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Fussball

"Wir streichen die Bundesliga aus unserem Kopf"

Von Nikolai Mende
Roman Weidenfeller ist nach starken Leistungen in den internationalen Fokus gerückt
© getty

Torhüter Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund hat sich in einem Interview zum Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München geäußert und zeigte sich zudem über sein neues internationales Standing erfreut. Es mache ihn stolz, dass bei der Wahl zum Welttorhüter mittlerweile über seinen Namen spekuliert wird. Auf die Offensivreihe der Münchner bereite er sich intensiv vor.

Vor 16 Jahren hatte Borussia Dortmund den Henkelpott der Königsklasse zuletzt gewinnen können.

"Alle sprechen noch heute mit einer unglaublichen Hochachtung über die 97-er Mannschaft. Sollte uns jetzt auch gelingen, den Pokal in London zu holen, würden wir wohl einen ähnlichen Status erlangen. Champions-League-Sieger - das wäre für den Verein und uns das Größte", erklärte Weidenfeller im Interview mit dem "Kicker".

"Im Pokalfinale hat Mario auch nicht gespielt"

Die misslungenen Generalproben gegen Wolfsburg (3:3) und Hoffenheim (1:2) sowie der Ausfall von Mario Götze hätten keine Auswirkungen auf das Endspiel: "In London wartet ein anderer Wettbewerb auf uns. Die Bundesliga ist abgeschlossen. Wir sind Zweiter geworden, das ist nach zwei Meisterschaften absolut positiv. Und diese Stimmung nehmen wir mit ins Finale."

Die letzten Ligaspiele seien abgehakt. "Wir streichen die Bundesliga komplett aus unserem Kopf. Aber natürlich sind wir selbstkritisch genug zu sagen, dass in den letzten zwei Begegnungen einiges gefehlt hat", so der 32-Jährige.

Eine andere Mannschaft sei man ohne den verletzten Götze nicht: "Dass wir mit ihm eine andere Qualität haben, steht außer Frage", gibt der 32-Jährige zu. "Dennoch wussten wir uns auch in der Zeit zu helfen, als Mario wegen seiner Schambeinentzündung lange ausgefallen ist. Man sollte nicht alles an ihm festmachen. Im Pokalfinale 2012 hat Mario auch nicht gespielt." Damals hatte der BVB die Bayern mit 5:2 besiegt.

Video-Studie der Bayern-Offensive

Der Rekordmeister erzielte mit Stars wie Franck Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller und Mario Mandzukic in der abgelaufenen Saison 98 Liga-Tore. Grund genug, um sich gezielt auf diese Weltklasse-Offensive einzustellen:

"Natürlich setze ich mich intensiv mit den besten Schützen des Gegners auseinander. Wir haben umfangreiches Videomaterial, das im Vorfeld noch einmal gezeigt wird. Außerdem kennen wir die Bayern aus vielen Vergleichen. Wir werden gut vorbereitet sein."

Besonders in Eins-gegen-Eins-Situationen konnte Weidenfeller in der laufenden Saison mehrmals gegnerische Großchancen abwehren, darunter gegen Weltstars wie Cristiano Ronaldo und Sergio Agüero. "Vieles hängt vom Gespür für die Situation ab", analysiert er.

"Ich habe den Bruchteil einer Sekunde Zeit, abzuwägen, ob ich stehen bleibe oder reagiere. Auch die Antrittsschnelligkeit kann darüber entscheiden, ob ich die Situation rechtzeitig bereinige."

Welttorhüter Weidenfeller?

Die Leistungen in der Champions-League brachten dem BVB-Keeper auch international Anerkennung. Ob er nun mit der Auszeichnung zum Welttorhüter des Jahres an der Reihe sei, wollte Weidenfeller nicht direkt beantworten:

"Diese Einschätzung treffen andere. Allein, dass mir diese Frage überhaupt gestellt werden kann, macht mich unheimlich stolz. Ich lasse alles auf mich zukommen. Und erst einmal steht noch ein unglaublich wichtiges Spiel an."

Roman Weidenfeller im Steckbrief

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