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Fussball

Barcas Varianten gegen den FC Bayern: Der X-Faktor in Lionel Messis Schatten

Von Daniel Nutz
Muss auch im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern München wieder beim FC Barcelona vorangehen: Superstar Lionel Messi.

Mehr denn je scheint das Abschneiden des FC Barcelona in der Champions League von Lionel Messi abhängig. Jedoch: Ganz alleine wird es der Argentinier gegen den FC Bayern München beim Champions-League-Finalturnier in Lissabon am Freitag nicht richten können (ab 21 Uhr im LIVETICKER). Wer dem Superstar den Rücken freihalten kann.

Es ist vor großen Spielen gang und gäbe, dass Klub-Legenden befragt werden. FC Barcelona gegen den FC Bayern ist eines dieser elektrisierenden Duelle. Im Viertelfinale des Champions-League-Finalturniers ist das Spiel am Freitag das mit der größten Tradition.

Bernd Schuster kennt beide Seiten, er war nicht nur lange Jahre Spieler in der Bundesliga, sondern spielte von 1980 bis 1988 auch für die Katalanen. "Wenn man die beiden Mannschaften vergleicht, haben die Bayern den kompletten Kader, sind auch auf dem Platz kompletter", sagte der 60-Jährige der Bild und begründete: "Das kommt davon, dass Barcelona in dieser Saison so abhängig von Lionel Messi ist, wie es das noch nie gegeben hat."

Aussagen, die nicht nur aufhorchen lassen, sondern auch statistisch belegbar sind. 86 Tore erzielte Barca in der abgelaufenen LaLiga-Saison, mehr als die Hälfte davon wurden von Messi gemacht oder vorbereitet. Noch drastischer wird es, wenn man etwas mehr in die Tiefe geht. Messi kreierte laut Opta-Daten 2019/20 36 Großchancen, das waren mit astronomischem Abstand die meisten im Kader. Antoine Griezmann und Jordi Alba liegen in dieser Wertung mit lediglich acht auf Platz zwei.

FC Barcelona extrem von Lionel Messi abhängig

Auch bei den erfolgreichen Pässen ins Angriffsdrittel liegt der kleine Argentinier mit weitem Abstand vorne, 860 gelangen dem 33-Jährigen in der Spielzeit, Alba (559) und Sergi Roberto (509) folgen auf den weiteren Plätzen. Weitere relevante Statistiken, die Messi Barca-intern - oft sogar meilenweit - anführt und die die Abhängigkeit der Blaugrana von ihrem Superstar unterstreichen, sind: Schüsse auf das gegnerische Tor, abgeschlossene Dribblings und gezogene Fouls.

Es wird gegen die Bayern also wieder auf Messi ankommen. Dass er mit seiner Genialität Spiele im Alleingang entscheiden kann, ist schon lange kein Geheimnis mehr, doch das werden auch die Münchner wissen und ihren Fokus darauf legen, den Linksfuß auszubremsen. Sollte das dem deutschen Rekordmeister halbwegs gelingen, müssen andere Spieler aus Messis Schatten treten, um Barcas Halbfinalchancen zu erhöhen.

SPOX und Goal beleuchten, wer im Estadio da Luz in Messis Schatten zum X-Faktor für den FC Barcelona werden könnte.

Variante 1: FC Barcelona im 4-4-2 gegen den FC Bayern

Mehrere spanische Medien berichten davon, dass Trainer Quique Setien darüber nachdenkt, mit einem gestärkten Mittelfeld in das Duell zu gehen. Statt des bekannten 4-3-3 könnte Barca aus einer 4-4-2-Grundordnung antreten. Die Doppelspitze würden Messi und Luis Suarez bilden, dahinter sollen Sergio Busquets, Frenkie de Jong, Sergi Roberto und der Ex-Münchner Arturo Vidal die Kreise des Bundesligisten einengen.

Die Viererkette vor Marc-Andre ter Stegen dürfte im Vergleich zum Spiel gegen Napoli unverändert bleiben: Nelson Semedo, Gerard Pique, Clement Lenglet und Jordi Alba.

Ein großer Name, der dem Systemwechsel zum Opfer fallen würde, wäre den Berichten zufolge 120-Millionen-Euro-Mann Antoine Griezmann.

Bei diesem Personal dürfte es vor allem auf Messi-Sturmpartner Suarez, de Jong und die beiden Außenverteidiger ankommen, wenn es darum geht, das Spiel ausgeglichener zu gestalten.

Suarez und Messi sind nicht nur neben dem Platz beste Freunde, sondern harmonieren in der Regel auch auf dem Spielfeld prächtig. Doch der Uruguayer läuft seit seinem Comeback nach einer Knie-OP seiner Form hinterher. Sechs Treffer in zwölf Spielen lesen sich zwar ordentlich, auf dem Platz wirkte der 33-Jährige jedoch nicht immer hundertprozentig fit. Dennoch steht außer Frage, dass Suarez den Münchnern an einem guten Tag im Zusammenspiel mit Messi Kopfschmerzen bereiten kann.

FC Barcelona im 4-4-2: De Jong muss mehr Verantwortung übernehmen

Sollte sich Barca tatsächlich für das 4-4-2 entscheiden, muss de Jong, der für 75 Millionen Euro von Ajax kam und als der perfekte Spieler für den 26-fachen spanischen Meister gefeiert wurde, mehr Verantwortung im Spielaufbau übernehmen. Der Niederländer erlebte eine durchwachsene erste Spielzeit, bekam von den Verantwortlichen dennoch das Vertrauen und stand auf dem Platz, sofern er fit war.

Bei Ajax glänzte er im Vorjahr beim sensationellen Vormarsch ins Champions-League-Halbfinale als Spielgestalter, diese Rolle musste bei Barca in dieser Saison Messi regelmäßig alleine übernehmen. De Jong besitzt die nötigen Qualitäten, um Messi im Spiel nach vorne zu entlasten und das Spiel anzukurbeln. Mit den beiden Abräumern Vidal und Busquets an seiner Seite hätte er durchaus in der Defensivbewegung gewisse Freiheiten, die er jedoch auch nutzen muss. Denn eines ist klar: Muss Messi selbst im 4-4-2 ständig aus dem Mittelfeld das Spiel in die Hand nehmen, wird es personell in der Offensive dünn aus Sicht der Katalanen.

Schaut man sich die Besetzung im Mittelfeld an, wird schnell ersichtlich, dass keine gelernten Flügelspieler auf dem Platz stehen. Hier sind in dieser Konstellation vor allem die Außenverteidiger Alba und Semedo gefordert. Beide sind für ihre Offensivfähigkeiten bekannt, vor allem Albas Zusammenspiel mit Messi führte schon zu vielen Toren.

Es ist also durchaus denkbar, dass es Barcas Plan ist, die Bayern mit hoch stehenden Außenverteidigern unter Druck zu setzen und die jeweilige Defensivseite mit einem der zweikampfstarken Mittelfeldspieler abzusichern. Klappt diese Absicherung allerdings nicht, könnte der Schuss nach hinten losgehen.

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