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Fussball

Zoff um Champions-League-Reform: Internationales Fan-Bündnis mit Protestbrief

SID
Fans von Borussia Dortmund protestierten beim Auswärtsspiel in Fürth gegen die CL-Reform.

Die umstrittene Champions-League-Reform erhitzt vor den großen Sitzungen der UEFA mal wieder die Gemüter. Das internationale Bündnis Fan Supporters Europe hat sich in einem offenen Brief nochmals klar gegen die ab 2024 geplante Reform der Königsklasse ausgesprochen.

Bevor die UEFA unweit des Wiener Praters in dieser Woche zu ihren großen Sitzungen zusammentritt, laufen die Fans mal wieder Sturm. Die umstrittene Revolution der Königsklasse sorgt für Zündstoff, die Botschaften der Entrüstung sind unmissverständlich.

"Stoppt Champions-League-Reformen - Fußball für Millionen von Fans, nicht für Milliarden von Euros", zierte ein Banner vor der Meisterfeier von Bayern München die Südkurve der Allianz Arena. Auch die Fans von Borussia Dortmund machten mit einem überdimensionalen Plakat schwarz auf gelb ihre Haltung deutlich.

Im Gegensatz zu Vereinen und Funktionären sei die Position der Anhänger auch einheitlich, schrieb das internationale Fanbündnis am Montag in einem offenen Brief an die UEFA. Als Gründe für ihre Haltung führten die Fans den überfüllten Spielkalender, die Qualifikationskriterien sowie mangelnde Solidarität an.

"Letztendlich wird Ihre Entscheidung den Fußball für eine Generation prägen und sich auf jede Liga, jeden Verein, jeden Spieler und jeden Fan in Europa auswirken", hieß es in dem auch von einigen deutschen Gruppierungen unterzeichneten Schreiben in Richtung UEFA. Es gehe darum, sich um "ernste Angelegenheiten" zu kümmern und nicht um "jugendliche Tagträume von verlängerten Halbzeitshows, wochenlangen Endspielen und ähnlichen Superbowl-Abklatschspielen".

Der Druck auf die Europäische Fußball-Union wird vor den Zusammentreffen des Exekutivkomitees am Dienstag und des Kongresses am Mittwoch wieder erhöht - einen Katzensprung entfernt vom berühmten Vergnügungspark knistert die Luft. Gerät die im Schatten der irrsinnigen Super-League-Pläne im April 2021 vom Exko durchgewunkene Reform zumindest in Teilen doch nochmal ins Wanken?

CL-Reform: Fans protestieren gegen Wildcards

Speziell die angedachte Vergabe von Wildcards an renommierte Klubs, die die sportliche Qualifikation eigentlich verpasst haben, sorgt für Unmut. "Wildcards untergraben die Integrität des Wettbewerbs", schrieben die Bayern-Anhänger am Sonntag auf ein weiteres Banner. Auch der Zusammenschluss europäischer Ligen stört sich am Aushebeln sportlicher Kriterien.

Diese Anpassung würde "eine ungerechtfertigte zweite Chance für einige große Klubs darstellen", teilte European Leagues zuletzt nach einer Sitzung in Istanbul mit: "Sportliche Verdienste in den heimischen Ligen müssen der einzige Zugang zu den europäischen Wettbewerben sein." Die mögliche Vergabe von Wildcards war auch als Zugeständnis der UEFA an die abwanderungswilligen Big Player zu werten.

Zuletzt lenkte das Exekutivkomitee bereits ein. Demnach solle nur an Teams das Sonderticket vergeben werden, die in ihren Ligen zumindest direkt hinter dem letzten Qualifikationsplatz für die Königsklasse liegen. Auch das Ligensystem im sogenannten "Schweizer Modell" sowie die Erhöhung der Spielanzahl stehen zur Disposition, UEFA-Boss Aleksander Ceferin brachte als Zusatz auch noch ein mögliches Final Four ins Spiel.

UEFA-Führung diskutiert mit Mittelstandsklubs

In der Vorwoche hatte es am Rande des Europa-League-Halbfinals zwischen Eintracht Frankfurt und West Ham United auch eine Diskussionsrunde der UEFA-Führung mit Vertretern von Mittelstandklubs wie der SGE gegeben. Vor den Elefantenrunden des Dachverbandes tagen am Montag und Dienstag auch noch die Großklubvereinigung ECA und das Club Competitions Committee zur ab 2024/25 angedachten Reform.

Der Kongress muss die Beschlüsse des Exekutivkomitees formal absegnen. Ob das schon am Mittwoch auf dem Wiener Messegelände passiert, bleibt allerdings fraglich. Es könnte auch erst am Rande des Champions-League-Finals in Paris am 28. Mai ein offizieller Beschluss folgen - falls zu viel Diskussionsbedarf besteht und offene Punkte bleiben.

Klarheit wird für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) dagegen in jedem Fall am Dienstag bereits in Sachen Heim-EM 2024 herrschen. Das Exekutivkomitee entscheidet über die Verteilung der Partien auf die Spielorte. Eröffnungsspiel und Finale dürften sich Berlin und München untereinander aufteilen, auch in Hamburg, Frankfurt, Köln, Dortmund, Gelsenkirchen, Düsseldorf, Leipzig und Stuttgart finden Begegnungen statt.

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