguson aber Paul Scholes. Mit dem Oldie lief's besser, Wayne Rooney traf zum Ausgleich - das war's. ManUtd blieb also bei nur zwei Vorrundensiegen stehen - und holte dennoch den Gruppensieg.

Celtic Glasgow - FC Villarreal 2:0 (2:0):

Tore: 1:0 Maloney (14.), 2:0 McGeady (45.)
Rote Karte: Guille Franco (35./Villarreal/Tätlichkeit)

Für Celtic ging es nur noch um die Ehre: Bloß nicht als schlechtestes schottisches Team in die CL-Geschichte eingehen. Die Fans nahmen es nicht mehr so ernst - der Celtic-Park war nicht ausverkauft. Die Gäste hätten mit einem Sieg noch an ManUtd vorbei ziehen können, vermieden es aber gekonnt, im Achtelfinale auf einen der starken Gruppenzweiten zu treffen.

Ersatzkeeper Sebastian Viera patzte beim 1:0 gehörig, dazu leistete sich Stürmer Guillermo Franco einen Ellenbogenschlag und flog vom Platz. Souverän sieht anders aus.

Die Gruppe E im Überblick

Gruppe F

Olympique Lyon - FC Bayern München 2:3 (2:3):

Tore: 0:1 Klose (12.), 0:2 Ribery (34.), 0:3 Klose (37.), 1:3 Govou (52.), 2:3 Benzema (68.)

Jürgen Klinsmann kehrte zehn Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel ins Stade Gerland zurück. WM 1998, da war doch was? Richtig, Kroatien 3, Deutschland 0. Diesmal sah es nach 45 Minuten anders aus: Bayern 3, Lyon 0. Klinsmann grinste sich eins.

Dass es am Ende nicht 3:3 stand, war vor allem Bayern-Keeper Michael Rensing zu verdankten. Mit kahnesken Paraden rettete er das beste Vorrunden-Ergebnis der Bayern seit der Saison 2001/2002 (heute: 14 Punkte / 12:4 Tore, damals: 14 Punkte / 14:5 Tore) ins Ziel.

Steaua Bukarest - AC Florenz 0:1 (0:0):

Tor: 0:1 Gilardino (66.)
Gelb-Rote Karte: Golanski (72./Bukarest)

Himmel und Hölle lagen für Steaua nahe beieinander: Mit einem Sieg wären die Rumänen sogar noch in den UEFA-Cup eingezogen, die 0:1-Niederlage bedeutete letztendlich aber das zweitschlechteste Abschneiden aller Teams. Noch schlechter war nur der FC Basel.

Knapp 20.000 Zuschauer erlebten ein echtes Kartenfestival: Sieben Mal gab's Gelb, ein Mal sogar Gelb-Rot. Pikant: Die ersten beiden Gelben gab's für Steaua jeweils wegen Schwalben im Strafraum, für Nicolita bereits in Minute eins. Morena in der 20. - sie haben es eben probiert...

Die Gruppe F im Überblick

Gruppe G

FC Porto - FC Arsenal 2:0 (1:0):

Tore: 1:0 Bruno Alves (38.), 2:0 Lisandro Lopez (53.)

Arsenal-Coach Arsene Wenger schickte verletzungsgeplagt wieder mal einen Kindergarten ins Rennen und verbummelte damit Platz eins in Gruppe G. Fazit: Ohne Robin van Persie, Emanuel Adebayor, Samir Nasri und Cesc Fabregas sind die Gunners nur die Hälfte wert. Einwechselspieler waren übrigens die Herren Kieran Gibbs, Jack Wilshere und Mark Randall (wer kennt sie nicht?).

Porto, das nach drei CL-Spieltagen nur mit drei Punkten da stand, bot hingegen die erste Elf auf und gewann so bereits das siebte Pflichtspiel in Folge. Gegen Engländer hat der Champion von 2004 vor heimischem Publikum übrigens noch nie verloren.

Dynamo Kiew - Fenerbahce Istanbul 1:0 (1:0):

Tor: 1:0 Eremenko (20.)
Rote Karte: Maldonado (90./Istanbul/Tätlichkeit)

Dynamo-Coach Juri Semin hat ein seltsames Ritual: Zwei Stunden vor Spielbeginn schleicht er sich ins leere Stadion, dreht einmal eine Runde auf dem Platz, küsst dabei einen Talisman und bekreuzigt sich beim Verlassen des grünen Rechtecks. Gegen Fener zeigte der Hokuspokus seine Wirkung: Kiew siegte und holte sich das UEFA-Cup-Ticket.

Auch Gegenüber Luis Aragones ist für seinen Aberglauben bekannt - aber irgendwas muss er an diesem Abend falsch gemacht haben. Sein Team hatte kaum eine flüssige Aktion zu bieten und verlor verdient. Da half es auch nichts, dass sich die Ersatzspieler auf der Bank in eine überdimensionale Fenerbahce-Fahne hüllten, um sich vor der biestigen Kälte zu schützen.

Die Gruppe G im Überblick              

Gruppe H

Real Madrid - Zenit St. Petersburg 3:0 (1:0):

Tore: 1:0 Raul (25.), 2:0 Robben (50.), 3:0 Raul (57.)

Den überzeugenden Real-Sieg am neuen Trainer Juande Ramos festzumachen, wäre abstrus. Der Ex-Tottenham-Coach hatte das Team gerade mal bei einer Übungseinheit am Vortag über das Feld gescheucht und wechselte im Vergleich zur 3:4-Niederlage gegen Sevilla am Sonntag nur auf einer Position: Keeper Iker Casillas durfte sich schonen, Jerzy Dudek bekam Spielpraxis.

Der Sieg gegen den blassen UEFA-Cup-Sieger war vielmehr Raul anzurechnen, der seine Europacup-Tore 65 und 66 erzielte und so Pippo Inzaghi (64) an der Spitze der ewigen Bestenliste abhängte. 64 davon hat Raul übrigens in der Königsklasse erzielt. Achja, Christoph Metzelder durfte mal wieder ran (zweite Halbzeit) und hatte seine erwähnenswerteste Szene bei einem Lattenkopfball - ans eigene Gehäuse...

Juventus Turin - BATE Borisov 0:0:

Tore: Fehlanzeige.
Bes. Vorkommnis: Giovinco (Juventus) schießt Handelfmeter über das Tor (53.).

Eher zum Gruseln war Juve gegen das weißrussische Kanonenfutter. In der ersten Halbzeit gab die Alte Dame elf Torschüsse ab - null davon gingen wirklich aufs Gehäuse. Wie passend, dass Jungstar Sebastian Giovinco seinen Elfmeter in der 53. Minute über das Tor drosch.

In der zweiten Halbzeit probte Juve-Trainer Claudio Ranieri dann den Zwergenaufstand. Amauri raus, Del Piero (1,73 Meter) in den Sturm neben Giovinco (1,64 Meter), dazu Marco Marchionni (1,75 Meter) über rechts. Del Piero scheiterte zweimal per Kopf (!), Marchionni beförderte den Ball mit der Birne an den Pfosten. Trotzdem stand am Ende der Gruppensieg.

Die Gruppe H im Überblick

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