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Fussball

Die Alternative Liste der Champions League, Achtelfinale, Teil IV: Celebrity Deathmatch entfällt

Von David Kreisl
Lothar Matthäus feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag.

Vorne pfui, hinten pfui: Das Achtelfinale endet mit einem Schnarchfest vor dem Herrn, nicht einmal Lothar Matthäus' und Kai Pflaumes Sneaker-Duell kann die Woche retten. Guckt sowieso lieber Kickers: Die Alternative Liste des Achtelfinales, Episode vier.

Vorwort: Wir mussten in beinahe fünf Monaten gemeinsamem Champions-League-Schauen ja schon viele fußballerisch fragwürdige Vorträge über uns ergehen lassen. Oder haben in Sachen Tiefenrecherche die ein oder andere dubiose Abzweigung genommen (man landet schließlich nicht zufällig auf der Wikipedia-Seite von Scooter oder gräbt gleich drei grundsolide Fun Facts über Hermeline aus). Aber alles, wirklich alles, was uns bislang widerfahren ist, war unterhaltsamer als das, was sich in diesen beiden letzten Tagen Champions League auf dem Rasen abspielte. Eine Chronologie des Grauens.

Lainer nein! Lainer gar nicht: Dienstag: "Leider geil" (Wolle Fuss) war da wirklich ausschließlich Kevin De Bruynes Huf unter die Latte, mit dem es sich bei Gladbach gegen City in Budapest schon nach gut zehn Minuten ausgewundert hatte. City durch, Gladbach mit dem siebten Zonk in Folge. Und weil grade einfach gar nix hinhaut, brachte Pep Guardiola den angekündigten Wein nicht durch den Zoll, sodass Marco Rose sich nicht einmal zur Ablenkung beim Dinner mit Pep eine feine Spaßrakete in die Leber mörsern konnte. Alles doof irgendwie.

Denn sind ja elf Freeeuuuheeeuuunde: Nicht nur im Land der Gulaschs, sondern auch im Land der Tortillas (oder?) bei Real gegen Atalanta war nach einer halben Stunde quasi alles geregelt. Referee Danny Makkelie sah ebenso keinen Anlass, auch nur eine Sekunde länger als nötig auf diesem glorifizierten Bolzplatz in Madrid zu verbringen und pfiff mit dem Fingerspitzengefühl der Gruppe Rangnick in einer Situation zur Halbzeit, in der ganz, ganz sicher nichts passiert wäre, vor allem kein Tor von Luis Muriel in einer Eins-gegen-Eins-Situation mit Thibaut Curtois. Ups! Immerhin bescherte uns das ausgeschiedene Bergamo mit einer zwar unspektakulären, aber dennoch klar als solcher erkennbaren, modernen Interpretation des Teufelsdreiers ein paar nostalgische Flashbacks.

Weiterführender Link: Damit hier auch mal was Schönes passiert:

Albern: Wer nämlich nach dem Grinddienstag auf Besserung gehofft hatte, wurde auch am Folgetag bitter enttäuscht. Zum einen fand das Celebrity Deathmatch zwischen Brazzo und Hansi Flick, auf das wir seit Tagen von allen Seiten heiß gemacht wurden, überhaupt nicht statt! :-( Ja, nicht einmal die Grande Dame der zehennägelhochbiegend-unangenehmen Interviewfragen, Sebastian Hellmann, konnte dem Bayern-Coach zumindest ein kleines übles Nachredelchen entlocken. Zudem einigten sich Lotoma Thäus und Kai Pflaume im Sky-Studio im Sneaker-Sammler-Duell quasi kampflos auf ein Unentschieden: 50:50. Albern! Im lockeren Schneetreiben von München bewahrheitete sich dann noch das sehr bekannte Sprichwort, dass auch die stärksten Männer einmal fallen. Leon - wie wir hier bei SPOX und Goal gerne sagen: Endboss - Goretzka wurde von Vedat Muriqi elfmeterwürdig zu Boden gelöffelt. Lewandowski, Tor, zum 19. Mal Viertelfinale. Der Newswert auch hier: überschaubar.

Der zukünftige Bundestrainer spricht: Hellmann (sinngemäß): Warum wurden alle eingewechselt, nur Sarr und Roca nicht?

Flick (sinngemäß): Weil ich nur fünfmal wechseln darf und nicht siebenmal.

Matthäus (wörtlich): "Dhemadisch ganz richdig, da muss man dem Hansi Rechd geben!"

Minus mal Minus: Die Hoffnung der FUSSBALLFANS ruhte also auf Chelsea gegen Atletico: knappes 1:0 im Hinspiel, durchaus eklige Typen dabei, da hätte was gehen können! Ging aber nix. Gut, einmal ging fast was. Als Cesar Azpilicueta einen grausigen Rückpass in Richtung Keeper Edouard Mendy spielte und den dazwischen spritzenden Yannick Carrasco an dessen Trikot niederrupfte; so als letzter Mann im eigenen Sechzehner. Schiri Daniele Orsato, im Herzen Mathematiker, entschied aber auf Minus mal Minus gibt Plus und winkte die Szene mit all der ihm gegebenen Lässigkeit durch. Ganz generell fasste Frank Buschmanns Zwischenfazit "Hier liegen häufig Fußballspieler am Boden und schreien" das Spielgeschehen auch der 90 Minuten ziemlich gut zusammen. Und spätestens nachdem Stefan Savic es für eine ansehnliche Idee hielt, zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 0:1 Antonio Rüdiger seinen Ellbogen in die Magengrube zu hämmern, sodass dieser am Boden lag und schrie, hatte sich das mit der "Hoffnung" auch erledigt. Gut, ob die Aktion auch im Alltag ausgereicht hätte, um einen Kühlschrank wie Rüdiger danieder zu raffen, sei mal dahingestellt. Doch alleine die eindrucksvolle Blödheit dieser Aktion hatte den Platzverweis verdient. Immerhin durfte sich Thiago Silva noch über ein Tor der Blues freuen und dabei fast die Treppen der Stamford Bridge runterfallen. Wäre ein konsequentes Ende dieser Horrorshow gewesen ...

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