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Fussball

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 1:1: SGE verpasst Befreiungsschlag trotz Kostic-Treffer

SID
Frankfurt und Stuttgart trennten sich 1:1.

Das Warten auf den ersten Glasner-Sieg geht weiter: Streikprofi Filip Kostic trifft, doch es reicht für Eintracht Frankfurt nur zu einem 1:1 gegen den VfB Stuttgart.

Nach seinem beinahe märchenhaften Comeback legte der begnadigte Streikprofi Filip Kostic den Kopf in den Nacken, frustriert starrte der Serbe beim Abpfiff gen Himmel. Nach dem heftigen Wirbel um seine Person hatte ausgerechnet Kostic Eintracht Frankfurt mit seinem Tor (79.) gegen den VfB Stuttgart vom erlösenden ersten Saisonerfolg träumen lassen - doch trotz Überzahl in einer wilden Schlussphase gingen die Hessen wieder nicht als Sieger vom Platz.

Dennoch sangen die Frankfurter Fans bei der Ehrenrunde nach dem 1:1 (0:0) aufmunternd vom Europapokal. "Ich habe viel Positives gesehen, trotzdem bin ich sehr enttäuscht, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben", sagte der neue Eintracht-Trainer Oliver Glasner bei DAZN. "Es soll im Moment einfach nicht sein", klagte SGE-Kapitän Martin Hinteregger auch angesichts zweier Lattentreffer, lobte aber explizit den abwanderungswilligen Kostic: "Filip hat super Schwung gebracht. Wir sind froh, dass er wieder da ist."

Obwohl Frankfurt vor dem Auftakt in die Europa League am Donnerstag (21.00 Uhr) gegen Fenerbahce Istanbul noch nach der Form der Vorsaison sucht, werde durch diesen Auftritt nach den vielen "Halbwahrheiten und Schwachsinn in den Medien" rund um Kostic jetzt "Ruhe einkehren", so Hinteregger. "Heute gab es ganz, ganz wenige Pfiffe, das zeigt dann, dass zum Glück nicht viele den Journalisten glauben."

Die Stuttgarter zeigten sich nach zuletzt zwei Niederlagen wieder etwas stabiler und nahmen den Punkt nach dem Platzverweis gegen Waldemar Anton (82.) dank Omar Marmoushs spätem Ausgleich (88.) gerne mit. "Die Bereitschaft defensiv hat gestimmt, alle haben gearbeitet", sagte der zufriedene Trainer Pellegrino Matarazzo.

VfB Stuttgart: Marmoush kontert Kostic-Treffer

Glasner war im Vorfeld bemüht, den Fokus nach einer unruhigen Länderspielpause auf das Sportliche zu lenken. So rückte der wechselwillige Kostic nach seinem Trainingsboykott wieder in den Kader. Mit dem in Ungnade gefallenen Amin Younes laufen dazu Gespräche über das weitere Vorgehen.

Von all dem ließ sich die Eintracht vor 25.000 Zuschauern im eigenen Stadion zunächst nichts anmerken. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase übernahmen die Frankfurter die Spielkontrolle, ließen offensiv aber die Ideen vermissen.

Stürmer Sam Lammers, der noch kurzfristig von Atalanta Bergamo ausgeliehen worden war und sein Debüt feierte, wurde nur einmal kurz vor der Pause in Szene gesetzt. Ansonsten agierte die beinahe komplett neue Eintracht-Offensive meist zu umständlich.

Stuttgart überließ den Hessen den Ball und machte bis auf wenige Nadelstiche nicht viel für das Spiel. Nach einem Sololauf von Neuzugang Marmoush (17.), der gleich von Beginn an ran durfte, kamen die Schwaben dennoch zur besten Chance im ersten Durchgang.

Am Spielverlauf änderte sich auch in der zweiten Halbzeit zunächst wenig. Wohl auch deshalb bekam Kostic früh die Chance zur Wiedergutmachung - und wurde von den Fans beim Wechsel lautstark gefeiert, vereinzelt gab es auch Pfiffe. Die Einwechslung des Serben wirkte aber wie ein Weckruf.

Lammers (61.) aus kurzer Distanz und Martin Hinteregger (62.) mit einem Kopfball an die Latte eröffneten die Schlussoffensive der Eintracht. Dann fasste sich der Ex-Stuttgarter Kostic ein Herz, und der wuchtige Linksschuss prallte vom Innenpfosten ins Tor. Doch der VfB um den starken Marmoush steckte nicht auf, in der Nachspielzeit traf Frankfurts Rafael Borre nochmals die Latte.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart: Die Aufstellungen

  • SGE: Trapp - Durm (80. da Costa), Ndicka, Hinteregger, Lenz - Sow, Hrustic (59. Jakic) - Hauge (80. Paciencia), Kamada, Lindström (59. Kostic) - Lammers (70. Borre)
  • VfB: Florian Müller - Mavropanos, Anton, Kempf (80. Al Ghaddioui) - Massimo (62. Coulibaly), Karazor, Endo, Sosa (70. Ito) - Klimowicz (62. Beyaz), Klement (70. Mangala) - Marmoush

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart: Die Stimmen der Trainer

Oliver Glasner (Eintracht Frankfurt): "Wir nehmen so ziemlich alles mit, was man mitnehmen kann. Ich kann versprechen, das schweißt uns nur noch mehr zusammen. Klar nervt es. All die Steine, die in unserem Weg liegen, werden wir gemeinsam aus dem Weg räumen. Natürlich ist die Enttäuschung da. Wir legen uns heute nicht ins Bett und halten zehn Stunden Dornröschenschlaf."

Pellegrino Matarazzo (VfB Stuttgart): "Wir sind gut ins Spiel gekommen, die ersten 20 Minuten war es offensiv ordentlich. Was mir sehr gut gefallen hat, war unsere Bereitschaft zu verteidigen. Das ist eine positive Sache, die wir mitnehmen. Wenn man in Unterzahl das 1:1 schießt, spricht das für die Moral."

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