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Fussball

30 Jahre pures Drama

Mit dem FC Bayern München gewann Jupp Heynckes 2013 im fünften Anlauf die Champions League

Champions League 1997/98: Erlösung und Entlassung

Heynckes' Karriere bekommt nach seinem Abschied aus München einen Knick. Über die Stationen Athletic Bilbao, Eintracht Frankfurt und CD Teneriffa empfiehlt er sich aber wieder für einen Topklub: Real Madrid.

Als Nachfolger von Fabio Capello hat er von Beginn an einen schweren Stand, intern wie extern. "Das Wichtigste als Trainer bei Real ist, von den Verantwortlichen einen gewissen Kredit zu bekommen und die Fäden dann so zu ziehen, dass du immer eloquent zu allen Seiten bist. Da sind die Medien inbegriffen, da sie einige Entscheidungen stark beeinflussen", sagt Heynckes heute.

In der Liga ist gegen Louis van Gaals FC Barcelona kein Kraut gewachsen, Madrid wird nur Vierter und in der Copa del Rey scheiden die Madrilenen gegen den Zweitligisten Alaves aus, aber Heynckes führt Real Madrid ins Finale der Champions League.

Sechs Mal haben die Königlichen in den 50er und 60er Jahren den Europapokal der Landesmeister gewonnen, aber in der 1992 gegründeten Champions League sind sie bisher ein kleines Licht. Im Endspiel gegen Juventus sind sie Außenseiter.

"Respekt? Wir hatten Angst. Juve war drei Mal hintereinander Champions-League-Finalteilnehmer gewesen, hatte den Pott 1996 gewonnen, war souverän Meister geworden. Zinedine Zidane spielte dort, Del Piero, Davids, Deschamps, Inzaghi, und wie sie alle hießen", sagte Predrag Mijatovic unlängst der Süddeutschen Zeitung.

Aber ein Tor des Montenegriners reicht zum ersten Sieg in der Königsklasse. 32 Jahre Warten haben ein Ende. Aber trotz La Septima wird Heynckes in Madrid kein Denkmal gebaut, er wird wüst vom Sockel gestoßen.

Schon auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wird er gefragt, ob er mit seiner Entlassung rechne. Acht Tage später ist es dann soweit. Heynckes wird ins Haus des Technischen Direktors Jose Martinez Pirri gebeten, wo auch Präsident Lorenzo Sanz wartet, um ihm seine Entlassung mitzuteilen.

Überrascht ist der damals 53-Jährige nicht mehr. "Erstens hatte der Präsident ja die Trennung bereits nachts in einem Radio-Interview verkündet und zweitens hatte ich für mich gedanklich sowieso schon beschlossen, nicht mehr weiterzumachen."

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