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Fussball

FC Bayern: Vier Gründe, warum der FCB unter Hansi Flick die perfekte Turniermannschaft ist

Von Dennis Melzer
Beim FC Bayern passt momentan fast alles.

2. FC Bayern physisch gerüstet - auch dank Fitnesscoach Holger Broich

Um zu erkennen, wie eklatant der spielerische Unterscheid zwischen Bayern und Barca war, reichte ein Blick auf die Anzeigetafel. Auch die Zahlen attestierten den Münchnern ein Übergewicht, ganz besonders fiel dabei die Laufleistung der beiden Kontrahenten auf. 107,6 Kilometer spulte die Mannschaft von Flick ab, während die Blaugrana lediglich 98,3 Kilometer rannten.

Die Spielphilosophie von Bayerns Übungsleiter, die auf hohes, kollektives Pressing abzielt, bedarf einer starken Physis. Dass die Münchner trotz der langen Corona-Zwangspause und nach der über einmonatigen Pflichtspielunterbrechung zwischen Anfang Juli und Anfang August keinerlei Einbruchssymptome zeigen, dürfte zu einem nicht unerheblichen Teil Fitnesscoach Holger Broich und dessen Team angerechnet werden.

Der ehemalige Leverkusener hat der Mannschaft nach Corona das obligatorische Rüstzeug verschafft, um körperliche Höchstleistungen abzurufen. "Natürlich wissen wir gut, wie negativ sich auch recht kurze Inaktivitätsphasen physiologisch auswirken können", verriet der 45-Jährige Ende April bezüglich der pandemiebedingten Unterbrechung. "Diese Gefahr von Funktionseinbußen durch Inaktivität trifft jeden Menschen."

Broich zeichnete hauptverantwortlich für das Cyber-Training im März und April, das die Spieler mächtig ins Schwitzen brachte. Müller, der den "Leiter Wissenschaft und Fitness", wie Broichs offizieller Titel lautet, neckisch "Herr Professor" nennt, verriet jüngst im Interview mit der SZ, dass er und seine Kollegen Broich wegen der hohen Trainingsintensität "am liebsten auf den Mond geschossen hätten."

Die Früchte für die immensen Anstrengungen erntet die Mannschaft nun. Doch was macht Broichs Arbeit so wichtig, so besonders? Vielleicht sein Instinkt, die jahrelange Erfahrung für die richtige Trainingssteuerung.

"Es gab da kein Lehrbuch, das man einfach nur auf Seite 85 aufschlagen musste", sagte er der SZ. "Wann und wie es weitergeht, war im März völlig unklar." Es ging Ende Mai weiter - und die Bayern zehrten von Broichs Training, huschten von Sieg zu Sieg.

Nach dem DFB-Pokalfinale am 4. Juli gegen Bayer Leverkusen seien die Spieler "physisch und psychisch schon im Grenzbereich gewesen", erklärte Broich. "Ich glaube, den Spielern hat gutgetan, dass sie im Urlaub mal 13 Tage durchschnaufen konnten." Die Pause zwischen dem Endspiel in Berlin und dem Champions-League-Restart war aus seiner Sicht kein Nachteil, sondern kam zur rechten Zeit. "Ich glaube, dass wir auf den Punkt topfit sein werden." Broich hat sich wohl nicht getäuscht.

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